News zum Krieg in Osteuropa am Dienstag Putin-Vertrauter Medwedtschuk offenbar in der Ukraine festgenommen

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben den prorussischen Politiker Viktor Medwedtschuk gefangen genommen. Und: Emmanuel Macron geht nicht von einem baldigen Nachgeben Wladimir Putins aus. Der Überblick am 12. April.
Viktor Medwetschuk (Archivbild von April 2019)

Viktor Medwetschuk (Archivbild von April 2019)

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Andrew Osborn/ REUTERS

Das waren die News zum Krieg in der Ukraine am 12. April.

  • Die Ukraine hat nach eigenen Angaben den flüchtigen Oligarchen Viktor Medwedtschuk, einen prorussischen Oppositionsführer und engen Putin-Verbündeten, durch Spezialkräfte festgenommen.

  • US-Präsident Joe Biden hat mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine erstmals von »Völkermord« gesprochen.

  • Drei führende deutsche Parlamentarier der Ampel-Koalition sind in die Ukraine gereist, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Die Vorsitzenden der Ausschüsse für Auswärtiges, Verteidigung und Europa – Michael Roth (SPD), Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) und Anton Hofreiter (Grüne) sprachen in der westukrainischen Stadt Lwiw mit Abgeordneten des ukrainischen Parlaments über das Thema Waffenlieferungen und die deutschen Energieimporte aus Russland.

  • Frank-Walter Steinmeier hat zuletzt wegen seiner Russlandpolitik als Außenminister Fehler eingeräumt. Der Ukraine reicht das nicht: Präsident Wolodymyr Selenskyj stellt sich gegen einen vom Bundespräsidenten geplanten Besuch.

  • Mariupol bereitet sich auf die »letzte Schlacht« vor, Putin ist siegessicher – was am Dienstag geschah. Lesen Sie hier den Überblick zum 48. Kriegstag.

SPD-Politiker Roth über verhinderte Steinmeier-Reise: »Ich bin über diese Ablehnung sehr enttäuscht«

23.48 Uhr: Der Bundespräsident ist in der Ukraine nicht willkommen, drei deutsche Abgeordnete der Ampel hingegen schon. Hier spricht der SPD-Politiker Michael Roth über eine Reise mit heiklen Nachrichten und großen Erwartungen. Lesen Sie hier das Interview. 

Biden spricht im Zusammenhang mit Ukrainekrieg von »Völkermord«

23.21 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat angesichts des Ukrainekriegs und der Gräueltaten gegen Zivilisten in dem Land von »Völkermord« gesprochen. »Ihr Familienbudget, Ihre Möglichkeit zu tanken, nichts davon sollte davon abhängen, ob ein Diktator die halbe Welt entfernt Krieg erklärt und Völkermord begeht«, sagte Biden am Dienstag bei einem Besuch in Menlo im US-Bundesstaat Iowa mit Blick auf Russlands Präsident Wladimir Putin. Die US-Regierung und ihre Verbündeten täten alles, damit Putin seine Energieressourcen nicht als Waffe gegen amerikanische Familien, Familien in Europa und auf der ganzen Welt einsetzen könne, so Biden weiter.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte den russischen Truppen angesichts von Gräueltaten gegen Zivilisten bereits Genozid vorgeworfen. Die US-Regierung hatte sich an dieser Stelle bislang zurückgehalten. Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Biden, Jake Sullivan, sagte am Wochenende zwar, die jüngst bekannt gewordenen Gräueltaten unter anderem im Kiewer Vorort Butscha seien eindeutig Kriegsverbrechen. Auf die Frage, ob es sich auch um Genozid handele, wich Sullivan allerdings aus.

Bundestagstrio in Lwiw: »Der Wunsch nach schweren Waffen wurde uns sehr klar vermittelt«

23.20 Uhr: Sie trafen ukrainische Abgeordnete, besuchten ein Krankenhaus mit Verwundeten und eine zerstörte Raffinerie – nun sind die drei Bundestagsausschuss-Vorsitzenden Strack-Zimmermann, Roth und Hofreiter wieder in Polen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Habeck zu Waffenlieferungen an die Ukraine: »Jetzt muss das Zeug da runter«

22.22 Uhr: Vizekanzler Robert Habeck drückt bei den deutschen Waffenlieferungen in die Ukraine aufs Tempo. »Es nützt nichts, wenn wir sagen: In einem Dreivierteljahr kriegt ihr irgendwas. Jetzt muss das Zeug da runter. Und so handeln wir auch«, sagte Habeck am Dienstagabend auf ProSieben und Sat.1.

Die Ukraine fordert mit Blick auf die erwartete Offensive Russlands in der Ostukraine schwere Waffen wie Kampfpanzer, Artilleriegeschütze und Luftabwehrsysteme von Deutschland. »Wir erwarten den Angriff der Russen ja in den nächsten Tagen. Das heißt, alles, was der ukrainischen Armee jetzt hilft, muss schnell geliefert werden«, sagte Habeck. Er betonte aber auch, dass sich die liefernden Länder »nicht total entblößen« dürften, also ihre eigene Verteidigungsfähigkeit erhalten müssten.

Nach Absage an Steinmeier lädt die Ukraine nun Scholz ein

21.59 Uhr: Steinmeier ist als Gast unerwünscht, über Scholz würde sich Kiew freuen: Der ukrainische Botschafter in Berlin hat am Abend erklärt, dass man den Bundeskanzler eingeladen habe – um über die Lieferung schwerer Waffen zu sprechen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Putin-Vertrauter Medwedtschuk soll in der Ukraine festgenommen worden sein – Selenskyj veröffentlicht Foto

21.13 Uhr: Die Ukraine hat nach eigenen Angaben den flüchtigen Oligarchen Viktor Medwedtschuk, einen prorussischen Oppositionsführer und engen Putin-Verbündeten, durch Spezialkräfte festgenommen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte auf seinem Instagramkanal ein Foto, das den Mann in Handschellen zeigen soll. Selenskyi gratulierte dem ukrainischen Geheimdienst SBU zu dem Einsatz.

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Medwedtschuk gilt als Vertrauter Putins in der Ukraine. Ein Kreml-Sprecher konnte nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass die Echtheit des Bildes zunächst nicht bestätigen.

Dem 67-Jährigen wird unter anderem vorgeworfen, ukrainische Militärgeheimnisse an Moskau weitergegeben zu haben. Er war im vergangenen Jahr des Hochverrats angeklagt und unter Hausarrest gestellt worden. Kurz nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar war er untergetaucht. Putin hatte im vergangenen Jahr verärgert auf das Vorgehen der Behörden gegen Medwedtschuk reagiert.

