Prorussische Demonstration Putin wird in Belgrad gefeiert

Weltweit wird der russische Angriff auf die Ukraine verdammt. Doch in Serbien gehen Menschen auf die Straße und bejubeln Putins Feldzug.
Belgrad am Freitagabend: Demonstranten feiern Putin für den Einmarsch in der Ukraine

Belgrad am Freitagabend: Demonstranten feiern Putin für den Einmarsch in der Ukraine

Foto: Marko Drobnjakovic / dpa

In der serbischen Hauptstadt Belgrad sind rund tausend prorussische Demonstranten auf die Straße gegangen, um ihrer Unterstützung für den russischen Einmarsch in die Ukraine Ausdruck zu verleihen. Mit russischen Flaggen und Bildern von Kremlchef Wladimir Putin zogen die Demonstranten am Freitagabend durch das Stadtzentrum. Viele skandierten dabei Nato-feindliche Parolen. »Die Ukraine wird derzeit von Neonazis befreit«, sagte der 22-jährige Demonstrant Nikola Babic der Nachrichtenagentur AFP. »Die Russen – unsere Brüder – befreien das Land und hoffentlich die Welt.«

Während in vielen anderen europäischen Großstädten Proteste gegen die russische Invasion in der Ukraine stattfinden, unterstützen viele Serben den russischen Präsidenten Putin. Eine Reihe serbischer Medien verteidigte in den vergangenen Tagen dessen Angriff auf das Nachbarland. In der Uno-Vollversammlung stimmte Serbien zwar für eine Resolution, die den Angriff Russlands auf die Ukraine verurteilt. Den westlichen Sanktionen gegen Russland hat sich das Land aber nicht angeschlossen. Serbien ist energiepolitisch stark von Russland abhängig.

Putin begründet den Krieg gegen die Ukraine damit, dass es sich um einen Kampf gegen »Neonazis« handele, von denen das Nachbarland befreit werden müsse. Ukrainer und Russen seien »ein Volk«. Im »Kiewer Regime« hätten die Neonazis das Sagen, behauptet Putin. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat jüdische Wurzeln und bestreitet die Vorwürfe vehement. Jüdische Einrichtungen im Land unterstützen Selenskyj.

jul/AFP
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