Ex-Sprecherin des Weißen Hauses Sarah Sanders bewirbt »Trump-Impfstoff«

Sarah Huckabee Sanders will Gouverneurin in Arkansas werden. In einem Zeitungsbeitrag schreibt die frühere Trump-Sprecherin nun über ihre Coronaimpfung – und teilt gegen den US-Chefvirologen Anthony Fauci aus.
Sarah Huckabee Sanders 2017 bei einem Pressebriefing im Weißen Haus

Sarah Huckabee Sanders 2017 bei einem Pressebriefing im Weißen Haus

Foto: Evan Vucci/ AP

Von Juli 2017 bis Ende Juni 2019 war Sarah Huckabee Sanders Sprecherin des Weißen Hauses – und eine der loyalsten Mitarbeiterinnen des damaligen Präsidenten Donald Trump. Sanders war auf dem Posten immer wieder in die Kritik geraten, weil sie Trumps Unwahrheiten weiterverbreitete und dessen Angriffe auf Journalisten nicht verurteilte. Inzwischen hat Joe Biden im Weißen Haus übernommen – und Sanders arbeitet selbst an ihrer politischen Zukunft. Sie will Gouverneurin in Arkansas werden.

Als Teil ihres Wahlkampfes hat die 38-Jährige nun einen Meinungsbeitrag in der Zeitung »Arkansas Democrat Chronicle«  geschrieben, Titel: »Die Gründe für die Impfung«. Darin wirbt sie unter anderem für den – laut ihren Worten – »Trump-Impfstoff«. Zudem nutzt sie den Beitrag, um die US-Demokraten, die Medien sowie US-Chefvirologe Anthony Fauci zu kritisieren.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

In der Pandemie seien ihr »von Politikern und den Medien jede Menge Fehlinformationen entgegengeschleudert worden«, schreibt Sanders. Vielen Amerikanern sei es genauso ergangen. Tatsächlich war es ihr ehemaliger Chef, der zahlreiche falsche Informationen zu Corona verbreitete; zum Beispiel seine Hinweise darauf, dass eine Injektion von Desinfektionsmittel oder »ultraviolettes oder einfach starkes Licht« gegen das Virus helfen könnten.

Sanders hingegen schrieb nun, es seien »Dr. Fauci und die ›Weil die Wissenschaft es so sagt‹-Menge aus arroganten, herablassenden Politikern und Bürokraten« gewesen, die unter anderem mit ihren Corona-Shutdowns falschgelegen hätten – sie hätten der Bevölkerung und der Wirtschaft unermesslichen Schaden zugefügt.

In den USA lehnen viele erzkonservative Wählerinnen und Wähler eine Coronaimpfung ab. Auch deshalb äußern sich Politikerinnen und Politiker, die auf Stimmen dieser Menschen setzen, eher verhalten, wenn es um Impfempfehlungen geht. Stattdessen verweisen sie häufig darauf, sich mit Ärzten zu besprechen. So nun auch Sanders.

Sie wandte sich in ihrem Zeitungsbeitrag an alle, »die immer noch die Vorteile einer Impfung abwägen«. Ihnen riet sie: »Beten Sie, diskutieren Sie es mit Ihrer Familie und Ihrem Arzt.« Man solle »den Lärm und die Angstmacherei und die Herablassungen ausblenden« – und dann die beste und informierteste Entscheidung treffen.

Sie selbst habe nach Rücksprache mit ihrem Arzt entschieden, dass die Vorteile einer Impfung gegenüber allen potenziellen Risiken überwögen. »Es ist klar, dass der Trump-Impfstoff funktioniert und Leben rettet.« Außerdem sei sie dadurch bestärkt worden, dass sich Donald Trump und seine Familie hätten impfen lassen. »Wenn die Impfung für sie sicher genug war, dachte ich, sie sei auch für mich sicher genug.«

aar
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.