Spannungen im Südpazifik Salomonen verwehren allen ausländischen Marineschiffen Hafeneinfahrt

Die Salomonen liegen strategisch wichtig im Südpazifik. Ein Anfahrverbot für die US-Marine wurde nun auf Militärschiffe aller Länder ausgeweitet. Der Westen fürchtet, dass Chinas Einfluss in der Region weiter wächst.
Die Salomonen liegen strategisch wichtig im Südpazifik

Die Salomonen liegen strategisch wichtig im Südpazifik

Foto: Michael Pitts / Nature Picture Library / IMAGO

Die Regierung der Salomonen will zunächst keine Militärschiffe mehr ihre Häfen anlaufen lassen. Zunächst müssten Genehmigungsverfahren überarbeitet werden. Die Regierung des Lands am Südpazifik äußerte sich, nachdem sie zunächst einem US-Militärschiff die Einfahrt in den Hafen versagt und anschließend ein Moratorium für Schiffe der US-Marine ausgesprochen hatte.

Die Beziehungen zwischen USA und Salomonen sind angespannt, seit das Land im Südpazifik vor wenigen Monaten ein umstrittenes Sicherheitsabkommen mit China vereinbart hat. China weitet damit seinen Einfluss im Südpazifik aus. Der damals geschlossene Pakt hat Befürchtungen geweckt, dass ein chinesischer Marinestützpunkt 2000 Kilometer vor der Nordostküste Australiens errichtet werden könnte. Eine chinesische Militärpräsenz auf den Salomonen würde das Land nicht nur vor die Haustür Australiens und Neuseelands bringen, sondern auch in die Nähe des US-Territoriums Guam mit seinen Militärbasen.

Neues Verfahren soll für alle Militärschiffe gelten

Premierminister Manasseh Sogavare sagte, die Besatzung des US-Schiffs habe es versäumt, die erforderlichen Informationen rechtzeitig zu liefern, damit sein Büro den Anlauf im Hafen genehmigen konnte. Das Schiff tankte stattdessen in Papua-Neuguinea auf. Ein britisches Schiff habe seinen Antrag auf einen Besuch zurückgezogen, sagte Sogavare.

»Die Verzögerungen bei diesen Genehmigungen zeigen, dass die Regierung ihre Genehmigungsanforderungen und -verfahren für den Besuch von Militärschiffen auf den Salomonen überprüfen und verfeinern muss«, so Sogavare in einer Erklärung.

»Zu diesem Zweck haben wir unsere Partner gebeten, uns Zeit zu geben, um unsere neuen Verfahren zu überprüfen und einzuführen, bevor wir weitere Anträge für die Einreise von Militärschiffen stellen«, so Sogavare weiter. Er sagte, das neue Verfahren werde allgemein für alle Militärschiffe gelten, die das Land besuchen.

Die amerikanischen und britischen Schiffe haben an der Operation Island Chief teilgenommen. Dabei unterstützen die USA, Australien, Großbritannien und Neuseeland die an der Operation teilnehmenden pazifischen Inselstaaten, einschließlich der Salomonen, mit Luft- und Oberflächenüberwachung bei der Bekämpfung illegaler Fischerei. 17 pazifische Staaten haben sich zum Pacific Islands Forum zusammengeschlossen. Das Meeresüberwachungszentrum hat seinen Sitz in der salomonischen Hauptstadt Honiara.

Der australische Verteidigungsminister Richard Marles sagte, die Frage, ob Militärschiffe die Salomoninseln besuchen dürfen, sei Sache der Regierung der Salomonen. »Ich bin zuversichtlich, dass wir, wenn wir uns als Nation anstrengen, der bevorzugte Partner der Salomonen sein werden, und wir strengen uns an«, sagte Marles gegenüber einem australischen Sender. Auf die Frage, ob er sich um eine Klärung mit den Salomonen bemüht habe, sagte Marles, es gebe »laufende Gespräche« mit Honiara.

muk/AP
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