Macron: Putin wird nicht aufgeben

21.33 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron geht nicht von einem baldigen Nachgeben Russlands im Ukrainekrieg aus. Präsident Wladimir Putin habe »entschieden, dass er nicht aufhören wird", sagte Macron der Wochenzeitung "Le Point«. »Er braucht einen militärischen Sieg für sich selbst«, auch wenn er verstanden habe, dass die Ukraine sich nicht unterwerfen werde.

Die russischen Truppen hatten sich zuletzt im Norden der Ukraine zurückgezogen, um sich auf den Osten des Landes zu konzentrieren. So wolle Putin »einen Sieg und eine glorreiche Militärparade am 9. Mai« erzwingen, sagte Macron. An diesem Datum wird in Russland jährlich der Sieg über Nazi-Deutschland gefeiert. Aus diesen Gründen, »glaube ich ziemlich wenig an unsere kollektive Fähigkeit, (Putin) kurzfristig an einen Verhandlungstisch zu bringen«, sagte Macron weiter.

Absage an Steinmeier aus Kiew: Ein unnötiger Affront

20.07 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will den deutschen Bundespräsidenten derzeit nicht in Kiew empfangen. Das ist nachvollziehbar, aber falsch. Lesen Sie hier den Kommentar. 

Ukraine meldet 870.000 zurückgekehrte Kriegsflüchtlinge

20.00 Uhr: Rund 870.000 Flüchtlinge aus der Ukraine sind nach Angaben aus Kiew bereits wieder in ihr Heimatland zurückgekehrt. Derzeit würden 25.000 bis 30.000 Menschen täglich zurückkehren, sagte ein Sprecher des ukrainischen Grenzschutzes am Dienstag. Demnach kommen mittlerweile auch vermehrt Frauen, Kinder und ältere Menschen an, während es sich bei den Rückkehrern in den ersten Wochen des Krieges vor allem um kampfbereite Männer gehandelt habe.

»Sie sagen, dass sie sehen, dass die Situation sicherer ist, vor allem in den westlichen Regionen, und sie können nicht länger im Ausland bleiben«, sagte der Sprecher. »Sie sind bereit, in ihr Land zurückzukehren und hierzubleiben.« Das ukrainische Innenministerium hatte vor gut einer Woche die Zahl der Rückkehrer mit 537.000 angegeben.

Nach Uno-Angaben haben seit Beginn der russischen Invasion mehr als 4,6 Millionen Menschen die Ukraine verlassen. Schätzungen zufolge sind weitere mehr als sieben Millionen Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht.

Hat Russland in Mariupol Chemiewaffen eingesetzt?

19.38 Uhr: Russische Truppen legen die ukrainische Hafenstadt Mariupol in Schutt und Asche. Jetzt sollen chemische Stoffe zum Einsatz gekommen sein – was Experten zu den Berichten sagen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Kiew setzt Verhandlungen mit Moskau fort

19.10 Uhr: Parallel zum Kriegsgeschehen in der Ukraine werden die Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau fortgesetzt. Die Gespräche gestalteten sich schwierig, »online in Arbeitsgruppen, doch finden sie statt«, sagte Präsidentenberater Mychajlo Podoljak am Dienstag der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine.

Die Kiewer Seite arbeite dabei weiter transparent und im »proukrainischen« Rahmen. Moskau versuche allerdings, durch öffentliche Äußerungen Druck auf den Verhandlungsprozess auszuüben, sagte Podoljak.

Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin erklärt, dass Kiew nach dem Fund Hunderter Leichen in Butscha von den erreichten Vereinbarungen bei den Verhandlungen mit Moskau Abstand genommen habe. Die Ukraine wirft den russischen Truppen Kriegsverbrechen vor. Sie sollen in Butscha, einem Vorort von Kiew, ein Massaker an Zivilisten verübt zu haben. Russland weist das zurück.

Atomenergieorganisation-Chef Grossi: »Wir sind einer Katastrophe knapp entgangen«

18.46 Uhr: Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergieorganisation IAEA, Rafael Mariano Grossi, fürchtet um die Sicherheit der Nuklearanlagen im Ukrainekrieg. Derzeit kann er nur zusehen, wie wichtige Regeln gebrochen werden. Lesen Sie hier das Interview. 

Strack-Zimmermann, Roth und Hofreiter in der Ukraine angekommen

18.26 Uhr: Drei führende deutsche Parlamentarier der Ampel-Koalition sind in die Ukraine gereist, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Die Vorsitzenden der Ausschüsse für Auswärtiges, Verteidigung und Europa – Michael Roth (SPD), Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) und Anton Hofreiter (Grüne) – trafen am Dienstag in der westukrainischen Stadt Lwiw ein, wo sie Gespräche mit Abgeordneten des ukrainischen Parlaments Rada führen wollten. Alle drei Politiker hatten zuletzt mehr Tempo bei Waffenlieferungen gefordert.

Es sind die hochrangigsten deutschen Politiker, die seit Kriegsbeginn vor sieben Wochen die Ukraine besuchen. In der vergangenen Woche war bereits der SPD-Bundestagsabgeordenete Frank Schwabe mit einer Delegation des Europarats dort. Aus Polen, Großbritannien, Österreich Tschechien, Slowenien und der Slowakei sind bereits die Regierungschefs nach Kiew gereist, um der Ukraine im Kampf gegen die russischen Angreifer den Rücken zu stärken. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen war am Freitag dort.

Die Ukraine würde sich auch einen Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz wünschen. »Ich glaube schon, dass das ein starkes Signal sein könnte, wenn der Bundeskanzler nach Kiew reist«, hatte der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk am Wochenende der Nachrichtenagentur dpa gesagt. Er betonte gleichzeitig, dass der SPD-Politiker dann nicht mit leeren Händen kommen sollte. Gemeint ist die Lieferung schwerer Waffen wie Panzer und Artilleriegeschütze.

Eine geplante Reise von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach Kiew ist inzwischen geplatzt, weil das deutsche Staatsoberhaupt dort offensichtlich nicht willkommen ist.

Litauen fordert Waffen für Ukraine

18.20 Uhr: Litauens Parlament hat in einer Entschließung die internationale Gemeinschaft dazu aufgefordert, die von Russland angegriffene Ukraine mit einer Vielzahl von Waffen zu beliefern. Auch schlugen die Abgeordneten des baltischen EU- und Nato-Landes vor, Russlands Vorgehen in der Ukraine nach angemessener juristischer Prüfung als Völkermord am ukrainischen Volk zu qualifizieren. Die Erklärung wurde am Dienstag einstimmig nach einer Video-Ansprache des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj angenommen.

In seiner Rede bedankte sich Selenskyj bei Litauen. »Sie gehörten zu den Ersten, die der Ukraine zu Hilfe kamen. Und Sie bleiben einer derjenigen, denen der Frieden und die Sicherheit Europas am wichtigsten sind«, sagte er. Den anwesenden litauischen Präsidenten Gitanas Nauseda lobte der ukrainische Staatschef dafür, dass er als Erster Waffenlieferungen an die Ukraine veranlasst habe.

