Opposition in Russland Polizei durchsucht Nawalnys Büro

Alexej Nawalny erholt sich in Deutschland von den Folgen seiner Vergiftung. In Russland stehen Immobilien des Oppositionellen im Fokus der Polizei: Mit Sturmhauben stürmte sie eines seiner Büros.
Alexej Nawalny kritisiert Durchsuchungen in Räumen seines Fonds

Alexej Nawalny kritisiert Durchsuchungen in Räumen seines Fonds

Foto:

Shamil Zhumatov / REUTERS

Die Polizei in Russland hat ein Büro des Kremlkritikers Alexej Nawalny durchsucht, der sich nach seiner Vergiftung in Deutschland aufhält. Er veröffentlichte Fotos bei Twitter, auf denen Beamte mit Sturmhauben offenbar in den Räumen des Fonds zur Bekämpfung von Korruption (FBK) zu sehen sind. Der Fonds wurde von Nawalny gegründet.

"Ich hatte völlig Recht, als ich sagte, dass die einzige rechtliche Konsequenz meiner Vergiftung eine neue Welle des Drucks auf den FBK sein würde", schrieb Nawalny. Auf einem Video, das er ebenfalls bei Twitter veröffentlichte, ist zu sehen, wie ein Beamter an einer an der Decke hängenden Discokugel hantiert.

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Der genaue Grund der Durchsuchung war zunächst unbekannt. Die Behörden teilten der Staatsagentur Tass zufolge lediglich mit, dass Fonds-Chef Iwan Schdanow ein Gerichtsurteil ignoriert habe. Deshalb sei gegen ihn ein Strafverfahren eingeleitet worden.

Auch Nawalnys Sendestudio blockiert

Nach Angaben von Nawalnys Team blockierten Polizisten auch den Eingang zu einem Sendestudio, in dem der Oppositionelle normalerweise donnerstags seine wöchentliche Webshow aufnimmt. Die bekannte Oppositionelle Ljubow Sobol sei nicht ins Studio gelassen worden. Kameras seien ausgeschaltet und Arbeitsgeräte beschlagnahmt worden, hieß es. Der YouTube-Kanal, auf dem die Show veröffentlicht wird, hat mehr als zwei Millionen Abonnenten.

Der FKB recherchiert zu Korruptionsfällen bekannter Politiker in Russland und sieht sich deshalb im Zentrum von Ermittlungen der Behörden. Jüngst gab es mehrere Durchsuchungen.

Nawalny ist nach seiner Vergiftung Mitte August zurzeit zu Reha-Maßnahmen in Deutschland. In einem SPIEGEL-Interview hatte der 44-Jährige den Kremlchef Wladimir Putin für den Anschlag auf ihn verantwortlich gemacht. Nach dem Befund eines Speziallabors der Bundeswehr wurde Nawalny mit einem Kampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Der Kreml wies eine Verwicklung in den Fall stets zurück.

hba/dpa
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