Putins Überfall Präsident Selenskyj verurteilt Angriff auf Holocaust-Denkmal

Putin rechtfertigt den Angriff auf die Ukraine mit »Entnazifizierung«. Raketeneinschläge nahe dem Holocaust-Mahnmal Babyn Jar empören den jüdischen Präsidenten Selenskyj: Russland wolle die Geschichte der Ukraine, das Land und seine Menschen auslöschen.
Gedenkstätte Babyn Jar für jüdische Opfer des SS-Massakers

Gedenkstätte Babyn Jar für jüdische Opfer des SS-Massakers

Foto: Stefan M Prager / IMAGO

Bei einem Angriff auf den Fernsehturm von Kiew schlugen Bomben auch nahe dem Holocaustdenkmal Babyn Jar ein. Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte die Attacke scharf. »Dieser Angriff beweist, dass unser Kiew für viele Menschen in Russland absolut fremd ist«, sagte Selenskyj. Er ist selbst Jude. »Sie wissen nichts über Kiew, über unsere Geschichte. Aber sie alle haben den Befehl, unsere Geschichte auszulöschen, unser Land auszulöschen, uns alle auszulöschen«, fügte er in der auf Video gemachten Ansprache hinzu.

Selenskyj prangerte an, dass die Welt schweige, während Bomben auf Babyn Jar fallen. »Wieder einmal ermorden diese Barbaren die Opfer des Holocausts«, schrieb er auf Twitter.

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In der Schlucht Babyn Jar erschossen SS-Kommandos am 29. und 30. September 1941 mehr als 33.000 ukrainische Juden. Bis 1943 wurden in dem Gebiet bis zu 100.000 Menschen getötet – Juden, Roma und sowjetische Kriegsgefangene.

»An die Welt: Was nützt es, 80 Jahre lang ›Nie wieder‹ zu sagen, wenn die Welt stumm bleibt, wenn eine Bombe auf die Stätte von Babyn Jar fällt?«, schrieb Selenskyj auf Twitter.

Vor dem Angriff hatte ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums Angriffe auf technische Infrastruktur in Kiew angekündigt. Dabei nannte er den Sicherheitsdienst SBU und »Einheiten für psychologische Einsätze« als mögliche Ziele, vom Fernsehturm war jedoch nicht die Rede.

Russische Truppen greifen seit einer Woche das Nachbarland Ukraine an. Beim gestrigen Luftangriff auf den Kiewer Fernsehturm wurden fünf Menschen getötet. Wie das Innenministerium mitteilte, wurde durch den Angriff zudem »für eine gewisse Zeit« die Ausstrahlung von Fernsehprogrammen unterbrochen.

In der Nacht kam der gewaltige russische Militärkonvoi aus Panzern und anderen Fahrzeugen Kiew immer näher. Die Ukrainer meldeten derweil mehrere Luftangriffe auf verschiedene Städte, während sie weiter Widerstand leisten.

muk/AFP/Reuters
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