News zum Krieg in der Ukraine YouTube sperrt Kanäle von Kriegsleugnern

Die Videoplattform YouTube unterbindet nun Inhalte, auf denen der Angriff Russlands auf die Ukraine dementiert wird. Und: Eine Uno-Organisation fordert einen Seekorridor im Kriegsgebiet. Der Überblick vom 11. März.
Können YouTube nicht länger nutzen: Kanäle, die Russlands Krieg in der Ukraine leugnen

Können YouTube nicht länger nutzen: Kanäle, die Russlands Krieg in der Ukraine leugnen

Foto: DADO RUVIC / REUTERS
Das Wichtigste in Kürze
  • Ukrainische Armee will dritten russischen General getötet haben.

  • YouTube sperrt Kanäle, in denen die russische Invasion auf die Ukraine geleugnet wird.

  • Ein Kreml-Sprecher beklagt »gefährlichen Hass« auf Russen im Westen.

  • Die US-Vizepräsidentin Kamala Harris sieht keine Bereitschaft Putins für Diplomatie.

  • Kremlchef Wladimir Putin hat sich für eine Entsendung von »freiwilligen« Kämpfern zur Unterstützung der prorussischen Separatisten im Donbass ausgesprochen.

Einen Überblick und ausgewählte Artikel zur Lage in der Ukraine finden Sie hier.

Internationaler Strafgerichtshof warnt vor Kriegsverbrechen in der Ukraine

21:08 Uhr: Der Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag hat die Kriegsparteien in der Ukraine vor möglichen Kriegsverbrechen gewarnt. »Wenn Angriffe absichtlich gegen die Zivilbevölkerung gerichtet sind, ist das ein Verbrechen«, sagte IStGH-Chefankläger Karim Khan. »Es gibt keine rechtliche Rechtfertigung, es gibt keine Entschuldigung für Angriffe, die wahllos erfolgen oder deren Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung unverhältnismäßig sind.«

Die russischen Streitkräfte hatten in den vergangenen Tagen ihren Beschuss auf zahlreiche belagerte Städte ausgeweitet. Für Entsetzen sorgte am Mittwoch ein Angriff auf eine Entbindungsklinik in der Hafenstadt Mariupol, bei dem nach ukrainischen Angaben mehrere Menschen starben. »Ich verfolge die zutiefst beunruhigenden Entwicklungen in den Kampfhandlungen aufmerksam«, sagte Khan. »Die Ereignisse der letzten Tage zwingen mich, erneut zu betonen, dass sich alle an diesem Konflikt Beteiligten strikt an die geltenden Regeln des humanitären Völkerrechts halten müssen.«

Der IStGH hatte in der vergangenen Woche Ermittlungen zur Lage in der Ukraine eingeleitet, nachdem 39 Mitgliedstaaten dies beantragt hatten. Laut Khan haben sich seitdem mit Japan und Nordmazedonien zwei weitere Staaten dieser Forderung angeschlossen.

Stadtrat von Mariupol: Zahl getöteter Zivilisten auf 1582 gestiegen

20:59 Uhr: In der belagerten südostukrainischen Hafenstadt Mariupol ist die Zahl der getöteten Zivilisten ukrainischen Angaben zufolge auf 1582 gestiegen. Die humanitäre Lage in Mariupol sei katastrophal, hieß es weiter in einer Mitteilung des Stadtrats im Nachrichtenkanal Telegram. Mehrere Versuche, Menschen zu evakuieren, sind in den vergangenen Tagen gescheitert. Nach Angaben der Stadt werden dringend Lebensmittel, Trinkwasser und Nahrungsmittel benötigt. Heizung und Strom sind ausgefallen. Viele Einwohner suchen in Kellern Schutz vor Angriffen. Auch am Freitag habe ein Hilfskonvoi aus der Stadt Saporischschja nicht bis nach Mariupol vordringen können, meldete die Agentur Ukrinform.

Der Statistik der Vereinten Nationen zufolge sind bisher landesweit etwas mehr als 560 tote Zivilisten belegt. Die Ukraine geht von deutlich höheren Zahlen aus. Auch die prorussischen Donezker Separatisten verzeichnen steigende Totenzahlen in ihren Reihen. Seit dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine vor gut zwei Wochen seien bisher rund 200 Kämpfer getötet worden, teilten sie am Abend mit.

YouTube sperrt Leugner der russischen Invasion

19:20 Uhr: Der Google-Videoservice YouTube sperrt von sofort an Kanäle, in denen der Angriff Russlands auf die Ukraine geleugnet wird. »Unser Gemeinschaftrichtlinien verbieten Inhalte, die gut dokumentierte gewalttätige Ereignisse leugnen, verharmlosen oder trivialisieren«, sagte ein YouTube-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb entferne man Inhalte über die russische Invasion in der Ukraine, die gegen diese Richtlinien verstoßen. »Im Einklang damit sperren wir ab sofort auch YouTube-Kanäle, die mit russischen staatlich finanzierten Medien in Verbindung stehen – und zwar weltweit.«

In den staatlichen russischen Medien wird die Invasion in der Regel als friedenserhaltende oder befreiende Operation bezeichnet. Außerdem wird immer wieder behauptet, dass Kriegsopfer in Wahrheit nur Krisenakteure seien. Diese Propaganda werde nun von YouTube verbannt. YouTube wird von den Menschen in Russland intensiv genutzt, während Facebook dort nur eine untergeordnete Rolle spielt. YouTube wies gleichzeitig auf Ausnahmen hin: Man könne Inhalte zulassen, die Hassreden enthalten, wenn der Inhalt erzieherischen Charakter habe beziehungsweise einen dokumentarischen, wissenschaftlichen oder künstlerischen Zweck erfülle.

Uno-Organisation fordert Seekorridor im Kriegsgebiet

19:05 Uhr: Die Weltschifffahrtsorganisation IMO, eine Sonderorganisation der Uno, hat einen Seekorridor gefordert, damit Handelsschiffe und ihre Besatzungen das ukrainische Kriegsgebiet verlassen können. In einer Entschließung heißt es, der IMO-Rat sei übereingekommen, »als vorläufige und dringende Maßnahme die Einrichtung eines sicheren blauen Seekorridors zu fördern, der die sichere Evakuierung von Seeleuten und Schiffen aus den gefährdeten und betroffenen Gebieten im Schwarzen Meer und im Asowschen Meer an einen sicheren Ort ermöglicht«. Das Leben von Seeleuten müsse geschützt und der kommerzielle Schiffsverkehr ermöglicht werden.

IMO-Generalsekretär Kitack Lim habe sich bereits verpflichtet, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um den Korridor in Zusammenarbeit mit den betroffenen Parteien zu verwirklichen. Vorrangig solle Schiffen gestattet werden, die Häfen der Ukraine zum frühestmöglichen Zeitpunkt ohne Androhung von Angriffen zu verlassen, heißt es in dem Beschluss. Zudem sei »jede Form der Schikanierung von Seeleuten aufgrund ihrer Nationalität« zu verurteilen. »Seeleuten, die von dem Konflikt betroffen sind, sollte freier Zugang zur Kommunikation mit ihren Familien gewährt werden.«

Nach Angaben der ukrainischen Armee: Dritter General der russischen Streitkräfte seit Kriegsbeginn getötet

18:31 Uhr: Ukrainische Truppen haben nach eigenen Angaben den russischen Generalmajor Andrej Kolesnikow, den Kommandeur des östlichen Militärbezirks, getötet. Dies geht aus einer Militärerklärung der Ukraine hervor. Kolesnikow wäre nach Generalmajor Vitaly Gerasimow und Generalmajor Andrei Sukhovetsky der dritte russische General, der in fünfzehn Kriegstagen getötet wurde.

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SPD-Politiker: Russische Deserteure könnten bald Hilfe gebrauchen

17:56 Uhr: Laut dem menschenrechtspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Frank Schwabe, könnten russische Deserteure, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten demnächst »umfassenden Schutz« in Deutschland erhalten. »Die Bundesregierung überarbeitet gerade die Einschätzungen zu Russland und Belarus in Hinsicht auf einen umfassenden Abschiebeschutz«, sagt Schwabe der »Welt«. »Ich gehe davon aus, dass es dazu sehr schnell zu sehr klaren Regelungen kommt und sowohl Deserteure als auch Journalisten und Menschenrechtsaktivisten bei uns umfassenden Schutz bekommen.« Das Bundesinnenministerium äußerte sich zu entsprechenden Plänen auf Anfrage der Zeitung zunächst nicht.