Nauseda bekräftigte nach der Ansprache Selenskyjs seine Forderung nach schärferen Sanktionen gegen Russland: »Wir müssen das Gaspedal voll durchtreten, da dies der einzige Weg ist, um echte Ergebnisse zu erzielen und Russland in diesem unmenschlichen Krieg zu stoppen«, sagte er der Agentur BNS zufolge. »Es ist notwendig, Entscheidungen zu treffen.« Litauen gilt international als Fürsprecher der Ukraine.

Briefmarken mit Stinkefinger für Russland

17.41 Uhr: Knapp sieben Wochen nach Kriegsbeginn hat die ukrainische Post  neue Briefmarken herausgebracht – mit einer klaren Botschaft an die russischen Angreifer. Zu sehen ist darauf ein ukrainischer Soldat, der einem Kriegsschiff den Stinkefinger zeigt. Die Briefmarken wurden in zwei Versionen herausgebracht: eine für das Inland und eine für das Ausland.

Foto: Ukrposhta

Bürgermeister von Mariupol rechnet mit 21.000 Toten

17.26 Uhr: Nach jüngsten Schätzungen sind seit Beginn der russischen Invasion etwa 21.000 Zivilisten in der ukrainischen Stadt Mariupol getötet worden. Das sagte Wadym Boitschenko, der Bürgermeister der Hafenstadt, in einer Stellungnahme, die im Fernsehen übertragen wurde. Es sei schwierig, die genaue Zahl der Opfer seit Beginn der Angriffe zu ermitteln, weil es mittlerweile auch zu Straßenkämpfen komme.

Bundespräsident Steinmeier in Kiew nicht erwünscht

17.09 Uhr: Die Führung in Kiew hat einen Besuch des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier in der Ukraine abgelehnt. Sein polnischer Amtskollege Andrzej Duda habe in den vergangenen Tagen angeregt, gemeinsam mit ihm und den baltischen Präsidenten nach Kiew zu reisen, sagte Steinmeier am Dienstag in Warschau. »Ich war dazu bereit, aber offenbar – und ich muss zur Kenntnis nehmen – war das in Kiew nicht gewünscht«, sagte der Bundespräsident. Mehr dazu lesen Sie hier.

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Auf Twitter  teilte die ARD-Journalistin Tina Hassel ein Video, in dem Steinmeier erklärte, warum er die Reise nicht antreten werde.

Selenskyj wirft russischen Truppen hunderte Vergewaltigungen vor

16.24 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den russischen Streitkräften in der Ukraine schwere Kriegsverbrechen wie massenhafte Vergewaltigungen und Folter vorgeworfen. »Es wurden hunderte Vergewaltigungen registriert, auch von jungen Mädchen und sehr kleinen Kindern. Sogar an einem Baby«, sagte Selenskyj am Dienstag bei einer Ansprache per Video im litauischen Parlament.

»In den von den Besatzern befreiten Gebieten wird die Aufzeichnung und Untersuchung der von Russland begangenen Kriegsverbrechen fortgesetzt«, sagte Selenskyj. »Fast täglich werden neue Massengräber entdeckt.« Aufgrund von Zeugenaussagen sei von »Tausenden und Abertausenden von Opfern« auszugehen, sagte der ukrainische Präsident. »Hunderte Fälle von Folter. Es werden weiterhin Leichen in Gullys und Kellern gefunden.«

Menschenrechtsorganisationen gehen nach der Auswertung erster Bericht von Opfern davon aus, dass Vergewaltigungen in der Ukraine als »Kriegswaffe« eingesetzt werden. Eine ukrainische Frau berichtete der Nachrichtenagentur AFP, dass sie von zwei russischen Soldaten sexuell missbraucht wurde, nachdem diese erfahren hatten, dass ihr Mann Soldat ist. Russland weist alle Vorwürfe zurück und spricht stattdessen von Falschinformationen und ukrainischen »Provokationen«.

Nouripour warnt Russland vor Einsatz von Chemiewaffen

16.21 Uhr: Grünen-Chef Omid Nouripour hat die russische Führung vor dem Einsatz von Chemiewaffen im Krieg gegen die Ukraine gewarnt. »Das wäre ein zivilisatorischer Bruch ohne Gleichen«, sagte Nouripour im schleswig-holsteinischen Bredstedt mit Bezug auf Vorwürfe ukrainischer Kämpfer, wonach prorussische Separatisten in Mariupol Giftgas eingesetzt hätten. Nouripour erklärte: »Es wäre der erste Einsatz von Massenvernichtungswaffen auf europäischem Boden seit 1918«, also seit Ende des Ersten Weltkriegs. Ein solcher Einsatz würde die Gewaltspirale weiter drehen und einer »sehr, sehr, sehr harten Antwort« bedürfen. Die Separatisten wiesen den Vorwurf zurück. Auch der Grünen-Vorsitzende wies darauf hin, dass der Bericht nicht bestätigt sei.

Angesprochen auf eine Forderung von Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) vom Vortag, der Ukraine nun auch schwere Waffen zu liefern, sagte Nouripour: »Die Forderung der Außenministerin ist engstens abgesprochen und richtig.« Unter schweren Waffen versteht man Panzer, Kampfjets, Kriegsschiffe oder Artilleriegeschütze. Bisher hat Berlin unter anderem Luftabwehrraketen, Panzerfäuste und Maschinengewehre in die Ukraine geliefert.

Es gelte, eine Balance zu finden zwischen notwendigem Beistand für die Ukraine und einer Begrenzung des Kriegs, sagte Nouripour. »Niemand hat ein Interesse daran, dass Nuklearmächte einander militärisch direkt gegenüberstehen.« Zugleich sei »mehr als sichtbar«, dass die Ukraine schwere Waffen brauche.

Bund unterstützt geflüchtete Medienschaffende mit einer Million Euro

15.47 Uhr: Die Bundesregierung unterstützt Medienschaffende, die wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine aus ihrer Heimat flüchten mussten. Wie die Staatsministerin für Kultur und Medien, Claudia Roth (Grüne), am Dienstag mitteilte, werden eine Million Euro Soforthilfe bereitgestellt. Geholfen werden solle damit nicht nur Medienvertreterinnen und -vertretern aus der Ukraine selbst, sondern auch aus Russland und Belarus.

»Mit Propaganda und Desinformation versuchen Putin und seine Schergen die Spuren ihres verbrecherischen Angriffskrieges zu verwischen und mit allen repressiven Mitteln freie und unabhängige Berichterstattung darüber zu verhindern«, sagte Roth. »Es ist aber wichtig, dass die Menschen auch in Russland und Belarus die Wahrheit über die Gräueltaten und innenpolitische Lage in ihrem eigenen Land erfahren. Dafür ist es elementar, dass die Stimmen geflüchteter Medienschaffender weiter hörbar bleiben.«

Fast 60.000 ukrainische Kinder und Jugendliche an deutschen Schulen

15.31 Uhr: Die Zahl ukrainischer Schülerinnen und Schüler an Schulen und Berufsschulen in Deutschland ist weiter gestiegen.

