Kommission für internationale Religionsfreiheit US-Delegation verlässt Saudi-Arabien frühzeitig nach Streit über Kippa
Ruinen von Dirija: Die Gruppe wollte die Weltkulturerbestätte besuchen
Foto: Valery Sharifulin / ITAR-TASS / IMAGODer Krieg im Gazastreifen sorgt für Spannungen zwischen den USA und Saudi-Arabien. Nun hat sich ein Vorfall ereignet, der das Verhältnis weiter belasten könnte. Eine US-Delegation hat einen Besuch im Land vorzeitig abgebrochen. Anlass war ein Streit über eine jüdische Kopfbedeckung.
Wie die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF) in einem Statement mitteilt , war der Vorsitzende der Kommission, Abraham Cooper, aufgefordert worden, seine Kippa abzusetzen. Der orthodoxe Rabbi habe dies jedoch abgelehnt. Ereignet habe sich der Zwischenfall demnach beim Besuch von Dirija, nahe der Hauptstadt Riad. Die Delegation sei eingeladen worden, die historische Stadt, die als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet ist, zu besuchen.
Laut USCIRF seien Cooper und sein stellvertretender Vorsitzender, Pastor Frederick Davie, vergangenen Dienstag im Rahmen ihres offiziellen Besuchs zu einem Rundgang durch die Stätte eingeladen worden. Nach mehreren Verzögerungen hätten Beamte dann darum gebeten, dass Cooper seine Kippa während seines Aufenthalts vor Ort und generell in der Öffentlichkeit ablegen sollte. Zuvor sei der Besuch vom saudi-arabischen Außenministerium genehmigt worden.
Vom Gelände geführt
US-Botschaftspersonal, das die Gruppe begleitete, habe versucht, zu vermitteln. Trotz ihrer Bemühungen sei die Gruppe schließlich vom Gelände begleitet worden. Die Delegation setzte ihren Besuch im Land daraufhin nicht fort.
Laut USCIRF-Erklärung sagte Cooper zu dem Vorfall: »Niemand sollte der Zugang zu einer Kulturerbestätte verweigert werden, insbesondere zu einer Stätte, die Einheit und Fortschritt hervorheben soll, nur weil er als Jude existiert.« Das Land befinde sich im Wandel. Doch gerade in Zeiten wachsenden Antisemitismus habe die Aufforderung es unmöglich gemacht, den Besuch fortzusetzen. Man freue sich darauf, »die Gespräche mit der saudischen Regierung darüber fortzusetzen, wie die systematischen Probleme angegangen werden können, die zu diesem besorgniserregenden Vorfall geführt haben«.
Die saudi-arabische Botschaft in Washington reagierte bisher nicht auf eine Anfrage, teilte die Nachrichtenagentur AFP mit. Die USCIRF ist ein vom US-Kongress beauftragtes Gremium, das die US-Regierung berät.