Scholz will Schröder-Gespräche bei Vermittlung berücksichtigen

17:47 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz will bei seinen Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs auch die Gespräche berücksichtigen, die Altkanzler Gerhard Schröder (beide SPD) in Moskau führt. »Wir werden sicherlich die Ergebnisse zur Kenntnis nehmen können und auch einbeziehen können, in all das, was wir an eigenen Anstrengungen unternommen haben«, sagte Scholz am Freitag nach dem EU-Gipfel im französischen Versailles. Weiter wollte er sich zu der Initiative Schröders aber nicht äußern: »Das muss und kann ich zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht kommentieren.«

Ärzte ohne Grenzen warnt vor Medikamentenknappheit in ukrainischen Krankenhäusern

17:38 Uhr: In vielen ukrainischen Krankenhäusern könnten wegen des Krieges schon bald die Medikamente knapp werden. »Da die Krankenhäuser im Osten mit der steigenden Zahl von Verletzten überfordert sind, geht ihnen langsam das medizinische Material aus«, erklärte Anja Wolz, Nothilfekoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in der Ukraine. »Und wir wissen nicht, wie lange es dauern wird, bis Kiew von der Versorgung abgeschnitten sein wird.«

Ärzte ohne Grenzen habe in der vergangenen Woche eine erste Lieferung von drei Lastwagen mit 120 Kubikmetern medizinischer Hilfsgüter in die Ukraine geschickt, erklärte die Organisation. In den vergangenen Tagen trafen demnach weitere Hilfsgüter in der Ukraine ein und neue Lieferungen werden in den kommenden Tagen und Wochen folgen. Aber es sei zu befürchten, »dass es immer schwieriger wird, medizinische Hilfsgüter und medizinisches Personal dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden«, erklärte Wolz. »Zerstörung, Bombardierung aus der Luft, schwerer Artilleriebeschuss, Panzergefechte, eingekesselte Städte, erste Kampfhandlungen im Stadtgebiet, Menschen in Bunkern und Kellern, Mangel an Nahrung, Wasser und Strom - all das passiert gerade." Bisherige Lieferungen hätten sich auf chirurgisches, notfallmedizinisches und intensivmedizinisches Material und Medikamente konzentriert, erklärte Wolz. »Doch allmählich zeichnet sich ein breiterer Bedarf an anderen wichtigen medizinischen Gütern ab«, etwa Insulin oder Medikamente gegen Asthma und Bluthochdruck. »Einige dieser Medikamente müssen gekühlt transportiert werden, was den Transport noch schwieriger macht.«

Polnischer Präsident spricht von Russland als »Reich des Bösen«

17:27 Uhr: Der polnische Präsident Andrzej Duda hat in einer Rede vor beiden Kammern des polnischen Parlaments zu einer stärkeren Unterstützung der Ukraine aufgerufen. Kiew und andere ukrainische Städte dürften nicht das Schicksal Warschaus teilen, das im Zweiten Weltkrieg total zerstört wurde, sagte er anlässlich des Jahrestages des polnischen Nato-Beitritts im Jahr 1999. Als er über den russischen Angriff auf die Ukraine sprach, erinnerte er an die Worte des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan, der die Sowjetunion als »Reich des Bösen« bezeichnet hatte.

»Das, was Russland in der Ukraine macht, zeigt, dass das Reich des Bösen nie in die Geschichte eingegangen ist und heute erneut sein schlimmstes Gesicht zeigt«, sagte Duda. »Halten wir das Böse auf - das ist die Herausforderung für die gesamte freie Welt.« Polen und die anderen Staaten der Region hätten Recht gehabt, als sie den Westen vor »russischem Imperialismus« und der Abhängigkeit vor russischen Rohstoffen gewarnt hätten. Der russische Angriff auf die Ukraine habe nun allerdings eine Stärkung des nordatlantischen Bündnisses bewirkt, sagte Duda. Er zeige, wie wesentlich die Nato und eine starke Präsenz amerikanischer Truppen in Europa sei.

Ukrainische Hafenstadt Mariupol ist offenbar blockiert

17:20 Uhr: Die südostukrainische Hafenstadt Mariupol ist nach Angaben Russlands blockiert. »Alle Brücken und Zufahrten zur Stadt sind zerstört»«, sagte Generaloberst Michail Misinzew vom russischen Verteidigungsministerium in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax. Er behauptete, dass ukrainische »Nationalisten» die Hauptstraßen vermint hätten und wahllos das Feuer eröffnen würden. »Damit zwingen sie die Bevölkerung, in ihren Häusern zu bleiben.«

Es waren schon mehrere Anläufe gescheitert, Zivilisten über vereinbarte Fluchtkorridore zu retten. Beide Seiten warfen sich gegenseitig vor, gegen eine vereinbarte Waffenruhe verstoßen zu haben. Das ließ sich nicht unabhängig überprüfen. Knapp 50 Kilometer nördlich von Mariupol hätten prorussische Separatisten die Stadt Wolnowacha unter ihre Kontrolle gebracht. Die Bewohner hätten angeblich nicht evakuiert werden wollen, behauptete Misinzew. Wolnowacha stand aber noch am Morgen auf einer ukrainischen Liste mit Städten, die evakuiert werden sollten.

Biden warnt Russland vor Einsatz von Chemiewaffen in der Ukraine

17:14 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat Russland vor einem Einsatz von Chemiewaffen beim Angriffskrieg gegen die Ukraine gewarnt. »Russland würde einen hohen Preis zahlen, sollte es chemische Waffen einsetzen«, sagte Biden im Weißen Haus auf eine entsprechende Frage einer Journalistin. Zuletzt waren Befürchtungen laut geworden, der Kreml könnte mit Vorwürfen, die Ukraine verfüge über biologische oder chemische Waffen, einen Vorwand für einen eigenen Einsatz solcher Waffen schaffen.

Biden bekräftigte am Freitag erneut, die USA und ihre Nato-Partner würden keine militärische Konfrontation mit Russland suchen. »Wir werden keinen Krieg gegen Russland in der Ukraine führen«, sagte der US-Präsident. »Eine direkte Konfrontation zwischen der Nato und Russland ist der Dritte Weltkrieg.« Die Nato würde aber bei einem russischen Angriff »jeden Zentimeter« ihres Territoriums verteidigen.

Ex-SPD-Chef Müntefering kritisiert Schröders Moskau-Reise

17:08 Uhr: Die mutmaßliche Vermittlungsmission des Altkanzlers Gerhard Schröder (SPD) in Moskau stößt bei seinem einstigen Weggefährten und Parteikollegen Franz Müntefering auf Kritik. »Wenn Gerhard Schröder tatsächlich über Einfluss bei Wladimir Putin verfügen sollte und damit menschliches Leid abwenden könnte, ist die Frage, warum er sich nicht eingeschaltet hat, bevor es zu diesen abscheulichen Kriegsverbrechen in der Ukraine gekommen ist«, sagte der frühere SPD-Vorsitzende der »Stuttgarter Zeitung« und den »Stuttgarter Nachrichten«.

»Es jetzt ohne Wissen unserer demokratisch gewählten Regierung zu tun, ist dringend erklärungsbedürftig«, fügte Müntefering hinzu. »Gerhard Schröder muss sich öffentlich zu seinem Verhalten äußern.« Müntefering war ab 1998 zu Beginn von Schröders Kanzlerschaft Bundesverkehrsminister. Außerdem war er zweimal SPD-Chef: Von 2004 bis 2005 und von 2008 bis 2009. Dazwischen war er Bundesarbeitsminister und Vizekanzler unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Macron verspricht Hilfe Europas beim Wiederaufbau in der Ukraine

17:02 Uhr: Für den Wiederaufbau in der Ukraine nach dem derzeitigen Krieg hat der französische Präsident Emmanuel Macron Hilfe der Europäischen Union zugesagt. »Wir werden da sein, um wiederaufzubauen, was der brutale und ungerechtfertigte Angriffs Russlands zerstört hat«, sagte Macron am Freitag nach einem Gipfel der Staats- und Regierungschefs der EU in Versailles. Man werde versorgen, aufbauen und dabei helfen, wieder aufzustehen.

Macron sagte auch: »Wir unterstützen die Ukraine heute und wir werden sie so lange unterstützen, wie der Krieg dauert.« Der Ukraine zur Seite zu stehen sei neben diplomatischen Bemühungen und Sanktionen gegen Russland eine der drei Arten der Staatengemeinschaft, derzeit zu intervenieren.

Kreml beklagt »gefährlichen Hass« auf Russen im Westen

16:36 Uhr: Nach Russlands Angriff auf die Ukraine beklagt der Machtapparat in Moskau einen zunehmenden Hass in westlichen Staaten auf russische Bürger. »Das ist sehr gefährlich. Und unsere Mitbürger sollten sensibilisiert sein und entsprechende Vorsicht walten lassen«, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag der Agentur Interfax zufolge. Russland erwarte, dass andere Staaten »mit ihren Äußerungen nicht weiter einen Boden bereiten für Hass und Russophobie«. Peskow sagte, dass über kurz oder lang die Regierungen anderer Länder Maßnahmen ergreifen müssten, um die »Kampagne zu zerschlagen". Er reagierte damit auf Berichte von Russen im Ausland, die Ausgrenzung oder sogar Übergriffe beklagten. In Deutschland gibt es nach Erkenntnissen dortiger Behörden nur vereinzelte Vorfälle.

