Studie von Save the Children Jedes sechste Kind wächst in Konfliktregion auf

Sie wachsen inmitten von Gewalt auf, ihre Sicherheit und ihr Leben sind bedroht: Mehr als 440 Millionen Mädchen und Jungen leben weltweit in Konfliktregionen. Eines der gefährlichsten Länder für Kinder ist Afghanistan.
Afghanistan: Zwei Kinder zwischen Müllbergen in Kabul

Afghanistan: Zwei Kinder zwischen Müllbergen in Kabul

Foto: Ebrahim Noroozi / AP
Globale Gesellschaft

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Weltweit sind Kinder von bewaffneten Konflikten und Krisen bedroht. Einem Bericht der Kinderschutzorganisation Save the Children zufolge wächst derzeit jedes sechste Kind in einer Konfliktregion auf.

Demnach lebten im Jahr 2021 rund 449 Millionen Mädchen und Jungen in solchen Regionen. Mehr als die Hälfte davon – 230 Millionen – befanden sich in einem besonders gefährlichen Kriegsgebiet, wie aus der am Mittwoch vorgestellten Analyse »Krieg gegen Kinder« von Save the Children und dem Osloer Friedensforschungsinstitut PRIO hervorgeht. Das waren neun Prozent mehr als noch im Vorjahr. Als besonders gefährlich gelten der Organisation zufolge Gegenden, in denen im Jahr mehr als 1000 Menschen durch Kampfhandlungen sterben.

Besonders betroffen sind demnach Kinder im Nahen Osten, wo den Daten zufolge jedes dritte Kind im vergangenen Jahr unter gefährlichen Umständen lebte. Insgesamt sei die absolute Zahl der Kinder in Konflikten im Vergleich zum Jahr 2020, als es noch 452 Millionen Kinder waren, zwar leicht gesunken – und dies erstmals seit 2014. Dennoch ist die Gesamtlage den Angaben zufolge gravierend. Die gefährlichsten Länder für Kinder waren demnach der Jemen, Afghanistan und die Demokratische Republik Kongo.

»Millionen Kinder wachsen inmitten von bewaffneten Konflikten auf«, erklärte Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children. »Jeden Tag werden Mädchen und Jungen getötet, verletzt oder misshandelt.« Die Brutalität habe körperliche und seelische Folgen für die betroffenen Kinder.

Für den Bericht werteten Kinderschützer und Forscher die schwersten Verbrechen an Kindern aus. Dazu zählen den Angaben zufolge Entführungen, sexualisierte Gewalt und Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser. Im vergangenen Jahr wurden 24.515 solcher schweren Verbrechen an Kindern verzeichnet. Das ist demnach der niedrigste Wert seit fünf Jahren. Häufig werden laut Save the Children derartige Vergehen jedoch nicht gemeldet, weil der Zugang zu betroffenen Gebieten schwierig bis unmöglich ist.

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asc/dpa

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