Russlandaffäre Trumps Ex-Sicherheitsberater Flynn will Geständnis zurückziehen

In der Russlandaffäre um die von Donald Trump gewonnene US-Wahl 2016 will dessen Ex-Berater Michael Flynn sein Geständnis zurückziehen. Ermittler hatten ihm Straffreiheit zugesichert, doch die soll nun nicht mehr gelten.
Michael Flynn im Jahr 2017, als er noch Trumps Sicherheitsberater war. Nun spricht er von "Arglist" und "Rachsucht"

Michael Flynn im Jahr 2017, als er noch Trumps Sicherheitsberater war. Nun spricht er von "Arglist" und "Rachsucht"

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Carlos Barria/ REUTERS

US-Präsident Donald Trump muss sich in Kürze einem Amtsenthebungsverfahren im Senat wegen der versuchten Beeinflussung der kommenden Wahl mithilfe der Ukraine stellen. Doch nun drängt die Russlandaffäre zur US-Präsidentschaftswahl 2016 wieder in die Schlagzeilen.

Michael Flynn, hochrangiger Ex-Militär, diente Trump Anfang 2017 für wenige Wochen als Sicherheitsberater, dann trat er zurück. Er hatte in einer Aussage zu den Russlandermittlungen eingeräumt, das FBI über Treffen mit russischen Diplomaten belogen zu haben. Ermittler Robert Mueller, der Trump wegen russischer Wahlkampfhilfe überführen wollte, sicherte Flynn für seine Aussagen Straffreiheit zu, doch die soll nun nicht mehr gelten.

Trotz Muellers damaliger Zusage, Flynn nicht zu inhaftieren, sprach sich die Bundesstaatsanwaltschaft vergangene Woche für eine Haftstrafe von bis zu sechs Monaten für ihn aus. Das Urteil sollte in zwei Wochen verkündet werden. Flynns Anwälte baten nun um eine Verschiebung des Urteils.

Flynns Anwälte teilten darum mit, Flynn wolle sein damaliges Geständnis zurücknehmen. Grund seien "Arglist" und "Rachsucht" der Regierung, die sich nicht an eine Vereinbarung gehalten habe, heißt es in Unterlagen, die seine Anwälte am Dienstag bei dem zuständigen Gericht einreichten.

cht/dpa/Reuters
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