Konflikt mit Russland USA erwägen offenbar Notfall-Gaslieferungen nach Europa

Ist die westeuropäische Gasversorgung gefährdet, falls Russland einen Krieg um die Ukraine beginnt? Laut Nachrichtenagentur Reuters hat die US-Regierung diese Sorge – und entwickelt Notfallpläne.
Tanker mit Flüssigerdgas (Archivbild): Weltweit knappe Gasvorräte

Tanker mit Flüssigerdgas (Archivbild): Weltweit knappe Gasvorräte

Foto: Denis Pomortsev / Zoonar / picture alliance

Im Ukraine-Konflikt mit Russland hat die US-Regierung Insidern zufolge mit Energiekonzernen Notfallpläne für Gaslieferungen nach Europa sondiert. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Vertreter des Außenministeriums hätten mit den Unternehmen über Kapazitäten für höhere Liefermengen gesprochen, für den Fall, dass russische Gaslieferungen unterbrochen werden, hieß es demnach in Branchen- und Regierungskreisen.

Dabei sei auch eine Verschiebung von Wartungsarbeiten erörtert worden, um die Gasproduktion hochzuhalten. Die Unternehmen hätten allerdings erklärt, dass ein Ausfall großer Mengen aus Russland schwer zu ersetzen sei, und dabei auf die weltweit knappen Gasvorräte verwiesen.

Welche Konzerne angesprochen worden seien, wurde zunächst nicht bekannt. Die Europäische Union (EU) bezieht rund ein Drittel ihres Gasbedarfs aus Russland. In Deutschland beträgt der Anteil russischen Gases sogar rund 50 Prozent. US-Sanktionen gegen Russland im Falle eines Kriegs um die Ukraine könnten die Lieferungen beeinträchtigen.

Ein Sprecher des Nationalen US-Sicherheitsrats wollte sich nicht zu den Gesprächen äußern. Er bestätigte aber, dass eine Notfallplanung im Gange sei. Eine Sondierung von Auswirkungen möglicher Maßnahmen sei gängige Praxis. Dies zeige die Entschlossenheit der USA, entschiedene Maßnahmen zu ergreifen.

Russland hat an der Grenze zur Ukraine rund 100.000 Soldaten zusammengezogen. Der Westen befürchtet eine Invasion , die Regierung in Moskau streitet solche Pläne ab. Stattdessen gehe es Russland um Sicherheitsgarantien. So fordert Präsident Wladimir Putin unter anderem eine Zusage der Nato, dass die Ukraine nicht in das transatlantische Militärbündnis aufgenommen wird. Dies lehnt die Allianz kategorisch ab. Mehrere Gesprächsrunden in der vergangenen Woche blieben ergebnislos.

Im Zuge der diplomatischen Bemühungen zur Beilegung der Krise reist Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) am Montag zu Gesprächen in die Ukraine und am Dienstag nach Russland.

wal/Reuters
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