In der vergangenen Woche – sechs Wochen nach dem Beginn des russischen Angriffs auf das Nachbarland – hatten die Einrichtungen bereits 58.225 Kinder und Jugendliche aufgenommen. Das zeigen aktuelle Zahlen der Kultusministerkonferenz, die am Dienstag veröffentlicht wurden.

Mit mehr als 12.000 Anmeldungen lag demnach Bayern an der Spitze, vor Nordrhein-Westfalen mit mehr als 8700 und Baden-Württemberg mit mehr als 8400 angemeldeten Schülerinnen und Schülern aus der Ukraine. Bildungspolitiker schätzen, dass etwa die Hälfte der in Deutschland ankommenden Kriegsflüchtlinge Kinder und Jugendliche sind.

FDP-Politiker Lambsdorff kritisiert Ostermärsche während des Ukrainekriegs

15.19 Uhr: Vor dem Auftakt der diesjährigen Ostermärsche am Donnerstag hat der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff die pazifistischen Anliegen der Beteiligten kritisiert. »Wenn Ostermarschierer jetzt Abrüstung fordern und in Interviews vorschlagen, die Ukraine ›gewaltfrei zu unterstützen‹, spucken sie den Verteidigern Kiews und Charkiws ins Gesicht«, schrieb Lambsdorff in der »Zeit«. »Sie traumatisieren die zu uns Geflüchteten ein zweites Mal, denn sie schützen die Mörder und Vergewaltiger von Butscha, Irpin und Mariupol«, warf der FDP-Politiker den Organisatorinnen und Organisatoren der Märsche vor.

Die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann wandte sich in dem Medienbeitrag jedoch dagegen, »jetzt den Pazifismus zu verdammen«. Es sei klar, dass die Aggression in der Ukraine gestoppt werden müsse, »aber es ist auch klar, dass es keinen sauberen Verteidigungskrieg gibt«, sagte sie weiter. Daher lehne sie auch Waffenlieferungen an die Ukraine ab. Nur Friedensverhandlungen könnten wirklich die Lösung sein. Allerdings sei es ein Fehler der Friedensbewegung gewesen, nach der russischen Annexion der Krim Unrecht einfach hinzunehmen.

Die Tradition der Ostermärsche für den Frieden reicht in die 1960er-Jahre zurück.

Russischer Belagerungsring um Mariupol wird enger

14.39 Uhr: Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums hat die russische Armee mit Luft- und Artillerieangriffen auf eine Fabrik im Norden der Stadt Mariupol einen Versuch ukrainischer Soldaten vereitelt, den Belagerungsring um die Stadt zu durchbrechen. Die verbliebenen ukrainischen Soldaten in Mariupol hatten schon am Montag erklärt, sie bereiteten sich auf die »letzte Schlacht« vor. Die Armeeführung gab sich jedoch weiter kämpferisch: »Die Verteidigung von Mariupol geht weiter.«

Mariupol wird seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar belagert. Inzwischen ist die einst 400.000 Einwohner zählende Stadt weitgehend zerstört, die humanitäre Lage ist katastrophal. Der ukrainische Präsident Selenskyj sprach von »zehntausenden« Toten.

In einem Video , das auf Facebook veröffentlicht wurde, berichteten mutmaßlich ukrainische Soldaten über zur Neige gehende Lebensmittel- und Munitionsvorräte. Seit Beginn der Belagerung seien keine Lieferungen mehr zu ihnen durchgekommen. Überprüfen ließen sich die Angaben nicht.

Auch in anderen Städten im Osten des Landes dauerten die Kämpfe an. Das ukrainische Verteidigungsministerium rechnet mit einer unmittelbar bevorstehenden russischen Großoffensive in der Ostukraine. Vermutet wird, dass die russischen Truppen versuchen werden, neben Mariupol auch die Kleinstadt Popasna im Gebiet Luhansk einzunehmen. Von dort aus solle dann ein Angriff auf Kurachowe gestartet werden, um bis an die Verwaltungsgrenzen des ostukrainischen Gebiets Donezk vorzudringen.

Cyberangriff auf ukrainisches Stromnetz

14.08 Uhr: Die ukrainische Strom-Infrastruktur ist in der vergangenen Woche vermutlich zum Ziel von Cyberangriffen aus Russland geworden. Nach Angaben der IT-Sicherheitsfirma Eset  werde versucht, Umspannwerke lahmzulegen. Die Eset-Fachleute entdeckten gemeinsam mit ukrainischen Behörden eine neue Version der Schadsoftware »Industroyer«, die bereits 2016 von der Hacker-Gruppe »Sandworm« eingesetzt worden war. Der Angriff konnte abgewehrt werden. Dazu, gegen welchen ukrainischen Stromanbieter sich die Attacke gerichtet hatte, wurden bislang keine Angaben gemacht.

Westliche IT-Experten und Geheimdienste gehen davon aus, dass die Gruppe »Sandworm« mit dem russischen Militärgeheimdienst GRU verbunden ist.

EU-Kommission schickt 1200 Zelte und 4000 Decken nach Moldau

13:37 Uhr: Im ukrainischen Nachbarland Moldau richtet die EU ein Lagerhaus ein, um Hilfsgüter für Geflüchtete aus der Ukraine zu sammeln. Zudem würden diese Woche mehr als 1200 Zelte und 4000 Decken geliefert. Das teilte die zuständige EU-Kommission  mit. »Der Bedarf der betroffenen Zivilisten an humanitärer Hilfe nimmt angesichts des äußerst brutalen militärischen Angriffs Russlands auf die Ukraine exponentiell zu«, sagte der Kommissar Janez Lenarčič, der das Krisenmanagement koordiniert.

Nach Angaben der EU-Kommission hat der Krieg in der Ukraine bereits mehr als 4,5 Millionen Menschen gezwungen, in Nachbarländer wie Ungarn, Moldau, Polen und die Slowakei zu fliehen. Die meisten von ihnen sind Frauen und Kinder. Es handele sich um die am schnellsten wachsende Flüchtlingskrise weltweit, erklärte die Behörde.

Selenskyj zweifelt an Entschlossenheit Europas

13.23 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Zweifel an der Entschlossenheit Europas geäußert, den Druck auf Russland wegen der Kriegsgräuel in seinem Land zu erhöhen. »Einige EU-Staaten können sich nicht festlegen, wann sie zumindest spürbar den Kauf russischer Energieträger einschränken«, sagte der Staatschef in einer Ansprache  an das litauische Parlament am Dienstag. »Sind die Werte noch lebendig, die zur Grundlage Europas nach dem Zweiten Weltkrieg wurden? Oder haben die Werte schon ihre Rolle gespielt und können höchstens noch als Exponate in Museen für Touristen dienen?«, sagte Selenskyj weiter.

