Zensur der Kriegsberichterstattung Russland schränkt Zugriff auf BBC und Deutsche Welle ein

Behörden in Russland haben offenbar den Zugriff auf unabhängige Medien weiter eingeschränkt. Mehrere Websites waren in der Nacht auf Freitag schwer erreichbar – betroffen ist auch der Onlineauftritt der Deutschen Welle.
Deutsche Welle: In den Morgenstunden lag die Erreichbarkeit der Website dw.de in Russland laut GlobalCheck bei null Prozent

Deutsche Welle: In den Morgenstunden lag die Erreichbarkeit der Website dw.de in Russland laut GlobalCheck bei null Prozent

Foto: Yuri Kadobnov / AFP

Die russischen Behörden haben den Zugang zu den Websites der Deutschen Welle und weiterer unabhängiger Medien nach eigenen Angaben »eingeschränkt«. Von dem Schritt sind neben dem deutschen Auslandssender auch die Websites von BBC, Medusa und Swoboda betroffen, teilte die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP mit. Die Nichtregierungsorganisation GlobalCheck  und AFP-Journalisten hatten in der Nacht zum Freitag Zugangsprobleme bei den Websites der Medien wie auch zu Facebook festgestellt. Die Website der Deutschen Welle (dw.de) zeigte laut GlobalCheck in den Morgenstunden eine Erreichbarkeit von null Prozent.

Russlands Behörden haben ihr Vorgehen gegen kritische Stimmen in den Medien seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine massiv verschärft. Der unabhängige Radiosender Echo Moskwy (Moskauer Echo) etwa hatte am Donnerstag seine Auflösung bekannt gegeben, nachdem er wegen seiner Berichterstattung über die Invasion in der Ukraine mit einem Sendeverbot belegt worden war. Auch der unabhängige Fernsehsender Doschd wurde verboten.

Russische Medien waren nach dem Einmarsch in die Ukraine angewiesen worden, nur offizielle Informationen der russischen Behörden für ihre Berichterstattung zu verwenden. Begriffe wie »Angriff« oder »Invasion« im Zusammenhang mit dem Einmarsch in die Ukraine sind verboten. Die Behörden stellen den Angriffskrieg auf die Ukraine lediglich als »Sondereinsatz« des Militärs und Friedensmission zum Schutz russischsprachiger Ukrainer dar.

Auch ausländische Medien waren von den Restriktionen betroffen. Anfang Februar war das Korrespondentenbüro der Deutschen Welle in Moskau geschlossen  worden, nachdem Russland am Tag zuvor ein Sendeverbot erteilt hatte. Mitarbeiter mussten ihre Akkreditierungen abgeben. Der Schritt Russlands war eine Reaktion auf ein Sendeverbot der deutschen Medienregulierer für das Mitte Dezember gestartete deutschsprachige TV-Programm RT DE des russischen Staatsmediums RT.

mfh/ime/AFP/dpa