Flucht übers Mittelmeer Behörden auf Sizilien greifen mehr als hundert Afghanen auf

In diesem Jahr sind schon mehr als 1400 Menschen beim Versuch gestorben, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Trotz der Gefahren wählen immer mehr Afghanen diesen Weg, wie ein aktueller Fall zeigt.
Ein Rettungsboot läuft in den sizilianischen Hafen Porto Empedocle ein

Ein Rettungsboot läuft in den sizilianischen Hafen Porto Empedocle ein

Foto: Franco Lannino/ dpa/dpaweb

In der Nacht zu Dienstag haben fast 120 afghanische Flüchtlinge den Hafen von Portopalo di Capo Passero im Süden Siziliens erreicht. Die Polizei habe die Menschen aufgegriffen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Die Afghanen waren mutmaßlich von Griechenland oder der Türkei aus aufgebrochen. Zuletzt kamen viele Menschen, darunter viele Afghanen, an der Südküste Kalabriens an, was die Behörden vor Ort laut Medienberichten teils überforderte.

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Mehr als 40 Menschen aus Seenot gerettet

Die private Organisation SOS Mediterranee hat zudem mehr als 40 Menschen im zentralen Mittelmeer aus Seenot gerettet. Die Crew habe das Boot mit den Migranten in der Nacht zu Dienstag etwa 200 Meter von ihrem Schiff »Ocean Viking« entfernt in der Dunkelheit entdeckt, teilte die Organisation mit. Unter den Geretteten seien vier Frauen und fünf Minderjährige gewesen.

Beim Versuch, über das Mittelmeer Europa zu erreichen, sterben immer wieder Menschen. Seit Jahresbeginn sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits etwa 1400 Menschen gestorben. Nach offiziellen Zahlen waren es im vergangenen Jahr mehr als 1200 Todesopfer. Experten gehen jedoch von einer hohen Zahl nicht bekannter Opfer aus.

Mitunter greifen die Küstenwachen der nordafrikanischen Länder die Menschen auf und bringen sie wieder zurück. In einer Reihe von Recherchen hat der SPIEGEL gemeinsam mit Partnern enthüllt, dass es im Mittelmeer regelmäßig zu illegalen Pushbacks durch europäische Kräfte kommt. Auch ein Untersuchungsbericht des Europaparlaments wirft kein gutes Licht auf die europäische Grenzschutzagentur Frontex. Interne Unterlagen zeigen, wie die EU-Agentur die Verbrechen verschleiert hat.

muk/dpa
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