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»Acht Milliarden« – Die russische Aggression Sind wir für hybride Kriegführung gerüstet?

Propaganda und Desinformation, Cyberangriffe, unterschwellige Einflussnahme – die Liste hybrider Bedrohungen ist lang. Wie sich EU und Nato auf solche Angriffe vorbereiten.
Ein Podcast von Janita Hämäläinen und Sönke Marahrens

»Jetzt wird es Spannungen geben.« Das sagte Russlands Machthaber Wladimir Putin diese Woche, nachdem die Nato den Weg frei machte für einen Beitritt Finnlands und Schwedens. Es ist nicht seine erste Drohung. Seit vor allem in Finnland verstärkt über eine mögliche Nato-Mitgliedschaft diskutiert wird, hat Putin immer wieder gegen die Länder im Norden Europas gestichelt. Parallel kam es in den vergangenen Jahren in der Region zu Cyberattacken, Hackerangriffen und Luftraumverletzungen – Aktionen, die von Fachleuten als »hybrid« bezeichnet werden.

Oberst i.G. Sönke Marahrens ist Direktor für Strategie und Verteidigung am European Center of Excellence for Countering Hybrid Threat. Das internationale Forschungsinstitut mit Sitz in Helsinki beschäftigt sich seit 2017 explizit mit hybriden Bedrohungen.

Es sei schwierig, hybride Kriegsführung zu fassen, sagt Marahrens im Podcast, »weil es teilweise sehr unterschwellig laufen kann, aber dann auch teilweise, wie wir es in der Ukraine im Jahr 2014 gesehen haben und dann ab Februar dieses Jahres, auch sehr massiv ablaufen kann.« Bevor das russische Regime im Februar in die Ukraine einmarschierte, verstärkte es über Jahre hinweg seine Cyberangriffe.

Für Marahrens ist die Ukraine ein Beispiel für einen »schiefgegangenen hybriden Krieg«, denn »Russland wollte im Grunde das Gleiche machen wie in Kasachstan im Januar: Sie wollten sehr schnell rein, ein Regimewechsel erzeugen und eine eigene Marionettenregierung einrichten. Nur kam für die Russen schnell das Problem auf, dass sie die Ukrainer massiv unterschätzt hatten. Die letzten sieben Jahre, die die Ukraine als Vorbereitungszeit hatte für einen richtigen Krieg, wurden dort anscheinend vernünftig genutzt.«

Das Hybrid CoE berät die Staaten bei Sicherheitsstrategien. Für Deutschland sieht Marahrens noch Verbesserungsbedarf: »Wenn Sie in den Koalitionsvertrag schauen, finden Sie zwar Andeutungen von hybrider Bedrohung, aber dieses Thema nicht als eigenen Fall. In Resilienz zu investieren, das ist gut angelegtes Geld.«

Die aktuelle Podcast-Folge hören Sie hier:

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