In seiner Rede warf der ukrainische Präsident den russischen Truppen vor, hunderttausende Menschen aus der Ukraine nach Russland verschleppt zu haben. Das Ziel sei es, die Ukrainer angesichts der Kriegsverbrechen, die von russischen Soldaten begangen wurden, zum Schweigen zu bringen. »Sie werden in spezielle Lager gebracht. Ihnen werden die Dokumente abgenommen, sie werden verhört, erniedrigt. Wie viele sie töten, ist unbekannt«, sagte Selenskyj. Belege gibt es für diese Anschuldigungen bislang nicht.

Linken-Politiker spricht sich gegen Lieferung schwerer Waffen aus

12.47 Uhr: Der Linkenpolitiker Bernd Riexinger hat sich auf Twitter  dagegen ausgesprochen, schwere Waffen in die Ukraine zu liefern. Es sei wichtig, »raus aus der militärischen Logik« zu kommen, schrieb er. Der Krieg dauere schon viel zu lange. »Das Leid auf beiden Seiten wird weiter vergrößert und zehntausenden das Leben kosten. Erschreckend wie Grüne immer mehr Öl ins Feuer gießen.« Zwischen 2012 und 2021 war Riexinger einer von zwei Parteivorsitzenden der Linkspartei.

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Währenddessen werden die Rufe nach der Lieferung schwerer Waffen in der Ampel-Koalition lauter. Nach Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) sprachen sich am Dienstag auch prominente Vertreter von SPD und FDP für den Schritt aus. »Ich bin davon überzeugt, dass die Bundesregierung schwere Waffen liefern sollte«, sagte etwa der designierte FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai in der ARD. Da Russland sich derzeit strategisch neu aufstelle, sei damit zu rechnen, dass der Angriffskrieg gegen die Ukraine in den kommenden Wochen »noch brutaler, noch aggressiver« werde. Vor diesem Hintergrund müsse alles dafür getan werden, damit sich die Ukraine verteidigen könne.

Steinmeier zu Gespräch über Ukrainekrieg in Warschau eingetroffen

12.13 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist zu einem eintägigen Besuch in Polen eingetroffen. In der Hauptstadt Warschau wurde er am Dienstagmittag von Staatspräsident Andrzej Duda empfangen. Im Mittelpunkt ihrer Gespräche wird der russische Angriffskrieg in der Ukraine stehen.

Von dem Besuch soll nach Darstellung des Bundespräsidialamts das Signal ausgehen, dass Deutsche und Polen gemeinsam an der Seite der Ukraine stehen. Steinmeier wolle Polen zudem seinen Dank und Respekt für die Aufnahme zahlreicher Geflüchteter aus der Ukraine ausdrücken. Nach polnischen Angaben suchten in dem EU-Land bislang fast 2,7 Millionen Menschen Zuflucht.

Ricarda Lang fordert härtere Sanktionen bei russischem Chemiewaffen-Einsatz

11.52 Uhr: Die Co-Bundesvorsitzende der Grünen, Ricarda Lang, hat sich besorgt über den möglichen Einsatz von Chemiewaffen durch die russische Armee in der Ukraine geäußert. »Das wäre ein historischer Bruch seit dem Ersten Weltkrieg hier in Europa«, sagte sie den Sendern RTL/ntv. Sollte sich der Verdacht auf einen Einsatz in der Stadt Mariupol bestätigen, müsse darauf mit härteren Sanktionen reagiert werden. »Chemiewaffen, das ist eine Unmenschlichkeit, eine Bestialität, das ist das Böse in Reinform«, sagte die Politikerin weiter.

Das ukrainische Asow-Regiment, das in Mariupol kämpft, hatte am Montag auf Telegram erklärt, eine russische Drohne habe eine »giftige Substanz« auf ukrainische Truppen und Zivilisten abgeworfen. Betroffene hätten danach unter Atemproblemen und neurologischen Problemen gelitten. Westliche Staaten wie Großbritannien prüfen derzeit diese Information.

Russland droht ein Konjunkturabsturz

11.47 Uhr: Die russische Regierung erwartet wegen der westlichen Sanktionen nach der russischen Invasion der Ukraine den stärksten Konjunkturabsturz seit 1994. »Die offizielle Prognose dürfte eine Schrumpfung um mehr als zehn Prozent vorsehen«, sagte Rechnungshofchef Alexej Kudrin nach Angaben der Nachrichtenagentur russischen RIA. Die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr aus Regierungskreisen, dass mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes zwischen zehn und 15 Prozent zu rechnen sei. Einen derart hohen Rückgang des Wachstums hatte es nach Daten der Weltbank und des Internationalem Währungsfonds zuletzt 1994 gegeben, im Zusammenhang mit dem dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Ursprünglich hat Moskau für 2022 mit einem Wirtschaftswachstum von drei Prozent geplant.

Stark steigen dürften hingegen die Verbraucherpreise. Analysten rechneten mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von fast 24 Prozent im laufenden Jahr. Das wäre die stärkste Teuerung seit 1999. Offiziellen Daten zufolge sind die Verbraucherpreise im März um fast 17 Prozent zum Vorjahresmonat gestiegen. Zucker kostete 44 Prozent mehr als einen Monat zuvor, Zwiebeln und Waschmaschinen jeweils rund die Hälfte mehr. Die russische Zentralbank strebt eine Inflationsrate von vier Prozent an.

Putin zweifelt nicht am »Erfolg« des Krieges

11.45 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin zeigt sich siegesgewiss. Die Ziele der »Spezialoperation« würden erreicht, sagte er während der Besichtigung des russischen Weltraumbahnhofs »Wostotschny« im äußersten Osten Russlands. Das berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax. Mehr dazu lesen Sie hier.

Der russische Präsident verteidigte demnach erneut seine Entscheidung über den Einmarsch in die Ukraine vor knapp sieben Wochen als alternativlos. Die Operation diene der Gewährleistung der russischen Sicherheit: »Wir hatten keine andere Wahl«, sagte Putin. Viele internationale Experten und Beobachterinnen werfen dem Kremlchef hingegen vor, den Schutz russischer Menschen in der Ukraine als Vorwand für den Krieg anzuführen.

Putin betonte zudem, dass sich Russland nicht vom Rest der Welt abschotten wolle. Auch die Sanktionen, mit denen der Westen auf die russische Invasion reagierte, können Russland nach Ansicht Putins nicht isolieren. Moskau werde sein technisches und technologisches Potenzial – speziell im Weltall – weiter ausbauen, sagte er. Putin ist zusammen mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko zur Besichtigung des Weltraumbahnhofs geflogen.