Viele Russen sprechen auch öffentlich von Scham für ihr Land oder kritisieren, dass bisweilen nicht mehr unterschieden werde zwischen den Unterstützern der Kreml-Linie und jenen, die die Politik von Präsident Wladimir Putin seit Jahren offen kritisierten. Einige beklagten, sie seien wegen ihrer Kritik an Putin nun schutzlos in ihrer Heimat. Peskow wiederum kritisierte Russen, die sich öffentlich von der Politik des Landes distanzierten. »Einem echten Russen ist es nie peinlich, russisch zu sein. Wenn jemand so redet, dann heißt es, dass er kein Russe ist«, meinte er. Öffentliche Kritik an Putins Krieg in der Ukraine wird in Russland gebrandmarkt.

Draghi: EU muss wegen Krisen Haushaltsregeln überdenken

16:32 Uhr: Die EU muss nach Darstellung des italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen wie des Kriegs in der Ukraine die bisherigen Haushaltsregeln überdenken. Europa stünden Kosten bezüglich der Verteidigung, des Klimas und des Energiewandels ins Haus, sagt er. »Wir müssen einen Kompromiss darüber finden, woher die Mittel kommen sollen, denn im nationalen Haushalt ist kein Platz dafür. Wir brauchen eine europäische Antwort.«

Harris: Putin zeigt keine Bereitschaft zur Diplomatie

16:11 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin zeigt nach Darstellung von US-Vizepräsidentin Kamala Harris keine Bereitschaft zur Diplomatie. Bei einem Besuch in Rumänien kündigte Harris zudem Hilfe der USA bei der Versorgung der Flüchtlinge dort an. Ebenso sicherte sie den Nato-Mitgliedsstaaten den Schutz zur Verteidigung zu. Es sei notwendig, die Nato-Kampfgruppe in Rumänien so schnell wie möglich einsatzbereit zu machen, so Harris. Ebenso verurteilte die US-Politikerin die Attacken Russlands gegen Zivilisten in der Ukraine scharf.

Mehr als 10.000 ukrainische Flüchtlinge in Griechenland und Zypern

15:49 Uhr: Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine sind in Griechenland und Zypern gut 10.000 ukrainische Flüchtlinge eingetroffen. In Griechenland kamen bislang 7142 Menschen an. Darunter seien 2289 Minderjährige, teilte das griechische Bürgerschutzministerium am Freitag mit. Im benachbarten EU-Land Zypern kamen laut zyprischem Staatsfunk bisher mehr als 3000 Menschen aus der Ukraine an.

In Griechenland bekämen alle Flüchtlinge aus der Ukraine unbürokratisch für die nächsten zwölf Monate eine Sozialversicherungs- und Steuernummer, teilte Migrationsminister Notis Mitarakis bei einem Besuch des bulgarisch-griechischen Grenzübergangs Promahon mit.

Griechenland verfügt wegen der bisherigen Flüchtlingskrise nach dem Syrienkrieg über Flüchtlingslager mit einer Aufnahmekapazität für 60.000 Menschen. 30.000 Plätze davon seien derzeit frei, hieß es. Zudem würden viele der Menschen bei Verwandten und Freunden unterkommen. In Griechenland leben zahlreiche Ukrainer, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 nach Griechenland emigriert waren.

Kriegsflüchtlinge sollen Integrationskurse besuchen können

15:44 Uhr: Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sollen rasch Zugang zu Integrations- und Berufssprachkursen erhalten. Darauf haben sich die Bundesministerien für Inneres und für Arbeit geeinigt, wie ein Sprecher des Arbeitsressorts am Freitag in Berlin bestätigte. Das Nachrichtenportal »The Pioneer« berichtete zuerst darüber. Vorgesehen ist, dass die Flüchtlinge mit einem bestimmten Aufenthaltstitel Arbeit hierzulande aufnehmen und Integrationskurse besuchen können. Auch berufsbezogene Sprachkurse seien auf dieser Grundlage möglich.

Zuvor hatte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) nach einer Besprechung mit den Innenministern der Länder und Vertretern der kommunalen Spitzenverbände mitgeteilt, dass Geflüchtete, die nicht privat in Familien oder bei Bekannten untergebracht und versorgt werden, verstärkt nach dem Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer verteilt werden.

EU will weitere Waffenlieferungen an die Ukraine finanzieren

15:22 Uhr: Die EU will weitere 500 Millionen Euro für die Lieferung von Waffen und Ausrüstung an die ukrainischen Streitkräfte zur Verfügung stellen. Das kündigte EU-Ratschef Charles Michel am Freitag nach Beratungen der Staats- und Regierungschefs im französischen Versailles an.

Engpässe bei Ernte befürchtet: Selenskyj ruft zur Aussaat auf

15.03 Uhr: Angesichts befürchteter Engpässe bei der Versorgung mit Getreide wegen des Ukrainekriegs hat Präsident Wolodymyr Selenskyj die Agrarunternehmen seines Landes zur Aussaat aufgerufen. »Im ganzen Land (...) müssen wir in diesem Frühling, wie jeden Frühling, eine vollwertige Aussaat machen – soweit das möglich ist«, sagte das Staatsoberhaupt am Freitag in einer Videoansprache. Er schränkte aber mit Blick auf die Kämpfe gegen die russische Armee ein: »Alles hängt von den Menschen und der Situation ab. Denn dabei geht es um das Leben.«

Die Ukraine gilt als eine »Kornkammer Europas«. Das Land ist weltweit der fünftgrößte Weizenlieferant. In der EU sind einzelne Länder wie Frankreich oder Deutschland zwar ebenfalls große Akteure auf dem internationalen Getreidemarkt, doch die geernteten Mengen in der Ukraine und deren Ausfuhren können die Preise weltweit beeinflussen. Die Ukraine ist zudem weltgrößter Exporteur von Sonnenblumenöl. Der Krieg hatte bereits zu Engpässen etwa in der Türkei geführt. Weitere wichtige Agrarprodukte aus der Ukraine sind Mais und Raps.

Ifo erwartet weniger Wachstum wegen Ukrainekrieg

14.46 Uhr: Angesichts des Ukrainekrieges und steigender Preise will das Ifo-Institut seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft senken. »Wir müssen unsere Wachstumsrate für dieses Jahr, die wir bis vor Kurzem erwartet haben, deutlich stutzen«, sagt Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser dem Portal »t-online«. »Wir rechnen für dieses Jahr aber immer noch mit einem Wachstum von etwa drei Prozent.« Im Dezember 2021 waren die Münchner Wirtschaftsforscher noch von 3,7 Prozent ausgegangen. Die neue Prognose soll am 23. März vorgestellt werden.

Kanada verhängt Sanktionen gegen Chelsea-Eigner Abramowitsch

14.41 Uhr: Auch Kanada verhängt Sanktionen gegen den russischen Oligarchen und Besitzer des englischen Fußballklubs Chelsea London, Roman Abramowitsch. Zudem werden Sanktionen gegen vier weitere Russen erlassen und die Lieferungen von Verteidigungsausrüstung an 32 russische Unternehmen und Regierungsstellen verboten. »Diese Personen werden daran gehindert, in Kanada Geschäfte zu machen, und ihre Vermögenswerte werden eingefroren«, sagt der kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau bei einem Besuch in Warschau. Wegen der Invasion Russlands in die Ukraine verhängte Kanada bereits am Montag Sanktionen gegen zehn Personen, die der russischen Führung nahestehen. Trudeau schließt eine Luftbrücke nicht aus, um den Ukrainern zu helfen, die aus dem Land geflohen sind. Die kanadische Regierung prüfe alle Optionen und plane, mehr zu tun, um zu helfen.

Kriegsflüchtlinge sollen auf Länder verteilt werden

14.36 Uhr: Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sollen nun doch zumindest teilweise nach bestimmten Regeln auf die einzelnen Bundesländer verteilt werden. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) teilte am Freitag nach einer Besprechung mit den Innenministern der Länder und Vertretern der kommunalen Spitzenverbände mit: »Wir haben heute Vormittag vereinbart, dass wir nun verstärkt nach dem Königsteiner Schlüssel diejenigen Geflüchteten auf die Länder verteilen, die nicht privat in Familien oder bei Bekannten untergebracht und versorgt werden.«

Bei der Verteilung von Asylbewerbern auf die Länder kommt der sogenannte Königsteiner Schlüssel zur Anwendung. Rechtlich möglich ist es, diesen auch für die Aufnahme der Ukraine-Flüchtlinge zu nutzen. Faeser hatte am vergangenen Mittwoch nach einer Sondersitzung des Innenausschusses des Bundestages noch erklärt, dies sei zunächst nicht erforderlich. Etliche Landesregierungen sehen das jedoch anders. Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine sind laut Bundespolizei knapp 110 000 Kriegsflüchtlinge nach Deutschland gekommen. Nach Uno-Angaben haben seit dem 24. Februar bereits mehr als 2,5 Millionen Menschen aus der Ukraine im Ausland Zuflucht gesucht. Die meisten blieben zunächst in den Nachbarländern.

Nawalny-Vertraute auf Fahndungsliste

13.58 Uhr: Russische Behörden haben die Sprecherin des Kremlkritikers Alexej Nawalny, Kira Yarmysh, auf eine Fahndungsliste gesetzt und fordern nun eine Gefängnisstrafe für sie. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich auf Datenbanken des Innenministeriums und der Gerichte.

