Dumawahlen Russland wirft USA Einmischung in bevorstehende Parlamentswahl vor

Bisher warfen die USA Russland vor, sich in Wahlen eingemischt zu haben. Jetzt beklagt sich der Kreml über eine angebliche Einflussnahme der Amerikaner – weil sie mit dem Putin-Kritiker Nawalny zusammenarbeiten.
Werbung für die Registrierung zur elektronischen Abstimmung bei der Parlamentswahl vom 17. bis 19. September

Werbung für die Registrierung zur elektronischen Abstimmung bei der Parlamentswahl vom 17. bis 19. September

Foto: Ulf Mauder / dpa

Russland hat den USA eine Einmischung in die russische Parlamentswahl in rund einer Woche vorgeworfen. Die App »Smarte Abstimmung« des inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny etwa sei »auf die ein oder andere Art mit dem Pentagon verbunden«, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Samstag im Staatssender Radio Rossii.

Über die »smarte Abstimmung« rufen Nawalnys Unterstützer die Russen bei der Wahl vom 17. bis zum 19. September zur Protestabstimmung gegen die Kremlpartei »Einiges Russland« auf. Die dazugehörige Homepage ist seit einigen Tagen in Russland blockiert. Die Behörden haben zudem den Internet-Suchmaschinen Google und Yandex untersagt, den Begriff »Smarte Abstimmung« in Suchergebnissen anzuzeigen.

Sacharowa verwies außerdem auf ein Gespräch zwischen Russlands Vize-Außenminister Sergej Rjabkow und dem US-Botschafter in Moskau, John Sullivan, am Freitag. Sullivan sei erklärt worden, dass die russische Seite »unwiderlegbare Beweise« für Gesetzesverstöße durch US-amerikanische Internetriesen im Zusammenhang mit der bevorstehenden Dumawahl habe, hieß es in einer Mitteilung. Von US-Seite gab es zunächst keine Reaktion auf die Vorwürfe.

nek/dpa
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