Prorussische Separatisten bestreiten Giftgas-Angriff in Mariupol

11.30 Uhr: Prorussische Separatisten haben den Vorwurf ukrainischer Kämpfer zurückgewiesen, sie hätten einen Giftgasangriff in der Hafenstadt Mariupol ausgeführt. Eduard Bassurin, ein Sprecher der Donezker Separatisten, sagte der russischen Agentur Interfax am Dienstag: »Die Streitkräfte der Donezker Volksrepublik haben in Mariupol keine chemischen Waffen eingesetzt.« In der Nacht hatte das ultranationalistische ukrainische Asow-Regiment  von einem solchen Angriff berichtet. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür allerdings auch von ukrainischer Seite nicht.

Nach Angaben von Militärexperten spitzt sich die Lage in der weitgehend zerstörten und strategisch wichtigen Hafenstadt Mariupol zu. Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge wird die Stadt von etwa 10.000 russisch geführten Soldaten belagert. Die seit anderthalb Monaten andauernden Kämpfe fordern täglich hohe Verluste an Toten und Verwundeten.

Etwa 335.000 ukrainische Geflüchtete in Deutschland registriert

11.22 Uhr: Die Zahl der offiziell erfassten Menschen, die aus der Ukraine nach Deutschland geflohen sind, ist auf mehr als 335.000 angestiegen. Wie das Bundesinnenministerium am Dienstag per Twitter  mitteilte, zählte die Bundespolizei seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar insgesamt 335.578 Kriegsflüchtlinge – überwiegend Frauen, Kinder und alte Menschen.

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Innerhalb von 24 Stunden seien 3936 Neuankömmlinge hinzugekommen. Es ist davon auszugehen, dass die tatsächliche Zahl der Geflüchteten noch höher liegt, da es an den Grenzen keine festen Kontrollen gibt und sich Menschen mit ukrainischem Pass 90 Tage lang ohne Visum in der EU aufhalten dürfen.

SPD-Außenpolitiker Roth unterstützt Lieferung schwerer Waffen an Ukraine

10.27 Uhr: Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Michael Roth (SPD), unterstützt die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine. Eine entsprechende Forderung von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) sei »sicherlich richtig«, sagte Roth am Dienstag im Deutschlandfunk. Die Ukraine müsse in die Lage versetzt werden, von der russischen Armee besetzte Gebiete »zu befreien«.

»Das ist aus meiner Sicht die einzige Chance, um überhaupt zu einer Verhandlungslösung zu kommen«, argumentierte Roth. »Die Ukraine muss aus einer Position der Stärke und der Wehrhaftigkeit mit Russland verhandeln«. Nur so könne dieser Krieg beendet werden.

Der Vorsitzende des Außenausschusses sah nicht die Gefahr, dass die Nato über verstärkte Waffenlieferungen in den Krieg hineingezogen werden könnte. Es sei aber »ein schwieriger Balanceakt«, sagte er. »Rote Linie« bleibe, dass die Nato keine Truppen in die Ukraine schicken oder aus der Luft in den Konflikt eingreifen werde.

Führende Parlamentarier reisen in die Ukraine

10.18 Uhr: Drei führende Bundestagspolitiker reisen in die Ukraine. Der noch am Dienstag in der Westukraine geplante Besuch wurde nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa auf Einladung von ukrainischen Parlamentariern organisiert. An der Reise nehmen die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), der Vorsitzende des Europa-Ausschusses, Anton Hofreiter (Grüne) und der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Michael Roth (SPD), teil.

Alle drei Politiker hatten zuletzt mehr Tempo bei Waffenlieferungen gefordert. Ihre Reise soll nun als Zeichen der Solidarität gelten.

Russland fliegt weitere Luftangriffe in der Nacht

10.03 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben in der Nacht 32 militärische Objekte in der Ukraine beschossen. Dabei seien unter anderem ein Luftabwehrraketensystem vom Typ Buk-M1 sowie ein Munitionslager und eine Flugzeughalle mit ukrainischer Luftwaffentechnik zerstört worden, teilte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, mit.

Zudem berichtete die Behörde von heftigen nächtlichen Kämpfen in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol. »Die auf dem Territorium des Werks ›Iljitsch‹ eingeschlossenen Reste der ukrainischen Streitkräfte haben einen erfolglosen Versuch gemacht, aus der Stadt auszubrechen«, sagte Konaschenkow. Seinen Angaben zufolge haben etwa 100 ukrainische Soldaten den Ausbruchsversuch unternommen; die Hälfte davon sei getötet worden. Diese Angaben waren zunächst nicht unabhängig überprüfbar.

Zuvor hatten russische Militärs über die weitgehende Einnahme Mariupols berichtet. Verbliebene ukrainische Kräfte hätten sich in einem anderen Stahlwerk der Stadt namens »Asowstahl« verschanzt. Eduard Bassurin, ein Sprecher der prorussischen Separatisten, hatte am Montag vorgeschlagen, die Ukrainer dort, vor allem Mitglieder des nationalistischen Asow-Regiments, mithilfe von Chemiewaffentruppen »auszuräuchern«. Das Asow-Regiment berichtete anschließend von einem Giftgaseinsatz, der aber von offizieller ukrainischer Seite bislang nicht bestätigt wurde.

Putin trifft Lukaschenko an chinesischer Grenze

10 Uhr: Kremlchef Wladimir Putin ist zu einem Treffen mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko im äußersten Osten Russlands eingetroffen. Putin sei in der Stadt Blagoweschtschensk nahe der chinesischen Grenze gelandet, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Auch Lukaschenko, mit dem Putin anlässlich des Tages der Raumfahrt den geplanten Weltraumbahnhof Wostotschny besichtigen will, sei bereits vor Ort.

Geplant seien neben einem Gespräch mit Lukaschenko außerdem Treffen mit Arbeitern des Bahnhofs und die Auszeichnung von Kosmonauten, hieß es. Anschließend will Putin erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor fast sieben Wochen die Fragen von Medienvertretern beantworten. Russland hatte die Ukraine am 24. Februar überfallen. Seitdem griffen russische Truppen die Ukraine auch von belarussischem Gebiet aus an.

Ukraine prüft unbestätigte Informationen über russischen Chemiewaffeneinsatz in Mariupol

9.45 Uhr: Die Ukraine prüft unbestätigte Informationen, wonach Russland bei der Belagerung der südukrainischen Hafenstadt Mariupol chemische Waffen eingesetzt haben könnte, sagte die stellvertretende ukrainische Verteidigungsministerin Hanna Malyar. »Es gibt die Theorie, dass es sich um Phosphormunition handeln könnte«, sagte die Ministerin in einem Fernsehkommentar und fügte hinzu: »Offizielle Informationen werden später kommen.«

Der britische Militärgeheimdienst hatte bereits vor einem möglichen Einsatz von Phosphormunition vonseiten Russlands in Mariupol gewarnt. Russland habe solche Waffen bereits in der Region Donezk eingesetzt, hieß es aus London.

