Verstorbene US-Richterin Leichnam von Ruth Bader Ginsburg wird in Supreme Court und Kapitol aufgebahrt

Nach dem Tod von Ruth Bader Ginsburg sind in Washington mehrere Zeremonien geplant. Auch der Ruheort der US-Richterin steht bereits fest. Präsident Trump zweifelt derweil an Ginsburgs letzten Worten.
Bader Ginsburg im Jahr 2019: Beerdigung auf dem Nationalfriedhof Arlington

Bader Ginsburg im Jahr 2019: Beerdigung auf dem Nationalfriedhof Arlington

Foto: LINDSAY DEDARIO / REUTERS

Der am Freitag verstorbenen Richterin am Obersten US-Gericht Ruth Bader Ginsburg soll mit mehreren Zeremonien in der Hauptstadt Washington gedacht werden. Nach Angaben des Supreme Court wird am Mittwoch zunächst eine private Trauerfeier mit Ginsburgs Familie, Freunden und anderen Richtern stattfinden.

Einige Mitarbeiter von Ginsburg sollen den Sarg vor dem Gericht in Empfang nehmen und anschließend tragen. Nach Angaben des Gerichts entspricht dies der Tradition. Der gleiche Ablauf wurde demnach auch nach dem Tod der früheren Richter John Paul Stevens und Antonin Scalia gewählt.

Anders als bei vorherigen Todesfällen soll Ginsburgs Leichnam wegen der Coronavirus-Pandemie allerdings nicht in der Großen Halle des Gerichts, sondern unter dem Säulenvorbau aufgebahrt werden. Hier können Bürger der Juristin am Mittwoch und Donnerstag zwei Tage lang die letzte Ehre erweisen und Abschied nehmen.

Trump zweifelt an Ginsburgs letztem Wunsch

Am Freitag soll der Sarg in das Kapitol überführt werden, wo laut der demokratischen Sprecherin des Repräsentantenhauses ebenfalls eine private Trauerzeremonie stattfinden soll. Erst in der kommenden Woche soll Ginsburg schließlich auf dem Nationalfriedhof Arlington vor den Toren der US-Hauptstadt beerdigt werden.

US-Präsident Donald Trump kündigte indes an, bereits zum Wochenende eine Nachfolgerin Ginsburgs nominieren zu wollen. "Ich denke, es wird Freitag oder Samstag sein", sagte Trump dem Sender Fox News. Trump sagte jedoch auch, er wolle bis nach der Beisetzung warten. Der US-Präsident will eine Frau für Ginsburgs Nachfolge vorschlagen. (Lesen Sie hier eine Übersicht der Kandidatinnen.)

Trump äußerte zudem Zweifel, dass es Ginsburgs letzter Wunsch gewesen sei, nicht ersetzt zu werden, bis ein neuer Präsident im Amt sei. Eine entsprechende Äußerung soll die Richterin laut dem Sender NPR wenige Tage vor ihrem Tod gegenüber ihrer Enkelin Clara Spera gemacht haben.

Trump sagte bei Fox News, er wisse nicht, ob Ginsburg das gesagt habe oder dies von seinen demokratischen Gegenspielern im Kongress, Nancy Pelosi, Chuck Schumer und Adam Schiff, formuliert worden sei. "Ich würde eher zum Zweiten tendieren", sagte Trump.

Ginsburg war 27 Jahre Richterin am Supreme Court und galt als liberale Ikone der USA. Sie war am Freitag im Alter von 87 Jahren an den Folgen einer Bauchspeicheldrüsenkrebserkrankung gestorben.

Die Juristin war 1993 vom damaligen US-Präsidenten Bill Clinton zur Richterin am Supreme Court ernannt worden und war unter anderem wegen ihres Einsatzes für Frauenrechte bei vielen Amerikanerinnen und Amerikanern äußerst beliebt. Ihr Tod könnte die Machtverhältnisse im Supreme Court unmittelbar vor der Präsidentschaftswahl am 3. November einschneidend verändern. Von den neun Sitzen im Supreme Court werden jetzt nur noch drei von Liberalen gehalten.

fek/dpa/AFP/Reuters
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