Mögliche russische Gefangenschaft Zwei US-Bürger nach freiwilligem Kampfeinsatz offenbar in der Ostukraine verschwunden

Sie kämpften offenbar freiwillig für die Ukraine, jetzt sind zwei US-Amerikaner im Osten des Landes unauffindbar. Sollte Russland sie gefangen halten, könnte das erhebliche diplomatische Konsequenzen haben.
Ukrainische Einheiten in der Nähe von Charkiw (Symbolbild vom 8. Mai)

Ukrainische Einheiten in der Nähe von Charkiw (Symbolbild vom 8. Mai)

Foto: Felipe Dana / dpa

Sie sollen sich als Freiwillige der ukrainischen Armee angeschlossen haben – jetzt könnten sich ein 39-jähriger und ein 27-jähriger US-Bürger in russischer Kriegsgefangenschaft befinden. Wie der britische »Telegraph«  von anderen Soldaten erfahren haben will, wurden die beiden bei Kämpfen außerhalb der Stadt Charkiw im Osten des Landes gefangen genommen.

Die US-Regierung bestätigte die Berichte nicht, warnt US-Bürger aber vor Reisen in die Ukraine. Sollten die Meldungen über die zwei Kriegsgefangenen stimmen, werde man »alles tun, was in unserer Macht steht«, sagte John Kirby, ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates laut Reuters. Derzeit lassen sich die Angaben nicht unabhängig überprüfen.

Auch die »Washington Post« berichtet  nach Telefongesprächen mit den Familien der Männer von einer möglichen Gefangennahme. Demnach stehen die Familien nach eigenen Angaben eng mit den US-Behörden im Austausch.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Bestätigen sich die Meldungen, kommen auf die US-Regierung neue Probleme zu. Die Gefangennahme könnte diplomatische Folgen haben, da Russland die Soldaten als Beweis für eine direkte Verwicklung der USA in den Krieg nutzen könnte. Zudem könnte der russische Präsident Wladimir Putin wesentliche Zugeständnisse für die Freilassung verlangen.

Der 39-jährige Soldat stammt dem »Telegraph« zufolge aus Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama. Er schloss sich nach dem 11. September 2001 der US-Armee an und diente im Irak. Sein 27-jähriger Kamerad lebte in Alabama. Er hatte vier Jahre bei den US-Marines gedient, aber keine Kampferfahrung.

Ein Kamerad der beiden Männer habe der britischen Zeitung gesagt, die Amerikaner seien gefangen genommen worden, nachdem sie während eines Gefechts am vergangenen Donnerstag im Dorf Izbytske nordöstlich von Charkiw auf eine größere russische Streitmacht gestoßen seien.

»Es stellte sich heraus, dass die Russen sie bereits angriffen«

»Wir waren auf einer Mission unterwegs, und die ganze Sache lief völlig aus dem Ruder, mit schlechten Informationen«, sagte er dem Bericht zufolge. »Uns wurde gesagt, die Stadt sei sicher, aber es stellte sich heraus, dass die Russen sie bereits angriffen.« Überprüfen lassen sich die Aussagen aktuell nicht.

Der Soldat vermute, dass die beiden Amerikaner bei einer Explosion das Bewusstsein verloren haben müssten und dann gefangen worden seien. Später hätten die anderen Soldaten erfolglos nach ihnen gesucht. »Wären sie von der Panzergranate getroffen worden, hätte man am Tatort Überreste ihrer Körper oder ihrer Ausrüstung gefunden.«

Angeblich russische Botschaften über Amerikaner

Laut »Telegraph« soll sich der Verdacht später erhärtet haben, als in einem russischen Telegram-Kanal veröffentlicht worden sei, dass zwei amerikanische Soldaten in der Nähe von Charkiw in Kriegsgefangenschaft genommen wurden.

Zuvor waren zwei britische und ein marokkanischer Kämpfer im Donbass gefasst worden. Sie könnten als »Söldner« hingerichtet werden. Die britische Außenministerin Liz Truss nannte das Urteil gegen die Männer ein »Scheinurteil ohne jegliche Legitimität«.

ani/jok/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.