Protest gegen den Krieg Menschenrechtsorganisation berichtet von fast 3000 Festnahmen in Russland

Der Widerstand gegen Wladimir Putins Krieg wächst auch in seinem Heimatland – obwohl die Behörden dort hart gegen Kritiker vorgehen. Offenbar wurden bei Demonstrationen schon fast 3000 Menschen festgenommen.
Festnahme eines Demonstranten in Moskau (Foto vom 3. März)

Festnahme eines Demonstranten in Moskau (Foto vom 3. März)

Foto: Anadolu Agency / Anadolu Agency via Getty Images

Seit Tagen läuft der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine – und weltweit demonstrieren Hunderttausende für ein Ende der Gewalt. Auch in Russland gibt es Widerstand gegen den Feldzug des Präsidenten Wladimir Putin. Nun hat es nach Angaben der Menschenrechtsorganisation OVD-Info  erneut mehrere Hundert Festnahmen in verschiedenen Städten des Landes gegeben.

Demnach wurden allein in der zentralrussischen Großstadt Nowosibirsk mindestens 230 Menschen bei Protesten gegen den Krieg festgenommen. Im östlich von Nowosibirsk gelegenen Krasnojarsk gab es laut OVD-Info mindestens 83 Festnahmen, aus Jekaterinburg wurden 88, aus Irkutsk 63, aus Wladiwostok 21 und aus Perm mindestens 43 Festnahmen gemeldet. Insgesamt ist von rund 3000 Betroffenen in 44 Städten die Rede. Auch in Moskau kommt es immer wieder zu Festnahmen.

Der eingebettete Tweet zeigt einen Mann, der die russische Nationalhymne singt, während er von der Polizei abgeführt wird.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

OVD-Info nimmt Meldungen über Festnahmen im Zuge von Protesten gegen das von Russland lediglich als »Militäroperation« bezeichnete Vorgehen in der Ukraine  auf und veröffentlicht dabei auch die Namen der Betroffenen. Das Portal sammelt die Namen von Personen, die Gesamtzahl wird immer wieder aktualisiert.

Nawalny rief zu Protesten auf

Unabhängig verifizieren lassen sich die Angaben nicht. Laut der Nachrichtenagentur Reuters war die russische Polizei zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die russischen Behörden gehen seit Beginn des Krieges allerdings verschärft gegen Kritiker vor. 

In Moskau soll ein Transporter verunglückt sein, der Gefangenen transportierte. Dabei seien elf Menschen verletzt worden, heißt es. Fotos, die auf Telegram kursieren , sollen das Unfallfahrzeug zeigen.

Der inhaftierte Kritiker der russischen Regierung, Alexej Nawalny, hatte für diesen Sonntag zu weltweiten Protesten gegen den Krieg aufgerufen – auch in Russland. Dort sind solche Kundgebungen verboten. Auf Twitter zeigen Videos, wie Menschen etwa auch in St. Petersburg gegen den Krieg demonstrieren.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Am Samstag hatten weltweit Hunderttausende Menschen gegen die russische Invasion protestiert. In Paris und Zagreb kamen mehrere Tausend Menschen zusammen, aus Hamburg und Zürich wurden jeweils Zehntausende Demonstranten gemeldet, und in Rom nahmen Tausende an einem Friedenszug teil. Auch außerhalb Europas wurde demonstriert: In der US-Ostküstenmetropole New York gingen Tausende Menschen auf die Straße.

Es ist bereits das zweite Wochenende, an dem Organisationen und Gewerkschaften in zahlreichen Städten zu Protesten gegen den Krieg in der Ukraine aufgerufen haben. Am vergangenen Wochenende waren Hunderttausende Menschen in ganz Europa auf die Straße gegangen, darunter einige Tausend in Russland, über 100.000 in Berlin, 70.000 in Prag und 40.000 in Madrid.

Fotostrecke

Weltweiter Protest

Foto: CHANDAN KHANNA / AFP
fek/Reuters/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.