Angaben des US-Verteidigungsministeriums Bis zu 80.000 Russen in Ukrainekrieg getötet oder verletzt

Das Pentagon hat Schätzungen zu den Verlusten der russischen Streitkräfte seit der Invasion vorgelegt. Es soll Zehntausende Opfer geben – und erhebliche Probleme bei der Ausrüstung.
Abtransport eines toten russischen Soldaten in Zavalivka, westlich von Kiew (am 11. Mai)

Abtransport eines toten russischen Soldaten in Zavalivka, westlich von Kiew (am 11. Mai)

Foto: Sergei Supinsky / AFP

Wenn es um die Rückschläge der eigenen Streitkräfte geht, hält sich der Kreml äußerst bedeckt. Angaben zu Todesopfern, Verletzten oder Verlusten beim Kriegsgerät dringen nicht nach draußen. Dafür haben nun die USA Schätzungen veröffentlicht – sie unterstützen die Ukraine seit der Invasion mit Geheimdienstinformationen.

Nach Ansicht des US-Verteidigungsministeriums sind bereits bis zu 80.000 russische Soldaten getötet oder verletzt worden. »Die Russen haben vermutlich 70.000 bis 80.000 Opfer in weniger als sechs Monaten erlitten«, sagte der hochrangige Pentagon-Vertreter Colin Kahl am Montag vor Journalisten in Washington.

Zudem habe die russische Armee »drei- oder viertausend« gepanzerte Fahrzeuge eingebüßt. Womöglich stünde ihr auch bald nicht mehr genug Raketennachschub für ihren Krieg zur Verfügung.

Die Verluste Moskaus seien »ziemlich bemerkenswert angesichts dessen, dass die Russen nicht eines der von (Präsident) Wladimir Putin zu Kriegsbeginn genannten Ziele erreicht haben«, so Kahl weiter. Er sagte zudem, dass auch viele ukrainische Soldaten getötet wurden – eine Zahl nannte der Pentagon-Vertreter aber nicht.

Russland war am 24. Februar in die Ukraine einmarschiert. Seitdem liefern sich beide Seiten heftige Gefechte. Offizielle Angaben über Todesopfer in ihren Reihen werden weder von Kiew noch von Moskau gemacht.

Weitere Milliarden aus den USA

Kahl bezeichnete den Krieg als den »intensivsten konventionellen Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg«. Die Ukrainer sehe er derzeit klar im Vorteil, insbesondere weil sie den russischen Streitkräften hinsichtlich ihrer Moral und ihres Kampfeswillen überlegen seien, sagte Kahl. »Für sie steht existenziell viel auf dem Spiel. Sie kämpfen um das Überleben ihres Landes.«

Die US-Regierung will der von Russland angegriffenen Ukraine weitere 4,5 Milliarden US-Dollar (rund 4,4 Milliarden Euro) für den Staatshaushalt zur Verfügung stellen. Mit dem Geld solle das durch Russlands Angriffskrieg verursachte Haushaltsdefizit gelindert werden, teilte die US-Behörde für internationale Entwicklung am Montag mit. Die Regierung der Ukraine werde die Mittel in Tranchen erhalten, beginnend mit einer Auszahlung von drei Milliarden im August. Die Mittel sollen dem Land über die Weltbank zur Verfügung gestellt werden.

Die zusätzliche Finanzierung solle dazu beitragen, dass die ukrainische Regierung grundlegende Funktionen für ihre Bevölkerung aufrechterhalten könne, hieß es weiter.

jok/AFP
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