Unicef: Mindestens 142 Kinder gestorben – eigentliche Zahl deutlich höher

9.15 Uhr: In den knapp sieben Wochen seit dem russischen Einmarsch sind in der Ukraine nach Angaben des Uno-Kinderhilfswerks Unicef mindestens 142 Kinder getötet worden. In Wirklichkeit dürften die Zahlen allerdings deutlich höher sein, teilte die Organisation mit. Die Justiz in der Ukraine selbst sprach von mindestens 186 getöteten und 344 verletzten Kindern und Jugendlichen. Unicef verwies zudem auf die vielen Minderjährigen, die entweder mit ihren Familien geflüchtet seien oder weiter im Kriegsgebiet ausharrten. »Der Krieg ist weiter ein Albtraum für die Kinder der Ukraine«, sagte Unicef-Nothilfekoordinator Manuel Fontaine einer Mitteilung zufolge. Mehr als 4,5 Millionen Menschen seien seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar ins Ausland geflohen, hieß es weiter – davon seien rund 90 Prozent Frauen und Kinder. Rund sieben Millionen weitere seien zudem innerhalb der Ukraine vertrieben worden.

Großbritannien: Bei russischem Einsatz chemischer Waffen »alle Optionen auf dem Tisch«

9 Uhr: Falls Russland tatsächlich Chemiewaffen in der Ukraine eingesetzt hat, dann sind der britischen Regierung zufolge für eine Reaktion darauf alle Optionen auf dem Tisch. »Es gibt einige Dinge, die jenseits des Erlaubten liegen«, sagte der für die Streitkräfte zuständige Minister James Heappey dem Sender Sky News. Ein Einsatz chemischer Waffen würde eine Reaktion des Westens hervorrufen. »Und alle Optionen liegen auf dem Tisch, wie diese Reaktion aussehen könnte.« Die britische Außenministerin Liz Truss hatte am Montag erklärt, Großbritannien arbeite mit seinen Partnern zusammen, um die Einzelheiten von Berichten zu überprüfen, denen zufolge russische Streitkräfte möglicherweise chemische Kampfstoffe bei einem Angriff auf Mariupol eingesetzt haben.

London erwartet intensive Kämpfe in der Ostukraine

8.57 Uhr: Die britischen Geheimdienste erwarten in den kommenden zwei bis drei Wochen verstärkte Gefechte im Osten der Ukraine. Die Angriffe Russlands blieben fokussiert auf Ziele nahe von Donezk und Luhansk, hieß es in einem Update des Verteidigungsministeriums am Dienstagmorgen. Außerdem gebe es einen neuen Vorstoß in Richtung der Stadt Kramatorsk, wo vergangene Woche bei einem Raketenangriff den Bahnhof Dutzende Menschen ums Leben gekommen waren. Die Briten sehen unter Berufung auf ihre Geheimdienste außerdem Anzeichen dafür, dass weitere russische Truppen aus Belarus abgezogen werden – wohl mit der Absicht, sie in der Ostukraine einzusetzen.

Nokia zieht sich aus Russland zurück

8.56 Uhr: Der finnische Netzwerkausrüster Nokia will wegen der russischen Invasion in die Ukraine keine Geschäfte mehr in Russland machen. Nokia ziehe sich aus dem Markt zurück, sagte Firmenchef Pekka Lundmark der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Dienstag veröffentlichten Interview. Das sei die einzige Option. »Wir sehen einfach keine Möglichkeit, in dem Land unter den derzeitigen Umständen weiterzumachen«, sagte Lundmark. Damit geht der Konzern einen Schritt weiter als der schwedische Konkurrent Ericsson, der angekündigt hat, alle Aktivitäten in Russland auf unbestimmte Zeit auszusetzen.

Ukraine kündigt neun Fluchtkorridore an

8.52 Uhr: Für den heutigen Tag sind nach ukrainischen Angaben neun Fluchtkorridore für belagerte Orte vereinbart, unter anderem für die von Russlands Truppen eingekesselten Hafenstadt Mariupol. Dies teilte Vizeministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk mit. Zivilisten können sich mit privaten Fahrzeugen in Sicherheit bringen. Fünf der neun Korridore solle es in der Region Luhansk im Osten der Ukraine geben. Dort gab es nach ukrainischen Angaben erneut heftigen Beschuss durch russische Truppen.

FDP fordert rasche Lieferung schwerer Waffen in die Ukraine

8.30 Uhr: Der kommissarische Generalsekretär der FDP, Bijan Djir-Sarai, fordert eine rasche Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine. »Ich bin davon überzeugt, dass die Bundesregierung schwere Waffen liefern sollte«, sagte er im ARD Morgenmagazin. Russland stelle sich neu auf und der Krieg gehe damit in eine neue Phase. »Der Krieg wird in den nächsten Wochen noch brutaler werden, noch aggressiver werden. Das heißt, wir müssen alles dafür tun, damit die Ukraine in der Lage ist, sich zu verteidigen.« In den kommenden Tagen werde in der Regierung über Waffenlieferungen gesprochen. »Aber eins ist völlig klar, diese Entscheidung muss rasch getroffen werden, denn unfassbar viel Zeit haben wir nicht.«

Mit Blick auf Sanktionen gegen Russland und ein Ölembargo sagte Djir-Sarai: »Jede Form der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit diesem Regime, mit Putins Regime, ist eine Schande und muss schnellstmöglich beendet werden.« Bei Kohle und Öl sei ein Ende der Importe aus Russland rasch möglich, bei Gas sei es »weitaus anspruchsvoller.« Dagegen halte er eine Diskussion über ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen für drei Monate aktuell für unsinnig. »Das ist wirklich Blödsinn. Wir haben jetzt den Krieg in der Ukraine, und einigen Leuten fällt es offensichtlich nur ein, über das Tempolimit zu reden.«

Kiew: Russische Truppen bereiten Offensive im Osten vor

8.21 Uhr: Russische Truppen wollen Angaben aus Kiew zufolge mit einer bevorstehenden Offensive bis an die Verwaltungsgrenzen des ostukrainischen Gebiets Donezk vordringen. Russland werde versuchen, die bereits heftig umkämpfte Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer sowie die Kleinstadt Popasna im Gebiet Luhansk einzunehmen, teilte der ukrainische Generalstab mit. Von dort aus solle ein Angriff auf Kurachowe gestartet werden. Derzeit seien die Russen dabei, ihre Truppenverlegung in die grenznahen russischen Gebiete Belgorod und Woronesch abzuschließen.

