Seenotrettung Sea-Watch rettet mehr als 300 Menschen

Nach sieben Monaten Zwangspause ist das private Rettungsschiff »Sea-Watch 3« wieder im Einsatz – und rettete von Freitag auf Sonntag über 300 Menschen vor dem Ertrinken.
»Sea-Watch 3« ist erst seit einigen Tagen wieder im Mittelmeer im Einsatz

»Sea-Watch 3« ist erst seit einigen Tagen wieder im Mittelmeer im Einsatz

Foto: David Lohmueller / dpa

Bei mehreren Einsätzen im zentralen Mittelmeer hat Sea-Watch am Wochenende mehr als 300 Menschen gerettet. Das teilte die deutsche Hilfsorganisation über Twitter mit.

Am Freitag und Samstag hatte das Team der »Sea-Watch-3« demnach 147 Menschen an Bord genommen. Am Sonntag kamen weitere Einsätze mit mindestens 170 Geborgenen hinzu.

Unter den Geretteten seien auch unbegleitete Minderjährige, hieß es weiter.

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Die »Sea-Watch 3« patrouilliert vor der libyschen 24-Seemeilen-Zone und sucht dort aktiv nach Booten in Seenot. Nach Angaben von Sea-Watch war das Schiff seit November 2017 an der Rettung von mehr als 3000 Menschen beteiligt.

Vor etwas mehr als einer Woche hatte die »Sea-Watch 3« nach sieben Monaten »Zwangspause« den Hafen der spanischen Stadt Burriana verlassen, wie die Organisation damals mitgeteilt hatte. Am Donnerstag war die Crew im anvisierten Suchgebiet rund 30 Seemeilen vor der Küste Libyens angekommen.

Libysche Küstenwache birgt fast hundert Menschen

Die Nachrichtenagentur AFP berichtete außerdem von fast hundert Menschen, die die libysche Küstenwache aufgenommen hat. Sie wurden demnach zu einer Marinebasis in Tripolis gebracht, wo sie von einem Team der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Empfang genommen wurden. Die meisten der Geflüchteten stammen laut IOM aus Kamerun, dem Sudan und Mali. Zwei Bootsinsassen befanden sich in Lebensgefahr und wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Etwa 20 Insassen des Flüchtlingsboots werden vermisst. Für sie besteht kaum Hoffnung. In den meisten Fällen gebe es keine Rettungseinsätze, um Vermisste noch aufzuspüren, sagte eine IOM-Sprecherin in Genf.

Bereits 170 Tote in 2021

Uno-Angaben zufolge starben in diesem Jahr damit mehr als 170 Menschen im zentralen Mittelmeer. Laut italienischen Innenministerium kamen 2021 bislang rund 4500 Bootsmigranten in Italien an. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es circa 2350.

Italien ist oft das Ziel der Menschen, die von der Küste Libyens aus ablegen. Das nordafrikanische Land ist ein Transitland für Migranten auf dem Weg nach Europa.

bah/AFP/dpa