Nach Angriff in New York Salman Rushdie laut Medien von Ermittlern vernommen

Dem Schriftsteller Salman Rushdie geht es nach der Attacke auf ihn besser, das bestätigte seine Familie. Wie CNN berichtet, beantwortete er im Krankenhaus nun erstmals Fragen von Beamten.
Salman Rushdie (im September 2016)

Salman Rushdie (im September 2016)

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Brian Snyder / REUTERS

Nach dem Angriff auf Salman Rushdie hat der Schriftsteller einem Bericht zufolge mit Ermittlern gesprochen. Der Autor sei am Montag im Krankenhaus bei Bewusstsein gewesen und habe Fragen der Beamten beantwortet, berichtete der TV-Sender CNN unter Berufung auf Polizeikreise. Es sei jedoch zunächst unklar gewesen, was der 75-Jährige genau gesagt habe. Anfragen bei der Polizei für eine Bestätigung der Informationen blieben zunächst unbeantwortet.

Der britisch-indische Autor war am Freitag bei einer Veranstaltung im Westen des US-Bundesstaats New York von einem Mann angegriffen worden . Seitdem wird Rushdie in einem Krankenhaus wegen schwerer Stichwunden behandelt. Am Sonntag teilte sein Sohn Zafar Rushdie bei Twitter mit, dass es ihm besser gehe. Der Zustand des 75-Jährigen sei noch immer ernst. Aber er sei nicht mehr an ein Beatmungsgerät und eine zusätzliche Sauerstoffversorgung angeschlossen.

Nach der Tat wurde ein 24-Jähriger festgenommen und wegen versuchten Mordes angeklagt. Vor einem Gericht plädierte er auf nicht schuldig. Zu einem Tatmotiv gibt es weiter keine Angaben.

Jahrelanges Verstecken nach Todesurteil in Iran

Rushdie wird wegen seiner Bücher seit Jahrzehnten von religiösen Fanatikern verfolgt. Wegen seines Werks »Die satanischen Verse« aus dem Jahr 1988 hatte der damalige iranische Revolutionsführer Ajatollah Khomeini zur Tötung des Autors aufgefordert. Er warf Rushdie vor, in seinem Roman den Islam, den Propheten und den Koran beleidigt zu haben. Auf das Todesurteil folgten damals eine dramatische Flucht Rushdies und jahrelanges Verstecken. Seit mehr als 20 Jahren lebt er in New York.

US-Außenminister Antony Blinken erklärte am Sonntag, iranische Staatsmedien hätten sich über den Angriff »hämisch gefreut«. Das sei verachtenswert, hieß es in der Mitteilung .

Der iranische Außenamtssprecher Nasser Kanaani teilte laut der Nachrichtenagentur Isna am Montag mit, dass es keine Verbindung zwischen Iran und dem Täter gebe. Rushdie habe mit seinem Werk nicht nur Iran, sondern Muslime weltweit beleidigt, »niemand außer ihm und seinen Anhängern hat Schuld und Anschuldigungen verdient«, sagte Kanaani. Seine Aussagen waren die ersten offiziellen Äußerungen Irans seit dem Angriff.

hba/dpa
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