In der fast zerstörten Stadt Mariupol hatte das ukrainische Asow-Regiment in der Nacht von einem angeblichen Angriff mit einer chemischen Substanz berichtet. Die Angaben des von Experten als nationalistisch und rechtsextrem eingestuften Regiments wurden zunächst von ukrainischer Seite nicht bestätigt. Der Militärsprecher der prorussischen Separatisten von Donezk, Eduard Bassurin, hatte zuvor allerdings einen möglicherweise bevorstehenden Angriff mit Chemiewaffen angedeutet.

Krieg treibt deutsche Inflation auf höchsten Stand seit 1981

8.20 Uhr: Steigende Energiepreise infolge des Krieges in der Ukraine haben das Leben in Deutschland im März so stark verteuert wie seit über 40 Jahre nicht mehr. Die Verbraucher zahlten für Waren und Dienstleistungen durchschnittlich 7,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. »Damit erreichte die Inflation im März 2022 einen neuen Höchststand seit der Deutschen Vereinigung«, hieß es dazu. »Im früheren Bundesgebiet hatte es ähnlich hohe Inflationsraten zuletzt im Herbst 1981 gegeben, als infolge des Ersten Golfkrieges zwischen dem Irak und dem Iran die Mineralölpreise deutlich gestiegen waren.« Damit ist die Inflation weit vom Wert zwei Prozent entfernt, den die Europäische Zentralbank (EZB) mittelfristig als ideal für die Konjunktur sieht.

Großbritannien prüft Berichte über Chemiewaffeneinsatz in Mariupol

7.15 Uhr: Die britische Regierung versucht Berichte zu verifizieren, wonach Russland bei einem Angriff auf die belagerte ukrainische Stadt Mariupol chemische Waffen eingesetzt haben soll. »Es gibt Berichte, dass die russischen Streitkräfte bei einem Angriff auf die Bevölkerung von Mariupol chemische Kampfstoffe eingesetzt haben könnten«, schrieb Außenministerin Liz Truss auf Twitter.

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»Wir arbeiten dringend mit Partnern zusammen, um die Details zu überprüfen«, erklärte Truss zu dem mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz. »Jeder Einsatz solcher Waffen wäre eine gefühllose Eskalation in diesem Konflikt, und wir werden Putin und sein Regime zur Rechenschaft ziehen«, schrieb Truss weiter.

Russischer Oppositioneller Wladimir Kara-Mursa festgenommen

6.50 Uhr: Der russische Oppositionelle Wladimir Kara-Mursa ist am Montag vor seinem Wohnhaus in Moskau von der Polizei festgenommen worden. Kara-Mursa müsse über Nacht in einem Polizeirevier bleiben, teilte sein Anwalt Wadim Prochorow mit. Ihm werde Widerstand gegen die Staatsgewalt zur Last gelegt. Dies kann nach russischem Recht eine Arreststrafe von bis zu 15 Tagen nach sich ziehen. Von anderen Vorwürfen war zunächst nichts bekannt. Kara-Mursa ist allerdings ein prominenter Kritiker von Präsident Wladimir Putin.

Wladimir Kara-Mursa

Wladimir Kara-Mursa

Foto: Hannah Wagner / dpa

Der 40-jährige Politiker und Journalist hat zweimal rätselhafte Vergiftungen nur knapp überlebt, für die er den russischen Geheimdienst verantwortlich macht. Recherchen der Investigativgruppe Bellingcat zufolge wurde Kara-Mursa von den Agenten des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB verfolgt, die auch in den Giftanschlag auf den Oppositionellen Alexej Nawalny verwickelt sein sollen (lesen Sie hier mehr).

Sanktionen gegen Russland: Europol unterstützt Ermittlungen

5.20 Uhr: Die Polizeibehörde Europol will die EU-Staaten bei der Durchsetzung von Sanktionen gegen russische Einzelpersonen und Unternehmen wegen Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine unterstützen. Zusammen mit der EU-Justizbehörde Eurojust und der Grenzschutzagentur Frontex habe man dazu die Mission »Oscar« gestartet, teilte die Behörde in Den Haag mit. Die Mission soll demnach bei finanziellen Ermittlungen zu Vermögenswerten helfen. Zudem wolle sie strafrechtliche Ermittlungen von EU-Ländern unterstützen, wenn Handels- und Wirtschaftssanktionen der Europäischen Union umgangen werden.

Ukrainische Regierung: 4350 Menschen aus umkämpften Gebieten evakuiert

5.05 Uhr: Aus den umkämpften Gebieten in der Ukraine sind etwa 4350 Zivilisten am Montag in Sicherheit gebracht worden. Das teilte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk in Kiew mit. Etwa 3850 Menschen seien mit eigenen Autos in der südukrainischen Stadt Saporischschja angekommen, darunter 550 Flüchtlinge aus Mariupol. Eine eigentlich mit der russischen Seite vereinbarte Evakuierung aus der Region mit Bussen habe nicht geklappt. Wereschtschuk machte dafür die russische Armee verantwortlich. Weitere 500 Menschen seien aus Städten im Osten evakuiert worden. Dort werden in den kommenden Tagen eine russische Offensive und heftige Kämpfe erwartet.

Ex-Merkel-Berater Vad gegen Lieferung von schweren Waffen

4.00 Uhr: Der ehemalige militärpolitische Berater von Altbundeskanzlerin Angela Merkel, Brigadegeneral a.D. Erich Vad, hat sich gegen die Lieferung von schweren Waffen an die Ukraine ausgesprochen. Solche Lieferungen seien potenziell ein »Weg in den Dritten Weltkrieg«, sagte Vad der Deutschen Presse-Agentur.

Außerdem könne man komplexe Waffensysteme wie den Kampfpanzer Leopard oder den Schützenpanzer Marder nur nach jahrelanger Ausbildung systemgerecht bedienen und einsetzen, sagte Vad. Sie nützten den Ukrainern militärisch aktuell und auf absehbare Zeit also gar nichts.

Welthandelsorganisation: Krieg in der Ukraine bedroht Weltwirtschaft und politische Stabilität

3.50 Uhr: Der russische Krieg gegen die Ukraine könnte die globale Wirtschaft nach einer Analyse der Welthandelsorganisation (WTO) in diesem Jahr bis zu 1,3 Prozentpunkte Wachstum kosten. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2022 nach Modellrechnungen nur noch um 3,1 bis 3,7 Prozent wachsen, erklärte die WTO in Genf in einer Analyse über die Folgen des Krieges für den Handel.

Als Grund führt die Organisation höhere Lebensmittel- und Energiepreise und fallende Exporte Russlands und der Ukraine an. »Ärmere Länder sind durch den Krieg großen Risiken ausgesetzt, weil sie im Vergleich zu reicheren Ländern einen größeren Teil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben«, hieß es. »Das könnte Folgen für die politische Stabilität haben.«

als/aar/bbr/col/vki/ngo/dpa/AFP/AP/Reuters