Nach Protest im Fernsehen Russische Journalistin Owsjannikowa in Moskau vor Gericht

Ihr Protest im Livefernsehen war eine der sichtbarsten Aktionen gegen den Angriffskrieg auf die Ukraine in Russland. Nun wird Journalistin Owsjannikowa vorgeworfen, die russische Armee »diskreditiert« zu haben.
Journalistin Marina Owsjannikowa

Journalistin Marina Owsjannikowa

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Annette Riedl / dpa

Sie war durch ihren Protest im russischen Livefernsehen gegen den Militäreinsatz in der Ukraine bekannt geworden. Nun muss sich Journalistin Marina Owsjannikowa vor Gericht verantworten. Der 44-Jährigen wird vorgeworfen, die russische Armee »diskreditiert« zu haben. Bei dem Prozess in Moskau droht ihr eine lange Haftstrafe.

Owsjannikowa war international bekannt geworden, als sie am 14. März während einer Livesendung hinter der Nachrichtensprecherin auftauchte und ein Schild mit der Aufschrift »Kein Krieg« in die Kamera hielt. Danach verbrachte die Journalistin mehrere Monate im Ausland und arbeitete unter anderem kurzzeitig für die deutsche Zeitung »Die Welt«.

Owsjannikowas Protestaktion im vergangenen März

Owsjannikowas Protestaktion im vergangenen März

Foto: Handout / AFP

Weitere Protestaktionen

Inzwischen ist die 44-Jährige wieder in Russland, vergangene Woche hatte sie nahe dem Kreml erneut gegen den Militäreinsatz in der Ukraine demonstriert und Präsident Wladimir Putin einen »Killer« genannt.

Owsjannikowa hatte seit 2003 als Redakteurin des Staatssenders Erster Kanal gearbeitet, einer der meistgesehenen in Russland. Kurz nach ihrem Protest hatte sie im Interview mit dem SPIEGEL  über ihre Motive und ihre Ängste vor der Zukunft gesprochen.

col/AFP
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