»Alles, was jetzt noch übrig bleibt, ist, noch besser zu arbeiten!« schrieb Yarmysh in einem Twitter-Beitrag am Freitag als Reaktion auf die Ankündigung. Yarmysh hatte Russland letztes Jahr verlassen, nachdem ein Gericht ihre Bewegungsfreiheit wegen Verstoßes gegen die Corona- Sicherheitsregeln für 18 Monate eingeschränkt hatte.

Nawalny selbst war im vergangenen Jahr inhaftiert worden. Über seine Anwälte und Verbündete kann er weiterhin Social-Media-Beiträge veröffentlichen. Am Freitag rief er  zu Antikriegsprotesten in Moskau und anderen Städten für Sonntag auf.

Russland droht Facebook-Mutterkonzern Meta mit Abschaltung

13.30 Uhr: Die russische Regierung droht dem Facebook-Mutterkonzern Meta mit der Abschaltung. Sollte der Reuters-Bericht korrekt sein, wonach Nutzerinnen und Nutzer in einigen Ländern über Facebook wie auch Instagram zu Gewalt gegen Russland und russische Soldaten aufrufen dürften, würden jegliche Aktivitäten dieses Unternehmens eingestellt, sagte der Sprecher des russischen Präsidialamts Dmitri Peskow am Freitag.

Stoltenberg betont erneut, offenen Krieg mit Russland verhindern zu wollen

13.21 Uhr: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat bekräftigt, dass die westliche Allianz einen offenen Krieg mit Russland verhindern will. »Wir sind verantwortlich dafür zu verhindern, dass sich dieser Konflikt über die Grenzen der Ukraine hinaus intensiviert und zu einem offenen Krieg zwischen Russland und der Nato wird«, sagte Stoltenberg am Freitag im türkischen Antalya im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Stoltenberg verteidigte die Weigerung der Nato, über der Ukraine eine Flugverbotszone einzurichten, um die Bevölkerung vor russischen Bombenangriffen zu schützen.

Uno: möglicherweise russische Kriegsverbrechen in der Ukraine

12.58 Uhr: Das Uno-Hochkommissariat für Menschenrechte hat in der Ukraine zahlreiche russische Angriffe auf zivile Ziele dokumentiert. Dabei könne es sich um Kriegsverbrechen handeln, sagte eine Sprecherin des Hochkommissariats am Freitag in Genf. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind seit Beginn des Krieges am 24. Februar mindestens 26 Gesundheitseinrichtungen angegriffen worden. Dabei seien zwölf Menschen umgekommen und 34 verletzt worden, sagte ein Sprecher in Genf.

Die Sprecherin des Hochkommissariats sprach von »offenbar wahllosen Angriffen«, bei denen Zivilisten getötet und verletzt wurden, was nach dem humanitären Völkerrecht verboten ist. Russische Streitkräfte setzten nach bisherigen Beobachtungen in der Nähe von bewohnten Gebieten Raketen sowie schwere Artilleriegranaten ein und griffen aus der Luft an. Es gebe glaubhafte Berichte über den Einsatz von Streumunition.

Sie bekräftigte, dass ein vor wenigen Tagen in Mariupol angegriffenes Gebäude eine funktionierende Geburtsklinik war. Vertreter Russlands behaupten, in dem Gebäude sei ein Lager ukrainischer Kämpfer gewesen. Bei dem Angriff seien 17 Zivilisten verletzt worden, sagte die Sprecherin des Uno-Hochkommissariats für Menschenrechte. Berichte, dass dabei drei Menschen ums Leben kamen, würden noch geprüft.

Lauterbach bezeichnet russische Angriffe auf medizinische Einrichtungen als »Tiefpunkt der Kriegsführung«

12.42 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat den Beschuss auf Gesundheitseinrichtungen in der Ukraine als »absoluten Tiefpunkt der Kriegsführung« kritisiert. »Ich möchte es als Minister und Arzt verurteilen, dass der hasserfüllte und unentschuldbare Krieg hier so geführt wird, dass gezielt medizinische Einrichtungen angegriffen werden«, sagte Lauterbach am Freitag in Berlin.

Durch Kampfmaßnahmen könne und wolle Deutschland nicht eingreifen. »Aber wir werden zumindest alles tun, was wir können, um Flüchtlinge, Versehrte, Verwundete hier in Deutschland so gut, wie wir es können, medizinisch zu behandeln«, sagte er. Deutschland wolle eine führende Rolle bei der medizinischen Versorgung von Kriegsopfern und geflüchteten Menschen aus der Ukraine spielen, bekräftigte Lauterbach.

Nach Angaben der Stadt wurden bei einem Angriff auf das Gebäude einer Geburtsklinik in Mariupol am Mittwoch drei Menschen getötet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Dienstag mitgeteilt, dass bis dahin 16 Berichte über Attacken auf das Gesundheitswesen in der Ukraine bestätigt wurden und weitere überprüft würden.

Bundesregierung will Unternehmen unterstützen

12.27 Uhr: Die Bundesregierung plant Hilfen für Unternehmen, die von den westlichen Sanktionen gegen Russland betroffen sind. Aktuell werde an einem Kredit-Hilfsprogramm gearbeitet, um diejenigen Unternehmen, die von den EU-Sanktionen gegen Russland hart getroffen sind, zu unterstützen, hieß es am Freitag aus dem Bundeswirtschaftsministerium. »Dabei schauen wir uns auch den Beihilferahmen der EU genau an. Denn davon hängen viele Fragen ab«, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Die Europäische Kommission hatte am Donnerstag vorgeschlagen, dass von den Folgen des Kriegs gegen die Ukraine betroffenen Unternehmen Darlehen mit besonders günstigen Zinsen oder begrenzt Zuschüsse wegen der derzeit stark angestiegenen Gas- und Strompreise gewährt werden können. So sollen die Folgen der Russland-Sanktionen für Unternehmen in der EU abgemildert werden. Die EU-Länder haben die Möglichkeit, zu dem Vorschlag Stellung zu nehmen.

Kremlsprecher Peskow hat keine Informationen über Treffen zwischen Schröder und Putin

12.15 Uhr: Kremlsprecher Dmitri Peskow hat Berichte über Gespräche von Altkanzler Gerhard Schröder beim russischen Präsidenten Wladimir Putin nicht bestätigt. Auf die Frage von Journalisten nach einem Treffen des SPD-Politikers mit dem Kremlchef sagte Peskow am Freitag in Moskau der Agentur Interfax zufolge: »Ich habe keine Informationen zu Schröder. Ich kann Ihnen nichts sagen.« Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur fand ein erstes Gespräch am Donnerstag statt. Ob weitere geplant sind, blieb zunächst unklar. Aus der Bundesregierung verlautete zuvor, dass die Reise nicht mit ihr abgesprochen gewesen sei.

Russische Armee soll psychiatrisches Krankenhaus angegriffen haben

12.04 Uhr: Russische Streitkräfte sollen in der ostukrainischen Stadt Charkiw offenbar ein psychiatrisches Krankenhaus beschossen haben. Das teilte der Regionalgouverneur, Oleh Synegubow, auf dem Nachrichtendienst Telegram mit. Demnach seien 330 Menschen in der Klinik gewesen. Laut Synegubow sind unter den Patienten der Klinik 50 Personen bettlägerig, zehn weitere sitzen demnach im Rollstuhl. 73 Personen hätten bereits in eine benachbarte Schule gebracht werden können, die Zahl der Opfer werde noch ermittelt. Syngegubow schreibt von einem »zynischen und brutalen Angriff auf Zivilisten«. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig verifizieren.

ARD und ZDF nehmen Berichterstattung aus Moskau wieder auf

11.58 Uhr: ARD und ZDF nehmen in den kommenden Tagen die Berichterstattung aus Moskau wieder auf. Nach knapp einwöchiger Unterbrechung werde wieder aus den Studios in Moskau »über die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation in Russland« berichtet, teilte der Westdeutsche Rundfunk am Freitag in Köln mit. Über die militärische Lage in der Ukraine werde allerdings von anderen Standorten der beiden öffentlich-rechtlichen Sender geleistet.

Die Berichterstattung war am vergangenen Wochenende vorübergehend ausgesetzt worden, um die Folgen des neuen Mediengesetzes in Russland zu prüfen, das unter anderem Falschinformationen aus Sicht der russischen Regierung über die russischen Streitkräfte und den Krieg in der Ukraine unter Strafe stellt.

UNO: 2,5 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen

11.47 Uhr: Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine sind nach Angaben der Vereinten Nationen 2,5 Millionen Menschen aus dem Land geflohen. Die Zahl der Binnenflüchtlinge sei auf rund zwei Millionen angestiegen, erklärte Filippo Grandi, Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

»Millionen Menschen sind gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen wegen dieses sinnlosen Krieges«, fügte Grandi hinzu. Von den 2,5 Millionen Menschen, die aus der Ukraine flohen, kommen 116.000 Menschen aus Drittstaaten, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) in einer weiteren Mitteilung erklärte.

