Belagerte Hafenstadt Putin lehnt generellen Fluchtkorridor aus Stahlwerk in Mariupol ab

Russland will den im Asow-Stahlwerk in Mariupol eingeschlossenen Kämpfern keinen freien Abzug ermöglichen. Die Zivilisten hingegen könnten gehen »und zwar in jede Richtung«.
Mariupol: Soldaten und Zivilisten harren im Asow-Stahlwerk aus

Mariupol: Soldaten und Zivilisten harren im Asow-Stahlwerk aus

Foto: ALEXANDER ERMOCHENKO / REUTERS

Moskau hat die Forderung nach Verhandlungen um einen Korridor für alle im Stahlwerk Asow-Stahlwerk in Mariupol eingeschlossenen Personen abgelehnt. Präsident Wladimir Putin habe es klar gesagt, teilte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der staatlichen Nachrichtenagentur Tass mit: »Die Zivilisten können gehen und zwar in jede Richtung, die Militärs müssen rauskommen und ihre Waffen niederlegen.«

Den Kämpfern werde dann das Leben und eine medizinische Versorgung garantiert. Mehr aber nicht. Einen freien Abzug will ihnen Moskau nicht gewähren.

Es gebe kein Thema für Verhandlungen, so Peskow. Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach Gesprächen mit Uno-Generalsekretär António Guterres erklärt, Kiew sei zu sofortigen Verhandlungen über einen humanitären Korridor aus dem Asow-Stahl-Werk bereit.

In den Bunkeranlagen des Werks sollen sich außer zahlreichen Kämpfern noch etwa tausend Zivilisten aufhalten. Putin hatte angeordnet, das Gelände abzuriegeln. Russland wirft dem von Nationalisten dominierten Asow-Regiment Kriegsverbrechen vor. Beweise legte Moskau bisher nicht vor. Der Rest der stark zerstörten südostukrainischen Hafenstadt Mariupol ist nach Angaben aus Moskau nach wochenlangen Kämpfen unter russischer Kontrolle.

bbr/dpa
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