Ex-Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin will in den US-Kongress

Als Anwärterin auf das Amt der Vizepräsidentin tappte Sarah Palin in ein Fettnäpfchen nach dem anderen. Nun will die Republikanerin zurück in die Spitzenpolitik – als Kandidatin fürs US-Repräsentantenhaus.
Republikanerin Sarah Palin: »Kampf für die Freiheit an der Seite anderer Patrioten«

Republikanerin Sarah Palin: »Kampf für die Freiheit an der Seite anderer Patrioten«

Foto: EDUARDO MUNOZ / REUTERS

Die frühere Gouverneurin von Alaska und Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin will zurück auf die nationale politische Bühne: Die 58-Jährige teilte mit, dass sie sich um eine Kandidatur der Republikaner für einen Sitz im US-Repräsentantenhaus bewerbe. Die Wahlbehörde Alaskas führte Palin nach Ablauf der Bewerbungsfrist als eine von 51 Kandidaten. Der Sitz war durch den Tod des langjährigen Abgeordneten Don Young (88) freigeworden.

»Amerika befindet sich an einem Wendepunkt«, schrieb Palin in ihrer Mitteilung. Darin wirft sie der »extremen Linken« vor, die USA zu zerstören. »Ich bin in diesem Rennen, um es zu gewinnen und den Kampf für die Freiheit an der Seite anderer Patrioten aufzunehmen, die bereit sind, alles zu opfern, um unser Land zu retten«, schreibt Palin.

Rückkehr der Wahlverliererin

Die streitbare Konservative war von 2006 bis 2009 Gouverneurin des Bundesstaates Alaska und kandidierte später an der Seite des Republikaners John McCain für den Posten der Vizepräsidentin. Im Wahlkampf wurde sie jedoch wiederholt zur Zielscheibe von medialem Spott. So hatte Palin unter anderem gesagt, man könne von ihrem Heimatstaat Alaska aus Russland sehen. Auf die Frage einer Journalistin, welche Zeitungen sie lese, konnte sie kein einziges Medium nennen. McCain und Palin verloren die Wahl schließlich gegen den Kandidaten der Demokraten, Barack Obama.

In den vergangenen Jahren war Palin vor allem für ihre aufsehenerregenden Fernsehauftritte bekannt. So nahm sie etwa am US-amerikanischen Ableger von »The Masked Singer« teil, wofür sie sich in ein Bärenkostüm stecken ließ. Bis 2013 war sie Kommentatorin bei dem erzkonservativen Sender Fox News.

Impfen? »Nur über meine Leiche!«

Zuletzt hatte Palin im Januar für Schlagzeilen gesorgt, als sie nach mehreren positiven Coronatests in einem New Yorker Restaurant gesichtet wurde. Zuvor hatte sie lautstark abgelehnt, sich impfen zu lassen – »nur über meine Leiche«, sagte sie bei einer Veranstaltung der rechtspopulistischen Organisation »Turning Point USA«.

Die Vorwahlen in Alaska finden am 11. Juni statt. Die vier Kandidaten mit den meisten Stimmen konkurrieren dann bei der wegen Youngs Tod erforderlichen Nachwahl am 16. August um den Sitz im Repräsentantenhaus in Washington.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, dass Sarah Palin behauptet habe, sie könne Russland von ihrem Haus aus sehen. Diese Aussage stammt jedoch von der Komikerin Tina Fey. Tatsächlich sagte Palin, man könne Russland von ihrem Heimatstaat Alaska aus sehen. Wir haben die Stelle korrigiert.

rai/dpa