Kiew: Kriegsschäden sollen bereits 100 Milliarden Euro übersteigen

11.34 Uhr: Der russische Krieg gegen die Ukraine soll nach Angaben aus Kiew bereits Schäden von umgerechnet mehr als 100 Milliarden Euro verursacht haben. »Heute ist diese Ziffer konkretisiert worden – es sind 119 Milliarden US-Dollar«, sagte Vize-Wirtschaftsminister Denys Kudin am Freitag laut der staatlichen Nachrichtenagentur Ukrinform. Unabhängig überprüfen ließ sich diese Zahl zunächst nicht.

Die Summe steige mit jedem Kriegstag, sagte Kudin. Das Ministerium berücksichtige in seine Berechnungen sowohl direkte Schäden als auch indirekte Verluste durch den Rückgang der Wirtschaftsleistung. Zuvor hatte das Präsidentenbüro die Zerstörungen allein in der ersten Kriegswoche auf umgerechnet rund 92 Milliarden Euro beziffert.

Putin will »freiwillige« Kämpfer in die Ukraine entsenden

11.02 Uhr: Laut Putin wollen angeblich 16.000 Kämpfer aus dem Nahen Osten für Moskau in den Kampf ziehen – nun möchte er deren Einreise erleichtern. »Wenn man sieht, dass es Menschen gibt, die auf freiwilliger Basis helfen wollen, dann muss man ihnen auf halbem Weg entgegenkommen und ihnen helfen, in die Kampfgebiete zu ziehen«, sagte Putin bei einer im Fernsehen übertragenen Sitzung des Sicherheitsrats zu Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Konkret meint er Hilfe für die prorussischen Separatisten in der Ostukraine.

EU-Außenbeauftragter schlägt 500 Millionen Euro zusätzlich an Militärhilfe für Ukraine vor

10.59 Uhr: Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell will die europäische Militärhilfe für die Ukraine um 500 Millionen Euro erhöhen. Dies habe er den Staats- und Regierungschefs vorgeschlagen, sagte Borrell am Freitag beim EU-Gipfel in Versailles. Wenn die Mitgliedstaaten dem zustimmen, würden sich die Mittel für den gemeinsamen Kauf und die Lieferung von Waffen aus dem europäischen Militärfonds auf eine Milliarde Euro erhöhen. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hatten die EU-Länder einer ersten Tranche von 500 Millionen Euro aus der sogenannten Friedensfazilität zugestimmt.

Ukrainische Vizeregierungschefin kündigt neue Fluchtrouten an

10.56 Uhr: Die ukrainische Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk hat neue Fluchtrouten zur Evakuierung von Zivilisten aus den umkämpften Gebieten angekündigt. Zur seit Tagen belagerten Hafenstadt Mariupol im Gebiet Donezk sagte sie am Freitag: »Wir warten und hoffen, dass heute diese Route funktioniert.« Lastkraftwagen mit Hilfsgütern und leeren Bussen seien aus Saporischschja Richtung Mariupol unterwegs. Im Donezker Gebiet soll ebenfalls ein Versuch unternommen werden, Menschen aus Wolnowacha nach Pokrowsk zu bringen. Im Gebiet Charkiw werde es erneut einen Korridor zwischen der umkämpften Kleinstadt Isjum und Losowa geben.

Nukleares Forschungszentrum in Charkiw offenbar erneut beschossen

10.36 Uhr: Nach Angaben der ukrainischen Atomaufsichtsbehörde soll in der Stadt Charkiw im Osten der Ukraine erneut ein nukleares Forschungszentrum beschossen worden sein. Das teilte die staatliche Behörde in der Nacht zum Freitag mit. Demnach soll Russland am Donnerstagabend bereits zum zweiten Mal dieselbe Atomforschungsanlage am nördlichen Stadtrand der Millionenstadt beschossen haben. Den Angaben nach sei die Anlage nun ohne Strom, am Gebäude gebe es oberflächliche Schäden.

Am Charkiwer Institut für Physik und Technologie befindet sich ein Forschungsreaktor, der mit schwach angereichertem Uran betrieben wird. Laut Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) wurden beide ukrainischen Forschungsreaktoren – ein zweiter befindet sich in Kiew – bereits Ende Februar heruntergefahren.

Bereits mehr als 1,5 Millionen Ukrainer nach Polen geflohen

10.10 Uhr: Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine sind nach Angaben des polnischen Grenzschutzes bereits mehr als 1,5 Millionen Ukrainer nach Polen geflohen. Seit Mitternacht seien 24 500 Menschen aus dem Nachbarland eingetroffen, berichtete die Behörde im Kurznachrichtendienst Twitter. Damit habe sich die Zahl der Ukrainer, die vor dem Krieg in ihrer Heimat nach Polen geflohen seien, auf etwa 1,52 Millionen Menschen erhöht.

Flüchtlinge aus der Ukraine kommen im Ankunftszentrum Reinickendorf an

Flüchtlinge aus der Ukraine kommen im Ankunftszentrum Reinickendorf an

Foto: Annette Riedl / dpa

Mehr als 109.000 Kriegsflüchtlinge aus Ukraine in Deutschland eingetroffen

09.57 Uhr: Die Zahl der in Deutschland eingetroffenen Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine hat die Marke von 100.000 Menschen überschritten. Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mitteilte, wurden bis Freitagvormittag 109.183 Flüchtlinge registriert. Dies sind 13.270 mehr als am Donnerstag. Die tatsächliche Zahl könne aber »bereits wesentlich höher« sein, erläuterte der Sprecher. Es gebe zwar verstärkte Kontrollen der Bundespolizei, aber keine festen Grenzkontrollen.

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Mit seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine hat der Kremlchef den Westen überrumpelt. Dabei hat er diese Eskalation seit 20 Jahren gesucht. Gibt es noch einen Ausweg? Mit dieser Frage hat sich unser Kollege Christian Neef beschäftigt .

Erster Containerzug der »Schienenbrücke« in die Ukraine gestartet

09.36 Uhr: Ein erster Containerzug mit 350 Tonnen Hilfsgütern ist auf der sogenannten Schienenbrücke der Deutschen Bahn in die Ukraine gestartet. Der Zug mit den 15 Containern fuhr in der Nacht zum Freitag vom Rangierbahnhof Seddin bei Berlin Richtung Kiew ab, wie die Bahn mitteilte. Zur Hilfslieferung gehören unter anderem Schlafsäcke, Isomatten, Windeln, Konserven mit Lebensmitteln, Trinkwasser, warme Kleidung und Babynahrung sowie medizinische Produkte wie Spritzen.

Die Deutsche Bahn hat für ihre Ukraine-Hilfe ein Logistiknetzwerk auf Schiene und Straße aufgebaut, um Hilfsgüter von Deutschland direkt in die Ukraine zu befördern. Damit können in den kommenden Wochen per Lastwagen und im Hauptlauf auf der Schiene tausende Tonnen Lebensmittel, Trinkwasser und Sanitärartikel direkt in das Land gebracht werden.

BIZ schließt russische Zentralbank von Dienstleistungen aus

09.30 Uhr: Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat die russische Zentralbank von allen Dienstleistungen und Treffen suspendiert. Das teilte am Donnerstag ein Sprecher der BIZ mit, die auch als »Bank der Zentralbanken« bezeichnet wird. Die BIZ handle damit im Einklang mit den internationalen Sanktionen gegen Russland und werde damit nicht zu einer »Möglichkeit«, diese Sanktionen zu umgehen.

Die Suspendierung bedeute den Ausschluss von allen Dienstleistungen und Treffen der BIZ, sagte der Sprecher weiter. In der BIZ sind 63 Zentralbanken weltweit Mitglied, die wiederum Länder vertreten, die zusammen 95 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaften. In der Organisation regeln die Zentralbanken ihre Zusammenarbeit untereinander und mit anderen Finanzinstitutionen. Bei den Sitzungen der Zentralbankchefinnen und -chefs geht es unter anderem um die internationale Finanzstabilität.

EU-Kommissionsvize: Brauchen weitere Sanktionsmöglichkeiten

09.12 Uhr: Der Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, hat den bisherigen Verzicht auf einen kompletten Stopp russischer Energieimporte verteidigt. Zwar lägen jetzt alle Optionen auf dem Tisch, sagte er am Freitagmorgen im »Deutschlandfunk«. »Aber wir müssen noch die Möglichkeit haben, weitere Sanktionen zu treffen. Der Krieg hat jetzt wirklich barbarische Formen angenommen.« Wenn etwa Krankenhäuser bombardiert würden, müsse es noch die Möglichkeit weiterer Verschärfungen geben.

Selenskyj: Rund 100.000 Menschen binnen zwei Tagen aus ukrainischen Städten in Sicherheit gebracht

8.37 Uhr: Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge sind in der Ukraine binnen zwei Tagen etwa 100.000 Menschen aus umkämpften Städten in Sicherheit gebracht worden. Allein am Donnerstag konnten demnach 40.000 Menschen über die mit Russland ausgehandelten Fluchtkorridore aus belagerten Städten fliehen. Die meisten Menschen konnten aus umkämpften Vororten Kiews sowie den Städten Sumy im Nordosten und Isjum im Osten entkommen. Das Militär warnte, dass Russland die Einkesselung Kiews weiter vorantreibe.

