Menschen verlassen Russland Mehr Ausreisen nach Finnland, kilometerlange Staus Richtung Georgien

Die Flucht vor der russischen Teilmobilmachung hält offenbar an: Der finnische Grenzschutz berichtet von Tausenden zusätzlichen Reisenden. Vor dem Grenzübergang nach Georgien bilden sich lange Schlangen.
Die Straße bei Verkhnii Lars Richtung Georgien

Die Straße bei Verkhnii Lars Richtung Georgien

Foto: Olga Smolskaya / SNA / IMAGO

Nach der Teilmobilmachung für den Krieg gegen die Ukraine beobachtet der finnische Grenzschutz weiterhin mehr Verkehr als gewöhnlich. Am wichtigsten Grenzübergang Vaalimaa hätten sich die Autos auf russischer Seite am Sonntagmorgen um 8 Uhr Ortszeit etwa 500 Meter lang gestaut, teilte der Leiter für internationale Angelegenheiten des finnischen Grenzschutzes, Matti Pitkäniitty, mit.

Am Samstag seien insgesamt 8572 Russinnen und Russen über die Landgrenze in Finnland angekommen, vor einer Woche waren es 5286. Nach Russland ausgereist seien 4199 Russinnen und Russen. Viele Russen würden mit Visa nach Finnland einreisen, die von anderen Schengen-Staaten ausgestellt worden seien und das Land nur zur Durchreise nutzen.

Der Grenzschützer teilte mit, dass sich das Reiseprofil verändert habe. Vor der Pandemie seien die meisten über den Grenzübergang Nuijamaa weiter nördlich eingereist. Dieser sei wichtig für Tagestouren nach Südkarelien. Über Vaalimaa, nun der geschäftigste Übergang, reisten die meisten auf direktem Weg nach Helsinki und dann weiter in andere Schengen-Staaten.

Lange Schlangen an russischem Grenzübergang zu Georgien

Auch vom Grenzübergang Verkhnii Lars nach Georgien gibt es Angaben über lange Schlangen. Der Reporter der Nachrichtenagentur Reuters Jake Cordell berichtet auf Twitter  von 2500 wartenden Autos und Wartezeiten von bis zu 36 Stunden.

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Ein Blick auf die Verkehrslage bei Google Maps zeigt, dass die von Wladikawkas nach Süden an Verkhnii Lars vorbeiführende Straße über etwa 17 Kilometer rot bis tiefrot gefärbt ist – ein Zeichen für extrem stockenden Verkehr.

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Unter dem Eindruck der vom Kreml-Machthaber angeordneten Teilmobilmachung diskutieren Politiker in Deutschland und der gesamten EU über den Umgang mit Russen, die davor flüchten. Tschechien, Polen und besonders die baltischen Länder wollen sie abweisen, in Deutschland gibt es mehr Stimmen, die eine Aufnahme gutheißen . Als einziges europäisches Land hat Finnland noch seine Grenzen nach Russland geöffnet, aber die baltischen Nachbarn fordern vehement eine Kursänderung: »Finnland sollte die Grenze zu Russland dichtmachen«, forderte Estlands Außenminister Urmas Reinsalu .

mgo/dpa
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