Russlands Antwort Kreml wirft Biden »aggressive Rhetorik« vor

Joe Biden will vor Russland nach eigener Aussage nicht mehr kuschen. Die Antwort des Kremls kam umgehend – und fiel recht ungehalten aus.
Kremlsprecher Peskow (Archivaufnahme)

Kremlsprecher Peskow (Archivaufnahme)

Foto: Pavel Golovkin/ AP

In seiner ersten außenpolitischen Rede als US-Präsident betonte Joe Biden, unter seiner Führung werde die Regierung angesichts der Menschenrechtsverletzungen und des aggressiven Handelns Russlands nicht »kuschen«. Das habe er auch Wladimir Putin vergangenen Woche in einem Telefonat gesagt. Er werde auch nicht zögern, die »Kosten« für Russlands Handeln zu erhöhen – eine kaum versteckte Drohung mit neuen Sanktionen (lesen Sie hier mehr). Moskau konterte wenigen Stunden später.

Der Kreml bezeichnete die Aussagen von Biden als »aggressive, unkonstruktive Rhetorik«. »Wir haben bereits gesagt, dass wir auf solche herablassenden Äußerungen nicht eingehen werden«, sagte Dmitrij Peskow, der Sprecher von Putin. Russland werde auch keine Ultimaten der US-Regierung dulden.

Peskow sprach von einer »enormen Menge an Differenzen und unterschiedlichen Herangehensweisen in Schlüsselfragen« und betonte die Verteidigung der Interessen Russlands. »Wir erwarten den politischen Willen der Amerikaner, die Zusammenarbeit fortzusetzen, wo dies unseren Interessen dient«, sagte er. Der Kreml hoffe, dass es immer noch einen nützlichen Dialog zwischen den beiden Ländern geben könne, wenn ihre Interessen übereinstimmten, sagte Peskow. Biden hatte in dieser Woche auch eine Verlängerung des Atom-Abrüstungsvertrags »New Start« mit Russland angekündigt (lesen Sie hier mehr).

Trump gilt als Bewunderer Putins

Biden hatte in seiner Rede gesagt, die Zeiten, in denen die USA über das Verhalten Moskaus hinwegsähen, seien vorbei. Das habe er Putin in dem Telefonat »auf eine ganz andere Art und Weise« als sein Vorgänger klargemacht. Konkret nannte Biden unter anderem eine Einmischung in US-Wahlen, Cyberangriffe, angebliche Belohnungen für die Taliban für die Tötung von US-Soldaten in Afghanistan sowie Differenzen rund um den Ukrainekonflikt. Auch einen Fall wie den Giftanschlag auf den russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny werde man nicht mehr so einfach hinnehmen.

Bidens Vorgänger Donald Trump gilt als Bewunderer von Putin. Transatlantische Verbündete hatte er hingegen oft brüskiert, internationalen Organisationen stand er sehr skeptisch gegenüber.

Als größten Konkurrenten bezeichnete Biden in seiner außenpolitischen Rede jedoch China. Die USA seien bereit, mit Peking zusammenzuarbeiten. Man werde der chinesischen Regierung aber aus einer »Position der Stärke« gegenübertreten.

als/Reuters/dpa/AFP
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