Selenskyj sagte in seinem Video aus der Nacht zum Freitag, dass Russland Evakuierungsaktionen in Mariupol und Wolnowacha im Südosten verhindert habe. Er bezichtigte das russische Militär des Angriffs auf einen Fluchtkorridor aus der belagerten Hafenstadt Mariupol.

»Die russischen Truppen stellten das Feuer nicht ein. Trotzdem habe ich beschlossen, einen Fahrzeugkonvoi nach Mariupol zu schicken, mit Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten«, sagte Selenskyj in dem Video. »Aber die Besatzer haben einen Panzerangriff genau dort gestartet, wo dieser Korridor verlaufen sollte.« Er bezeichnete den Angriff als einen Akt »unverschämten Terrors von erfahrenen Terroristen«.

Bahn-Chef Lutz kündigt weitere Hilfszüge für Ukraine an

8.28 Uhr: Die Bahn will nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Richard Lutz weitere Züge mit Hilfsgütern in die Ukraine schicken. Ein erster Zug der sogenannten Schienenbrücke ist in der Nacht zu Freitag in der Nähe von Berlin abgefahren. »Es wird nicht der letzte Zug dieser Schienenbrücke sein, sondern wir werden in den nächsten Tagen zusätzliche Züge auf den Weg bringen können, mit Hilfsgütern, die vor Ort benötigt werden, dringend benötigt werden«, kündigte Lutz am Freitag im ZDF-»Morgenmagazin« an.

Der erste Zug der »Schienenbrücke« mit 15 Containern hat 350 Tonnen Hilfsgüter an Bord. Er sei mittlerweile hinter der polnischen Grenze, sagte Lutz. Es gehe weiter in die Ukraine, dort sollten die Güter mit Lastwagen zu den Menschen gebracht werden.

Twitter grenzt Verbreitung belarussischer Staatsmedien ein

7.42 Uhr: Im Kampf gegen Falschinformationen durch Russland schränkt der Kurznachrichtendienst Twitter die Verbreitung von Nachrichten belarussische Staatsmedien ein. Beiträge würden als staatlich unterstützt gekennzeichnet, teilte der US-Konzern mit. Dies bedeutet auch, dass entsprechende Tweets seltener in Suchresultaten und Empfehlungen auftauchen. Zu den betroffenen Medien zählt die russische Nachrichtenagentur BelTa. Russland und Belarus sind enge Verbündete.

Russland behauptet, zwei ukrainische Flugplätze zerstört zu haben

7.31 Uhr: Russland hat Agenturberichten zufolge die Fliegerhorste in den ukrainischen Städten Lutsk und Iwano-Frankiwsk angegriffen und sie zerstört. Die Agenturen beziehen sich auf Aussagen des Sprechers des russischen Verteidigungsministeriums Igor Konaschenkow. Ihm zufolge wurden seit Beginn des von Russland bezeichneten militärischen Sondereinsatzes 3213 militärische Einrichten der Ukraine zerstört.

Zugleich sollen von Russland unterstützte Rebellen die ukrainische Stadt Wolnowacha im Norden der belagerten Hafenstadt Mariupol eingenommen haben. Wolnowacha hat als nördlichen Zugang zu Mariupol strategische Bedeutung.

Rettungsdienste: Luftangriffe auf zivile Ziele in Dnipro in Zentralukraine

6.48 Uhr: Bei Luftangriffen auf zivile Ziele in der Stadt Dnipro in der Zentralukraine ist nach Angaben der Rettungsdienste mindestens ein Mensch getötet worden. Am frühen Morgen »gab es drei Luftangriffe in der Stadt, die einen Kindergarten, ein Apartmenthaus und eine zweistöckige Schuhfabrik trafen«, erklärten die Rettungskräfte. »Eine Person kam ums Leben.« Die Stadt mit etwa einer Million Einwohnern war bislang von größeren russischen Angriffen verschont geblieben.

Österreichs Kanzler begrüßt Vermittlungsversuch Schröders

6.27 Uhr: Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer hat das Treffen des deutschen Altkanzlers Gerhard Schröder mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau begrüßt. »Ich glaube, dass alle Möglichkeiten genutzt werden müssen, um Gesprächskanäle herzustellen«, sagte Nehammer in der Nacht zum Freitag am Rande des EU-Gipfels in Versailles bei Paris. Die Qualität der Vermittlungsbemühungen werde man bewerten müssen, wenn Schröder dann über Ergebnisse berichte.

Kurz zuvor war bekannt geworden, dass Schröder nach Moskau gereist ist, um mit Putin Gespräche über den Ukraine-Krieg zu führen. Entsprechende Berichte des Nachrichtenportals »Politico« und der »Bild«-Zeitung wurden der Deutschen Presse-Agentur bestätigt. Nach dpa-Informationen fand ein erstes Gespräch zwischen Schröder und Putin am Donnerstag statt. Ob weitere geplant sind, blieb zunächst unklar.

Nehammer wandte sich nach dem ersten Gipfeltag zudem klar gegen Forderungen von Ländern wie Polen, ein Einfuhrverbot für russisches Gas zu beschließen, um Russland eine seiner Haupteinnahmequellen für die Finanzierung des Kriegs gegen die Ukraine zu nehmen. »Österreich kann jetzt nicht sagen, wir verzichten auf russisches Erdgas, wir brauchen es«, sagte Nehammer. »Das ist derzeit noch ein Faktum.«

Psychologen wollen Putin per Brief vom Krieg abbringen

6.10 Uhr: Psychologen aus rund 20 Ländern wollen mit einem Offenen Brief den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum Umdenken bewegen. »Wir schreiben an Sie, um unser wissenschaftliches und praktisches Wissen über die Konsequenzen eines Krieges für denjenigen, der den Krieg beginnt, mit Ihnen zu teilen und einen Ausweg aus dieser gefährlichen Situation aufzuzeigen«, beginnt das Schreiben, das von den hessischen Sozialpsychologen Rolf van Dick (Uni Frankfurt) und Ulrich Wagner (Uni Marburg) initiiert wurde. Unterschrieben haben knapp 40 Kollegen von den USA bis Polen, Norwegen bis Südafrika, Indien und Pakistan.

Mit dem Brief wollen sie Putin über »negative Effekte« seiner Politik in Kenntnis setzen, wie sie schreiben. Mit Verweis auf wissenschaftliche Fachliteratur erklären sie, welche Prozesse der Krieg gegen die Ukraine im Einzelnen in Gang setzt. Letztendlich führe all das »zur Ablehnung, Isolation und physischer Bedrohung« der als verantwortlich geltenden politischen Führungspersonen.

Bürger auf beiden Seiten eines Krieges erlebten »nationale Isolierung«, heißt es in dem Brief. Das führe zu einem Streben nach Veränderungen. Aus ökonomischen Krisen entstehe das Gefühl, benachteiligt zu sein »und dieses Gefühl ist häufig der Auslöser für Widerstand, Protest und Revolutionen gegen staatliche Institutionen«.

Grünen-Sozialexperte fordert weitere Entlastungen wegen Kriegsfolgen

6.06 Uhr: Angesichts explodierender Energiepreise hat sich der Grünen-Sozialexperte Andreas Audretsch für weitere Entlastungen für Geringverdiener und Bedürftige ausgesprochen. »Wir werden mit dem ersten Entlastungspaket einen wichtigen Schritt gehen, damit die Menschen in Deutschland die steigenden Preise besser verkraften können«, sagte Audretsch der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. »Allerdings ist angesichts der Folgen des Kriegs in der Ukraine deutlich, dass dieses Paket nicht ausreicht." Der Sozial- und Haushaltspolitiker mahnte "weitere Entlastungen« an.

Die Ampel hatte sich im Februar unter anderem auf eine Anhebung der Pendlerpauschale für Fernpendler, die Streichung der EEG-Umlage und einen Zuschlag für Bedürftige verständigt.

EU dämpft Hoffnung der Ukraine auf baldige Mitgliedschaft

5.42 Uhr: Die EU hat die Hoffnung der Ukraine auf eine baldige Mitgliedschaft gedämpft. In einer in der Nacht zu Freitag in Versailles veröffentlichten Erklärung der Staats- und Regierungschefs heißt es, die EU unterstütze die Ukraine auf ihrem »europäischen Weg«. Die von Kiew geforderte Schnellmitgliedschaft hatten unter anderem Frankreich, die Niederlande und Luxemburg zuvor ausgeschlossen.

In der Versailler Erklärung heißt es, die Ukraine habe »das Recht, über ihr eigenes Schicksal zu entscheiden«. Darin wird auf den Antrag auf EU-Mitgliedschaft verwiesen, den Präsident Wolodymyr Selenskyj Ende Februar gestellt hatte, nur wenige Tage nach dem russischen Einmarsch in sein Land.

Dem von Kiew gewünschten Schnellbeitritt erteilten mehrere Staats- und Regierungschefs aber eine Absage. »Es gibt kein Eilverfahren für die Mitgliedschaft«, sagte etwa der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte in Versailles. Der französische Gipfel-Gastgeber Emmanuel Macron sagte, die EU könne kein »Beitrittsverfahren mit einem Land im Krieg« eröffnen.

