Konflikt mit Armenien Russland wirft Aserbaidschan Vorstoß in Bergkarabach vor

An der Grenze zwischen Aserbaidschan und Armenien gab es offenbar mehrere Angriffe in einem Gebiet, das unter dem Schutz russischer Friedenstruppen steht.
Russische Friedenstruppen steigen in ein Militärflugzeug ein (2020)

Russische Friedenstruppen steigen in ein Militärflugzeug ein (2020)

Foto: - / dpa

Armenien und Aserbaidschan streiten seit Jahrzehnten um die Kontrolle über die Region Bergkarabach. Heftige Gefechte endeten im November 2020 mit einem Waffenstillstand, der seither von russischen Truppen überwacht wird. Nun wirft Russland Aserbaidschan vor, in der umkämpften Region in den Verantwortungsbereich der von Moskau entsandten Friedenstruppen eingedrungen zu sein.

Aserbaidschanische Streitkräfte hätten in dem Gebiet, auf das auch Armenien Anspruch erhebt, in den vergangenen Tagen nahe Furuch vier Drohnenangriffe durchgeführt, so das russische Verteidigungsministerium. Aserbaidschan sei aufgefordert worden, seine Truppen zurückzuziehen.

Die international nicht anerkannte Republik Bergkarabach verhängte Medien zufolge vorübergehend den Kriegszustand. Bei jüngsten Kämpfen waren am Freitag drei Armenier getötet worden. Auch das armenische Außenministerium hatte Aserbaidschan bereits einen Vorstoß in den von den Russen kontrollierten Bereich vorgeworfen. Aserbaidschan bestritt das zuletzt und sprach seinerseits von »Sabotageakten« durch die armenische Seite.

Mehrere Medien hatten zuletzt vermutet, dass Russland Soldaten aus Karabach abgezogen habe, um sie im Krieg in der Ukraine einzusetzen. Dies wiederum habe die Lage im Südkaukasus destabilisiert. Russland bestätigte das bislang nicht.

vet/dpa