Spannungen im Südpazifik Salomonen wollen offenbar US-Marinebesuche aussetzen

Als die Salomonen einem US-Schiff die Einfahrt in einen Hafen verweigerten, glaubten die USA an einen Einzelfall. Doch der Pazifikstaat, der ein Abkommen mit China hat, geht offenbar auf Distanz.
Die Inselgruppe der Salomonen liegt strategisch wichtig im Südpazifik

Die Inselgruppe der Salomonen liegt strategisch wichtig im Südpazifik

Foto: Michael Pitts / Nature Picture Library / IMAGO

Die Salomonen haben Berichten zufolge alle Besuche der US-Marine in dem Pazifikstaat vorübergehend ausgesetzt. Die Regierung in Washington sei am Montag von den Behörden auf den Salomonen über ein »Moratorium für alle Marinebesuche bis zur Aktualisierung der Protokollverfahren« informiert worden, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag einen Sprecher der amerikanischen Botschaft im australischen Canberra. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind angespannt, seit die Salomonen vor wenigen Monaten ein umstrittenes Sicherheitsabkommen mit China vereinbart haben.

Wichtiger Sieg für Peking

Neuseeland, Australien sowie die USA hatten Premier Manasseh Sogavare aufgefordert, das Abkommen nicht zu unterzeichnen. Dort wächst die Angst vor einem zunehmenden Einfluss Chinas und einer möglichen Militärpräsenz des Landes in der Region, in der sich auch das US-Außengebiet Guam befindet. Es war der erste derartige Sicherheitspakt im Südpazifik und ein wichtiger Sieg für Peking.

Die Regierung der Salomonen und Chinas haben eine chinesische Militärbasis auf den Inseln immer wieder ausgeschlossen. Nach Medienberichten erlaubt das Sicherheitsabkommen der chinesischen Marine aber offenbar das Andocken und Auftanken von Schiffen auf den Salomonen.

Erst vor wenigen Tagen kam es zu einem Zwischenfall zwischen den USA und den Salomonen, als einem Schiff der US-Küstenwache das routinemäßige Anlaufen eines Hafens auf der Inselgruppe zum Auftanken verweigert wurde. Die Salomonen mit etwa 700.000 Einwohnern liegen 2000 Kilometer nordöstlich von Australien.

In der Operation »Island Chief« unterstützen die USA, Australien, Großbritannien und Neuseeland die an der Operation teilnehmenden pazifischen Inselstaaten, einschließlich der Salomonen, mit Luft- und Oberflächenüberwachung bei der Bekämpfung illegaler Fischerei. 17 pazifische Staaten haben sich zum Pacific Islands Forum zusammengeschlossen. Das Meeresüberwachungszentrum hat seinen Sitz in der salomonischen Hauptstadt Honiara.

muk/dpa
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