Selenskyj an Ukrainer »Wir müssen kämpfen! Wann immer sich eine Gelegenheit bietet«

Der Präsident der Ukraine appelliert an seine Landsleute, Putins Truppen aus dem Land zu vertreiben. Derweil meldet der ukrainische Außenminister den Abschuss von drei russischen Kampfflugzeugen mit Hilfe von »Stinger«-Raketen.
Der ukrainische Präsident Selenskyj ist am Freitag bei einer Livestream-Übertragung in Frankfurt am Main zu sehen

Der ukrainische Präsident Selenskyj ist am Freitag bei einer Livestream-Übertragung in Frankfurt am Main zu sehen

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Am Samstagabend hat sich der ukrainische Präsident erneut mit einer Videobotschaft zu Wort gemeldet. Dabei rief Wolodymyr Selenskyj seine Landsleute dazu auf, russische Truppen aus dem Land zu vertreiben. »Wir müssen nach draußen gehen! Wir müssen kämpfen! Wann immer sich eine Gelegenheit bietet«, sagte er dabei. Die Ukrainerinnen und Ukrainer sollten wie in Cherson, Berdjansk oder Melitopol nach draußen gehen »und dieses Übel aus unseren Städten vertreiben«.

Aus den von Selenskyj genannten ukrainischen Städten gab es in den vergangenen Tagen Berichte darüber, dass sich einfache, unbewaffnete Menschen russischen Einheiten entgegengestellt hatten. Da die Menschen dies getan hätten, sei die Besatzung nur eine vorübergehende, sagte Selenskyj. Es sei zudem wichtig, die Errichtung neuer »Volksrepubliken« zu verhindern: Dort sei ein normales Leben nicht möglich – dort sei man »nur auf den Knien«.

Selenskyj wandte sich zudem auf Russisch an die Bürgerinnen und Bürger der selbst proklamierten »Volksrepubliken« Donezk und Luhansk im Osten des Landes: »Wenn sie euer Gedächtnis nicht durch Propaganda ausradiert haben, eure Augen nicht vor Angst geschlossen sind – kämpft, für eure Rechte, Freiheit, die Ukraine

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Ihm sei bewusst, dass viele Menschen dort dächten, die Ukraine hasse sie und Kiew zerstöre ihre Städte. »Aber vergleicht Donezk nach acht Jahren Krieg mit Charkiw nach acht Tagen Krieg«, forderte Selenskyj sie auf. Sie sollten sich verteidigen, oder Russland würde auch ihre Leben und Häuser nehmen. »Alle im Donbass waren und werden immer Ukrainer sein.«

Kuleba: Russische Kampfjets mit »Stinger«-Raketen abgeschossen

Auch der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba meldete sich am Samstag zu Wort. Seinen Angaben zufolge haben ukrainische Truppen zahlreiche russische Panzerfahrzeuge und anderes Kriegsgerät zerstört – mit den von Verbündeten gelieferten Waffen.

»Gerade heute haben wir drei russische Kampfflugzeuge, die unsere Städte bombardiert haben, mithilfe von ›Stingern‹ abgeschossen«, sagte Kuleba bei einem Treffen mit US-Außenminister Antony Blinken im Grenzgebiet zu Polen. Die USA, aber auch Deutschland haben der Ukraine Panzerabwehrwaffen und Boden-Luft-Raketen vom Typ »Stinger« geliefert.

Blinken ist zu Gesprächen mit Verbündeten in Europa. Am Samstag hatte er im südostpolnischen Rzeszow seinen polnischen Kollegen Zbigniew Rau getroffen. Danach überquerte er die Grenze zur Ukraine, um mit Kuleba zusammenzukommen. Der ukrainische Minister dankte Blinken dafür, dass er in die Ukraine gekommen sei. Das sei ein Zeichen, dass die Ukraine Freunde haben, »die buchstäblich zu uns stehen«.

Selenskyj telefoniert mit Joe Biden – und bedankt sich bei Elon Musk

Am Samstagabend (Ortszeit) telefonierte Selenskyj erneut mit US-Präsident Joe Biden. Dabei sei es um »Sicherheitsfragen, finanzielle Unterstützung für die Ukraine und die Fortsetzung von Sanktionen gegen Russland« gegangen, erklärte Selenskyj bei Twitter.

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Das Weiße Haus erklärte, das Telefonat habe gut eine halbe Stunde gedauert. Der US-Präsident habe besonders die Entscheidung der beiden weltgrößten Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard vom Samstagabend begrüßt, Geschäfte mit Russland auszusetzen. Biden habe zudem darauf verwiesen, dass seine Regierung die Sicherheits-, humanitäre und wirtschaftliche Hilfe für die Ukraine aufstocke.

Selenskyj bedankte sich außerdem bei Techmilliardär Elon Musk für seine Unterstützung der Ukraine. »Nächste Woche werden wir weitere Starlink-Systeme für zerstörte Städte bekommen«, schrieb Selenskyj bei Twitter. Er habe mit Musk gesprochen und bedanke sich bei ihm für dessen Unterstützung seines Landes in Worten und Taten.

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Das Starlink-System, das schnelle Internetverbindungen direkt über eigene Satelliten herstellt, könnte den Menschen in der Ukraine helfen, wenn die herkömmlichen Telekommunikationsnetze ausfallen sollten. Das System wird von Musks Raumfahrtfirma SpaceX aufgebaut. Nach Freischaltung des Satelliten-Internetdienstes für die Ukraine hatte Musk Anfang März bereits eine erste Lieferung der nötigen Empfangsanlagen geschickt.

aar/dpa
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