US-Senat beschließt neuen Haushalt inklusive Hilfspaket für Ukraine

5.38 Uhr: Der US-Senat hat am Donnerstagabend (Ortszeit) dem neuen US-Haushalt zugestimmt, der auch ein milliardenschweres Hilfspaket für die Ukraine vorsieht. In dem insgesamt 1,5 Billionen Dollar (1,4 Billionen Euro) schweren Entwurf für die Ausgaben im restlichen Haushaltjahr sind fast 14 Milliarden Dollar an direkten Hilfen für das Kriegsland sowie Maßnahmen zur Bewältigung der Auswirkungen des Konflikts vorgesehen. Nach der Zustimmung beider Kammern des Kongresses kann US-Präsident Joe Biden das Gesetz nun unterzeichnen.

Sechs Löwen aus Ukraine gerettet

5.26 Uhr: Sechs Löwen sind wegen des Krieges aus der Ukraine und nach Spanien und Belgien gebracht worden. Unter den geretteten Tieren waren auch sechs Tiger, zwei Wildkatzen und ein Wildhund, wie die zuständigen Tierauffangstationen mitteilten. Insbesondere die Löwen waren demnach in der Ukraine bereits vor Kriegsausbruch unter schlechten Bedingungen gehalten worden.

Vier der Löwen und der Wildhund wurden am Mittwoch in eine Auffangstation im spanischen Alicante gebracht, wie die niederländische Tierschutzorgansiation AAP erklärte. Zwei weitere Löwen namens Zar und Dschamil seien am Mittwoch vom Natuurhulpcentrum in der Provinz Limburg im Osten Belgiens aufgenommen worden, erklärte die Einrichtung auf Facebook. Die Tiger und die Wildkatzen befinden sich in einem Zoo im polnischen Posen.

Die Tiere waren allesamt vergangene Woche zunächst nach einer zweitägigen Odyssee entlang der Frontlinien per Lastwagen aus einem Schutzgebiet in der Nähe von Kiew in den polnischen Zoo gebracht worden.

Die Löwen lebten in der Ukraie nach Angaben von AAP in »schlimmen« Verhältnissen. Einer wurde demnach in einem »kleinen Käfig in einem Einkaufszentrum« gehalten, ein anderer als Haustier in einer kleinen Wohnung, wo er mit Katzenfutter gefüttert wurde. Ein Löwe namens Nila sei aus einem Nachtklub gerettet worden, wo er der »Unterhaltung der Kunden« diente.

Chinas Premier nennt Lage in Ukraine »wirklich beunruhigend«

4.35 Uhr: Chinas Ministerpräsident Li Keqiang hat die Lage in der Ukraine als »wirklich beunruhigend« bezeichnet. Auf einer Pressekonferenz zum Abschluss der diesjährigen Sitzung des Volkskongresses in Peking sagte der Premier: »Wir hoffen aufrichtig, dass die Lage sich entspannt und Frieden bald wieder einkehren kann.« Er rief zu »äußerster Zurückhaltung« auf, um eine große humanitäre Katastrophe zu verhindern.

Li Keqiang

Li Keqiang

Foto: ALEX PLAVEVSKI / EPA

»Die drängende Aufgabe ist jetzt zu verhindern, dass die Spannungen eskalieren oder sogar außer Kontrolle geraten.« Der Premier lehnte es auf eine Journalistenfrage aber weiter ab, Russland für die Invasion zu kritisieren. Auch sprach sich Li Keqiang gegen die internationalen Sanktionen gegen Russland aus. »Die betreffenden Sanktionen schaden der wirtschaftlichen Erholung der Welt«, sagte Li Keqiang. »Niemand hat Interesse daran.«

Während er unter Bezug auf die Lage in der Ukraine hervorhob, dass die Souveränität und territoriale Integrität respektiert werden sollte, betonte der Premier offenbar mit Blick auf Russland auch, dass die »legitimen Sicherheitsinteressen aller Länder berücksichtigt« werden müssten. Es sei jetzt wichtig, Russland und die Ukraine bei ihren Verhandlungen zu unterstützen. »Wir unterstützen alle Bemühungen, die einer friedlichen Lösung der Krise dienlich sind«, sagte Li Keqiang.

Ukraine kann auf weitere Waffen aus der EU hoffen

4.26 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte könnten weitere Waffen und Ausrüstung aus der EU bekommen. Nach Angaben von EU-Ratspräsident Charles Michel hat der Außenbeauftragte Josep Borrell den Staats- und Regierungschefs beim Gipfeltreffen in Versailles vorgeschlagen, für zusätzliche Lieferungen 500 Millionen Euro zu mobilisieren. Ein erstes Paket über 500 Millionen Euro war bereits Ende Februar bewilligt worden.

Das Geld wird den Planungen zufolge aus der sogenannten Europäischen Friedensfazilität kommen. Sie ist ein neues Finanzierungsinstrument der EU, das auch genutzt werden kann, um die Fähigkeiten von Streitkräften in Partnerländern zu stärken. Für den Zeitraum von 2021 bis 2027 ist die Friedensfazilität mit rund fünf Milliarden Euro ausgestattet.

Russischer Militärkonvoi nordwestlich von Kiew offenbar verlagert

4.13 Uhr: Satellitenbildern des in den USA ansässigen Unternehmens Maxar Technologies zufolge, soll ein großer russischer Militärkonvoi, der zuletzt nordwestlich von Kiew in der Nähe des Antonow-Flughafens gesehen wurde, weitgehend aufgelöst und verlagert worden sein.

Laut Maxar zeigt das Satellitenbild Teile des Konvois in der Nähe von Lubjanka

Laut Maxar zeigt das Satellitenbild Teile des Konvois in der Nähe von Lubjanka

Foto: AP

Laut dem Unternehmen zeigen die Bilder gepanzerte Einheiten, die in und durch die umliegenden Städte in der Nähe des Flughafens manövrieren. Teile des Konvois sollen weiter nördlich in der Nähe von Lubjanka neu positioniert worden sein.

Facebook will vorübergehend Aufrufe zur Gewalt gegen russisches Militär erlauben

3.48 Uhr: Die Social-Media-Plattformen Facebook und Instagram wollen ihren Nutzern in einigen Ländern vorübergehend erlauben, Beiträge zu veröffentlichen, die den Tod von Russlands Präsident Wladimir Putin und dem belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko fordern. Auch hasserfüllte Beiträge gegen russische Soldaten würden nicht gesperrt, solange sie im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine stünden. Dies geht aus internen E-Mails des Mutterkonzerns Meta hervor, die die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte. Die vorübergehenden Änderungen sollen demnach für Armenien, Aserbaidschan, Estland, Georgien, Ungarn, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Russland, die Slowakei und die Ukraine gelten. Meta reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme.

Ukrainisches Militär verlangsamt nach eigenen Angaben Angriffe russischer Einheiten

3.13 Uhr: Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben Angriffe russischer Einheiten an mehreren Orten zurückgehalten und gebremst. Im Norden des Landes seien russische Truppen dabei gestoppt worden, in die Stadt Tschernihiv vorzudringen, hieß es in einem auf Facebook veröffentlichten Bericht des ukrainischen Generalstabs. Rund um die Stadt Charkiw im Osten des Landes setze Russland seine Versuche fort, die Stadt von Norden her zu blockieren – diese seien weiter erfolglos.

In den Einsatzgebieten am Schwarzen und Asowschen Meer hätten die Wetterverhältnisse Schiffe der russischen Marine dazu gezwungen, zu ihren Stützpunkten zurückzukehren. Im Süden versuchten die Besatzer zudem, an den von ihnen erreichten Punkten Fuß zu fassen, die Kontrolle über die Stadt Mykolayiw zu erlangen und eine Offensive in Richtung Saporischschja und Krywyj Rih zu entwickeln, hieß es in dem Bericht weiter. Die russischen Truppen seien gestoppt worden und hätten schwere Verluste erlitten. Die Angaben können nicht unabhängig geprüft werden.

Moskau und Kiew laut IAEA »bereit« zu Zusammenarbeit bei Akw-Sicherheit

2.45 Uhr: Die Regierungen Russlands und der Ukraine sind der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zufolge »bereit« zur Zusammenarbeit bei der Sicherheit der Atomanlagen im Kriegsgebiet. »Wir hatten gute Gespräche, keine einfachen, aber ernsthafte Gespräche«, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi nach seiner Rückkehr von Gesprächen mit dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow in der Türkei.

»Beide Seiten sind sich einig, dass etwas getan werden muss«, bekräftigte er. »Beide Seiten sind bereit, mit der IAEA zusammenzuarbeiten und sich zu engagieren«. Er sagte, er werde versuchen, in den nächsten Tagen »etwas Konkreteres« vorzulegen. »Es ist eine sehr ernste Situation und wir müssen schnell handeln.«

Zuvor hatte die IAEA gewarnt, dass sie die Verbindung zu den Überwachungssystemen in der von russischen Truppen eroberten Atomruine von Tschernobyl verloren habe. Da die Kommunikation mit dem ukrainischen Personal vor Ort selbst per E-Mail nicht mehr funktionierte, konnte die IAEA nicht sagen, ob ein Stromausfall in der Ruine mittlerweile wieder behoben war.

