»Bereit zum Beladen« Erster Frachter nach Ende der russischen Seeblockade in der Ukraine angekommen

Mit der »Fulmar S« ist der erste Frachter seit Kriegsbeginn in der Ukraine angekommen, verkündet das Infrastrukturministerium des Landes. Der Getreidekorridor habe nun einen »Ein- und Ausgang«.
Frachter »Fulmar S«: Der Schiffsverkehr in Richtung Ukraine geht langsam wieder los

Frachter »Fulmar S«: Der Schiffsverkehr in Richtung Ukraine geht langsam wieder los

Foto: STRINGER / REUTERS

Erstmals seitdem die russische Seeblockade offiziell aufgehoben wurde, hat ein Frachtschiff in einem ukrainischen Hafen angelegt. »Der Schüttgutfrachter ›Fulmar S‹ ist im Hafen Tschornomorsk angekommen und bereit zum Beladen«, teilte das ukrainische Infrastrukturministerium auf seinem Telegram-Kanal mit .

In den vergangenen Tagen waren erste Schiffe von ukrainischen Häfen ausgelaufen – diese hingen dort bereits seit Kriegsbeginn fest. Als erstes war am Montag der mit Getreide beladene Frachter »Razoni« aus Odessa ausgelaufen. Er ist auf dem Weg in den Libanon. Die für Sonntag geplante Ankunft verzögert sich nach Angaben der ukrainischen Botschaft jedoch. Einzelheiten nannte sie nicht.

»Wir fahren die Verschiffung langsam wieder hoch«, sagte Infrastrukturminister Olexandr Kubrakow am Sonntag. Die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs und der damit verbundenen Getreidelieferungen aus der Ukraine sind wichtig für die Stabilisierung der Lebensmittelpreise weltweit.

Bisher sind aus den ukrainischen Häfen seit Anfang August schon acht Schiffe mit Getreide ausgelaufen. Sie gehörten zu den Dutzenden Frachtern, die dort seit Kriegsbeginn im Februar wegen der russischen Seeblockade und der Verminung der eigenen Häfen durch das ukrainische Militär stecken geblieben waren. Mit dem Einlaufen der »Fulmar S« habe der Getreidekorridor nun einen »Ein- und Ausgang«, so Infrastrukturminister Kubrakow. Das sei ein wichtiges Signal für die Märkte.

Riskante Überfahrt

Die unter der Flagge von Barbados fahrende Fulmar S liegt im Hafen von Tschornomorsk, der zum Einzugsgebiet von Odessa gehört. Die Ukraine will in Zukunft auch die Freigabe des Seehafens Mykolajiw für die Getreidetransporte erwirken. Ein entsprechender Vorschlag sei an die Uno und die Türkei ergangen, teilte Kubrakow mit. Ziel sei es, die Getreideexporte auf drei Millionen Tonnen pro Monat anzuheben.

Die Überfahrt ist für die Seeleute sehr riskant. Nur aus der Not heraus seien viele seiner Kollegen bereit, nun durch Minenfelder zu fahren, sagt Oleg Grigoriuk von der Gewerkschaft der ukrainischen Seefahrer MTWTU kürzlich: »Meiner Meinung nach ist die Überfahrt noch immer sehr gefährlich. Der sichere Korridor ist nicht allzu sicher, solange russische Raketen in der Nähe bleiben.«

bbr/dpa/Reuters
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