Acht Milliarden – Russlands Krieg Wie stark sind die Armeen Finnlands und Schwedens?

Blockfreiheit im Friedensfall, Neutralität im Krieg – so lautet bisher das Credo Schwedens. Jetzt strebt das skandinavische Land eine Nato-Mitgliedschaft an, genau wie Nachbar Finnland.
Ein Podcast von Olaf Heuser und Jan Petter

Seit Russland am 24. Februar 2022 die Ukraine angegriffen hat, hört man immer wieder das Wort »Finnlandisierung«.

Dieser politische Ausdruck entstand durch die besondere Geschichte Finnlands. Noch bis zu Lenins Oktoberrevolution war Finnland ein autonomes Gebiet im Russischen Reich, dann erklärte sich das Land für unabhängig. Im Zweiten Weltkrieg griff die Sowjetunion den Nachbarstaat an, was jahrelange Kampfhandlungen zur Folge hatte. Danach schlossen beide Staaten den Finnisch-Sowjetischen Vertrag von 1948, der einen gewissen sowjetischen Einfluss auf Finnlands Politik vorsah und Finnlands Aktivitäten in Militärbündnissen wie der Nato minimierte. Eine Neutralität, die im Kalten Krieg stets die Absprache mit dem russischen Nachbarn verlangte.

Auch Schweden bestand in dieser Zeit auf seiner neutralen Stellung in der Geopolitik. Als politische Maxime galt die Formel »Blockfreiheit in Friedenszeiten und Neutralität in Kriegszeiten«. Das ändert sich jetzt.

»Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine ist das eben wesentlich anders geworden«, erklärt SPIEGEL-Redakteur Jan Petter im Podcast, »Finnland hat eine 1300 Kilometer lange Grenze mit Russland. Schweden ist nicht so weit entfernt und deshalb haben die beiden sich das jetzt überlegt und sagen: Wir müssen was tun. Wir können nicht länger die beiden einzigen Staaten bleiben, die in der Region nicht Teil eines Militärbündnisses sind.«

Wie schnell hat Russlands Invasion der Ukraine die traditionellen Haltungen der skandinavischen Staaten geändert? Wie stark ist das Militär in beiden Staaten? Und warum reagiert gerade die Türkei über die Beitrittsgesuche verärgert? Das erzählt Jan Petter in dieser Episode des SPIEGEL-Auslandspodcasts »Acht Milliarden«.

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