Estlands Regierungschefin: Westen soll Ukraine Offensivwaffen senden

01.55 Uhr: Die estnische Ministerpräsidentin Kaja Kallas hat den Westen aufgefordert, auch Offensivwaffen an die Ukraine zu senden. »Estland hat bereits im Januar entschieden, der Ukraine in jederlei Hinsicht zu helfen: humanitär, finanziell, mit Waffen – auch Offensivwaffen. Jetzt kommt es darauf an, dass Putin diesen Krieg unter keinen Umständen gewinnt«, sagte Kallas den Zeitungen der Funke Mediengruppe und der französischen Zeitung »Ouest-France«. »Wir müssen die Ukraine mit allem, was wir haben, unterstützen.« Welche Waffen Kallas im Einzelnen meinte, war unklar.

Kaja Kallas

Kaja Kallas

Foto: IMAGO/Christoph Hardt / IMAGO/Future Image

Auf die Frage, ob auch MiG-29-Kampfjets aus sowjetischer Produktion aus Polen an die Ukraine geliefert werden sollten, antwortete Kallas: »Unbedingt. Ich sehe in Europa den starken Willen, den Ukrainern unter die Arme zu greifen. Das hat sich mit dem 24. Februar total geändert, vor allem in Deutschland.« Die USA hätten die Ukraine bereits vor dem russischen Einmarsch am 24. Februar großzügig mit Waffen unterstützt. »Die Frage ist natürlich: Mischt sich Amerika direkt in den Krieg zwischen Russland und der Ukraine ein? Das will Präsident Joe Biden offensichtlich nicht«, sagte Kallas weiter.

Damit spielte die estnische Regierungschefin auf das umstrittene Angebot der polnischen Regierung vom Dienstag an, MiG-29-Kampfjets mit einem Zwischenstopp auf dem US-Stützpunkt Ramstein in Deutschland der Ukraine zu überlassen. Die US-Regierung hatte indes mit Überraschung und großer Skepsis auf den Vorstoß Polens reagiert und diesen umgehend abgelehnt. Russland könne einen solchen Schritt als Eskalation verstehen. Die USA und die Nato könnten so direkt in den Krieg verwickelt werden, hieß es zur Begründung.

Kallas warnte zudem davor, Putins Drohungen zu einer erhöhten Alarmbereitschaft seiner Atomstreitkräfte zu ignorieren. Zwar spiele der russische Präsident »auf der Klaviatur unserer Angst«, aber: »Ich würde nicht ausschließen, dass der Kremlchef unter Umständen auch eine nukleare Option ziehen könnte.«

Selenskyj: »Dies ist blanker Terror von erfahrenen Terroristen«

1.34 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einer Fernsehansprache gesagt, es sei der »blanke Terror von erfahrenen Terroristen«, dass Zivilisten die eingekesselte ukrainische Stadt Mariupol nicht verlassen durften. Bemühungen, Lebensmittel, Wasser und Medikamente in die Stadt zu bringen, seien gescheitert, da russische Panzer einen humanitären Korridor angegriffen hätten, so Selenskyj.

Wolodymyr Selenskyj

Wolodymyr Selenskyj

Foto: - / dpa

Das russische Verteidigungsministerium hatte zuvor erklärt, es werde am Freitag einen Waffenstillstand ausrufen und humanitäre Korridore von Mariupol sowie von Kiew, Sumy, Charkiw, Mariupol und Tschernihiw öffnen.

Pentagon: Russische Soldaten kreisen Städte in der Ukraine ein

1.14 Uhr: Das russische Militär versucht nach Einschätzung des Pentagons ukrainische Städte zu umzingeln – darunter auch die Hauptstadt Kiew. »Charkiw und Tschernihiw, Mariupol – wir sehen diese Bemühungen, einzukreisen und zu umzingeln«, sagte ein hoher US-Verteidigungsbeamter am Donnerstag. Man beobachte dies auch rund um die Hauptstadt Kiew. Die russischen Soldaten kämen von mehreren Seiten, so der Beamte. »Was wir also sehen, sind diese verschiedenen Vorstoßlinien in Richtung Kiew.« Kiew sei aber viel größer als die anderen Städte und werde stark verteidigt.

Die russischen Streitkräfte seien in den vergangenen 24 Stunden weiter vorgerückt und hätten schätzungsweise fünf Kilometer gut machen können, hieß es weiter. Das sei aber im Verhältnis gar nicht so viel. »Wie gesagt, Kiew wird gut verteidigt, und die Ukrainer setzen eine Menge Energie ein (...), um ihre Hauptstadt zu schützen«, so der Beamte. Zum jetzigen Zeitpunkt könne man keine Aussage dazu treffen, wie lange es dauere, bis die Russen möglicherweise richtig in Kiew eindringen. Stellenweise seien die russischen Soldaten um die 15 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.

Parlament: Russen beschießen ukrainischen Forschungsreaktor

0.45 Uhr: Die russischen Soldaten haben nach Angaben des ukrainischen Parlaments ein Institut in der Stadt Charkiw beschossen, das einen nuklearen Forschungsreaktor hat. In der Nähe des Instituts habe eine Herberge Feuer gefangen, teilt das Parlament mit. Die Kämpfe in der Umgebung hielten an.

Moskau kündigt tägliche Fluchtkorridore aus Ukraine nach Russland an

0.36 Uhr: Das russische Militär hat die Einrichtung von täglichen Fluchtkorridoren aus der Ukraine nach Russland angekündigt. »Wir erklären offiziell, dass humanitäre Korridore in Richtung der Russischen Föderation (...) jetzt täglich ab 10 Uhr (8 Uhr MEZ) einseitig geöffnet werden«, sagte Generaloberst Michail Misinzew am Donnerstagabend. Zudem habe Moskau der ukrainischen Seite die Evakuierung von Zivilisten aus Kiew, Sumy, Charkiw, Mariupol und Tschernihiw auch in andere ukrainische Gebiete angeboten, hieß es.

Kiew solle den entsprechenden Routen bis um 3 Uhr Moskauer Zeit (1 Uhr MEZ) am Freitagmorgen zustimmen. Außerdem solle Handwerkern aus der Region Schytomyr heraus der Zugang zum ehemaligen Atomkraftwerk Tschernobyl gewährleistet werden, damit diese die beschädigten Stromleitungen reparieren könnten, hieß es aus Moskau.

Besonders in der Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer ist die humanitäre Situation Beobachtern zufolge mittlerweile katastrophal. Mehrere Versuche, Menschen in Sicherheit zu bringen, scheiterten in den vergangenen Tagen. Russland und die Ukraine gaben sich gegenseitig die Schuld dafür, die Ausreise der Zivilisten zu sabotieren und vereinbarte Feuerpausen zu brechen.

Vitali Klitschko: »Dieser Krieg trifft jeden in Europa«

0.22 Uhr: Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko und sein Bruder Wladimir sind am Donnerstag laut Medienberichten per Live-Schalte zu Gast in der Sitzung des Würzburger Stadtrats gewesen. Wenn Sie denken, dass der Krieg irgendwo weit weg ist, dann ist das ein großer Fehler. Dieser Krieg trifft jeden in Europa«, sagte Kiews Stadtoberhaupt laut »Mainpost«, und: »Der Schlüssel, diesen Krieg zu gewinnen, ist Einigung. Wir müssen alle gemeinsam gegen Russland kämpfen, Russland zwingen, dass es aus der Ukraine weggeht und seine aggressive Politik stoppt.«

Wladimir (l.) und Vitali Klitschko

Wladimir (l.) und Vitali Klitschko

Foto:

Efrem Lukatsky / dpa

Klitschko, der seit 2014 Bürgermeister von Kiew ist, bekräftigte den Willen der Ukrainer zum Widerstand gegen die Aggression: »Wir haben keinen anderen Weg. Wir werden nicht aus unserem Zuhause flüchten. Wir werden für unsere Werte kämpfen, für unsere Familien, unsere Häuser, unsere europäische Zukunft. Aber wir brauchen die Unterstützung unserer Freunde: Wir brauchen humanitäre Hilfe, finanzielle Unterstützung und Waffen.« Beide Klitschko-Brüder dankten zugleich ausdrücklich für die bereits geleistete Unterstützung.

Botschafter: Deutschlands Haltung zu Waffenlieferungen ist feige

0.06 Uhr: Der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk, hat die aus seiner Sicht zögerliche Haltung der Bundesregierung zu Waffenlieferungen an die Ukraine scharf kritisiert. Die klaren Absagen an die Lieferung von Kampfflugzeugen vom Typ MiG-29 aus Polen sei für die Ukrainer sehr enttäuschend, sagte er am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung »Markus Lanz – Ein Abend für die Ukraine«. »Es ist in der Tat eine feige Entscheidung – und zwar nicht nur der Amerikaner, auch der Deutschen.« Deutschland sage Nein zu Flugzeugen und Nein zu Panzern für die Ukraine. Dabei seien Panzer angesichts des russischen Angriffskriegs auch Verteidigungswaffen.

kah/cop/mrc/col/jso/AFP/dpa/Reuters