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Nach russischen Luftangriffen Flugobjekt aus Richtung Ukraine soll in Polens Luftraum eingedrungen sein

Am Morgen hat Russland die ukrainische Grenzstadt Lwiw angegriffen. Polnische Behörden beobachteten, wie ein unidentifiziertes Flugobjekt in den Luftraum des Nato-Staats eindrang. Polizisten und Soldaten suchen nach möglichen Trümmern.
Russische Luftangriffe auf die Ukraine nahe der Grenze zu Polen

Russische Luftangriffe auf die Ukraine nahe der Grenze zu Polen

Foto: Artur Abramiv / dpa

Ein nicht identifiziertes Flugobjekt ist am Freitag polnischen Angaben zufolge aus Richtung der Ukraine in den polnischen Luftraum eingedrungen. »Das Objekt kam von der Grenze zur Ukraine«, sagte der Sprecher des Operativen Kommandos der Streitkräfte, Jacek Goryszewski, dem Fernsehsender TVN24. »In der Nacht wurde das ukrainische Gebiet stark beschossen, dieser Vorfall könnte damit zusammenhängen.«

Das Flugobjekt sei in den frühen Morgenstunden entdeckt worden und vom Moment des Eindringens in den Luftraum bis zum Verschwinden des Signals von den Funkortungsmitteln des Luftverteidigungssystems beobachtet worden. Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz schrieb, er sei in ständigem Kontakt mit dem Präsidenten, dem Regierungschef und dem Generalstab.

Nach Informationen des Radiosenders Rmf.fm suchten Polizisten und Soldaten in der Nähe der Stadt Zamosc im Südosten des Landes nach Trümmern eines möglicherweise abgestürzten Flugobjekts. Einwohner der Region in der Nähe zur ukrainischen Grenze berichteten polnischen Medien von einem schnell fliegenden Objekt, das in Richtung Westen unterwegs gewesen sei.

Schwere russische Luftangriffe auf Ukraine

Am Freitag hatte Russland die schwersten Luftangriffe auf die Ukraine seit Monaten ausgeführt. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe kamen dabei 158 Raketen und Kampfdrohnen gegen das Land zum Einsatz, die Behörden meldeten Tote und zahlreiche Verletzte. »Derart viele rote feindliche Ziele haben wir seit Langem nicht mehr auf unseren Monitoren gehabt«, sagte Luftwaffensprecher Jurij Ihnat.

Unter den angegriffenen Zielen war auch die westliche Stadt Lwiw, die rund 70 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt ist. Die Stadt sei von Drohnen attackiert worden, teilten die ukrainischen Behörden mit.

Im November 2022 war in einem polnischen Dorf im Grenzgebiet zur Ukraine eine Rakete eingeschlagen, zwei Zivilisten kamen ums Leben. Der Westen geht davon aus, dass es sich damals um eine ukrainische Flugabwehrrakete handelte, die zur Verteidigung gegen russische Angriffe eingesetzt wurde.

Das Nato-Mitglied Polen und die Ukraine sind traditionell enge Verbündete. Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine gehört Warschau zu den größten Unterstützern und Waffenlieferanten Kiews.

slü/dpa