Volksabstimmung Schweizer sagen Ja zum Coronagesetz

Seit Wochen streitet die Schweiz über das Coronazertifikat. Politiker wurden bedroht, Proteste schlugen in Gewalt um. Dennoch stimmte nun eine deutliche Mehrheit für die Regelung.
Wählerinnen und Wähler in Zürich: Die politische Stimmung im Land ist aufgeladen wie selten

Wählerinnen und Wähler in Zürich: Die politische Stimmung im Land ist aufgeladen wie selten

Foto: Michael Buholzer / dpa

Bei der Volksabstimmung  über das Covid-19-Gesetz in der Schweiz hat sich eine klare Mehrheit für die Corona-Regelungen ausgesprochen. 62 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer stimmten mit Ja. Das Gesetz soll eine rechtssichere Grundlage für das umstrittene Corona-Zertifikat schaffen, mit dem die Schweizer eine Coronaimpfung, Genesung oder eine Negativ-Testung nachweisen sollen.

Die politische Stimmung im Land ist jedoch aufgeladen wie selten. Seit September muss das Zertifikat unter anderem beim Besuch von Restaurants und Bars vorgezeigt werden. Es führt im Land seit Wochen zu Streit. Landesweit gab es immer wieder Proteste gegen das Zertifikat und andere Corona-Maßnahmen.

Teils schlugen die Proteste in Gewalt um. Die Polizei meldete zudem einen drastischen Anstieg bei Gewalt- und Todesdrohungen gegenüber Politikern, die sich für verschärfte Corona-Maßnahmen einsetzen. Aus Sorge, dass es zu Ausschreitungen kommen könnte, wurde am heutigen Sonntag erstmals der Platz vor dem Berner Bundeshaus abgeriegelt.

Genau wie andere Länder erlebt die Schweiz seit Mitte Oktober einen Anstieg der Coronazahlen. Mit rund 65 Prozent vollständig Geimpften weist der Alpenstaat zudem eine geringere Impfrate auf als andere westeuropäische Staaten. Eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen auf nationaler Ebene lehnt die Regierung bislang jedoch ab und verweist auf die noch relativ niedrige Belegung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten von 20 Prozent.

asa/AFP
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