»Äußerst gefährlich« Kreml kritisiert Waffenlieferungen an die Ukraine

Angesichts einer möglichen Invasion aus Russland liefert Großbritannien leichte Panzerabwehrwaffen an die Ukraine. In Moskau sorgt das für Empörung.
Soldaten vor ukrainischen Nationalfarben: Die Lage zwischen Kiew und Moskau bleibt angespannt

Soldaten vor ukrainischen Nationalfarben: Die Lage zwischen Kiew und Moskau bleibt angespannt

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Tomas Ragina / Getty Images

Die angespannte Lage zwischen der Ukraine und Russland alarmiert die Nato-Kräfte. Angesichts einer möglichen russischen Invasion will Großbritannien nun Waffen an Kiew liefern und zieht damit den Ärger Moskaus auf sich.

Der Kreml hat die Lieferung von leichten Panzerabwehrwaffen aus Großbritannien an die Ukraine kritisiert. »Das ist äußerst gefährlich und trägt nicht zum Abbau der Spannungen bei«, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau laut der Nachrichtenagentur Interfax. Moskau sei besorgt, dass das Nachbarland Ukraine von immer mehr Waffenlieferanten versorgt werde. Oft handele es sich dabei nicht nur um defensive Waffen.

Den Worten des britischen Verteidigungsministers Ben Wallace zufolge soll mit der Lieferung die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine verbessert werden. »Es handelt sich nicht um strategische Waffen, und sie stellen keine Bedrohung für Russland dar. Sie sollen zur Selbstverteidigung eingesetzt werden«, sagte er im Parlament.

Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen sind auf einem Tiefpunkt. Russland hat an der Grenze zur Ukraine rund 100.000 Soldaten zusammengezogen. Auch nach Belarus werden Soldaten verlegt. Der Westen fürchtet eine Invasion, was die Regierung in Moskau zurückweist. Stattdessen gehe es Russland um Sicherheitsgarantien. So fordert die Regierung in Moskau unter anderem eine Zusage der Nato, dass die Ukraine nicht in das Militärbündnis aufgenommen wird. Dies lehnt die Allianz ab. Der Westen wiederum fordert einen sofortigen Abzug der russischen Truppen von dem Grenzgebiet.

Außenministerin Annalena Baerbock vereinbarte in Kiew mit ihrem ukrainischen Kollegen Dmytro Kuleba einen Vorstoß zur Wiederbelebung von Verhandlungen im sogenannten Normandie-Format. Derzeit ist sie in Moskau und trifft dort mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zusammen.

asc/dpa