Selbstisolation "Wir haben beschlossen, in unser Dorf zu gehen, umgeben von Natur und Stille"

Die Coronakrise schränkt viele Menschen stark ein - manche gehen freiwillig in die Selbstisolation. Hier erzählen Menschen aus 13 Ländern, warum sie diese Entscheidung getroffen haben und wie sie damit umgehen.
Alexandra, 22, mit ihrem Bruder Severyan, 6, und Hund Gray in Novoselki, einem kleinen Dorf in der Nähe von Moskau. Die beiden sind seit dem 16. März in Selbstisolation

Alexandra, 22, mit ihrem Bruder Severyan, 6, und Hund Gray in Novoselki, einem kleinen Dorf in der Nähe von Moskau. Die beiden sind seit dem 16. März in Selbstisolation

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Alexandra Zelenyak-Kudreyko

Globale Gesellschaft

In Reportagen, Analysen, Fotos, Videos und Podcasts berichten wir weltweit über soziale Ungerechtigkeiten, gesellschaftliche Entwicklungen und vielversprechende Ansätze für die Lösung globaler Probleme.

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Freunde treffen, tanzen gehen, Konzerte besuchen oder die Großeltern sehen - eigentlich ganz normale Dinge, aber in Zeiten von Corona nicht mehr möglich. Das Virus hat die Welt fest im Griff. Rund 2,6 Millionen bestätigte Infektionen gibt es weltweit laut aktuellen Zahlen der Johns-Hopkins-Universität , fast 180.000 Menschen sind bereits mit der Erkrankung gestorben. Und ein Ende der Pandemie ist nicht in Sicht.

Regierungen und Experten versuchen, mit Maßnahmen und Regelungen das Virus einzudämmen. Von Ausgangsbeschränkungen über Abstands- und Hygieneregeln, bis hin zur freiwilligen Selbstisolation. Die Corona-Pandemie stellt Regierungschefs, Wissenschaftler aber auch Familien und Paare vor die Herausforderung ihr gewohntes Leben aus Rücksicht gegenüber anderen und zum eigenen Schutz einzuschränken.

Viele Menschen leben bereits isoliert in ihren Häusern oder Wohnungen - gezwungenermaßen, aufgrund von Gesetzen oder Richtlinien, aber auch freiwillig, um sich und die Liebsten zu schützen. Einige von ihnen befinden sich seit mehr als einem Monat in Quarantäne. Hier erzählen 28 Menschen aus insgesamt 13 Ländern, warum sie die Entscheidung für die Selbstisolation getroffen haben, was ihre Ängste, Sorgen oder auch Hoffnungen sind, was sie in ihrem Alltag tun, mit welchen Schwierigkeiten und Problemen sie sich konfrontiert sehen und wie sie die Pandemie beeinflusst hat. Sie haben Selbstporträts von den Orten gemacht, an denen sie sich aktuell aufhalten, und von den Menschen, mit denen sie nun tagtäglich zusammen sind.

Fast alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen an dem Projekt der Fotografie-Schule Fotografika  in Sankt-Petersburg versuchen, in der Isolation etwas Positives zu sehen. Endlich können sie das tun, wofür sie früher weder Zeit noch Energie hatten: Mehr mit ihren Kindern spielen, sich selbst näher kommen und die wichtigen Dinge in ihrem Leben von den nicht-essenziellen trennen. Die Angst vor den Folgen der Pandemie ist dabei jedoch ständig präsent. Sie fragen sich, wie es ihren Nächsten geht, die Tausende von Kilometern entfernt leben.

Niemand kann mit Sicherheit wissen, wie die Welt nach der Corona-Pandemie sein wird. Wenn es jedoch die Welt der Menschen ist, die die Erfahrung der Isolation als Chance begriffen haben, sich um die Menschen um sie herum zu kümmern - dann wird diese neue Welt möglicherweise ein bisschen besser sein.

Sehen und lesen Sie in der Fotostrecke, wie Menschen weltweit mit der Isolation umgehen, wie sie ihren Alltag gestalten, welche Ängste und Sorgen sie umtreiben, aber auch welche Hoffnungen sie mit der Quarantäne verbinden:

Fotostrecke

Selbstisolation während der Coronakrise

Foto: Alexey and Elena Larchenko

Dieser Beitrag gehört zum Projekt Globale Gesellschaft

Unter dem Titel »Globale Gesellschaft« berichten Reporterinnen und Reporter aus Asien, Afrika, Lateinamerika und Europa – über Ungerechtigkeiten in einer globalisierten Welt, gesellschaftspolitische Herausforderungen und nachhaltige Entwicklung. Die Reportagen, Analysen, Fotostrecken, Videos und Podcasts erscheinen in einer eigenen Sektion im Auslandsressort des SPIEGEL. Das Projekt ist langfristig angelegt und wird von der Bill & Melinda Gates Foundation (BMGF) unterstützt.

Ein ausführliches FAQ mit Fragen und Antworten zum Projekt finden Sie hier.

Anmerkung der Redaktion: In einer vorherigen Version dieses Textes haben wir nicht genau beschrieben, dass die auf den Bildern zu sehenden Personen Teilnehmer und Teilnehmerinnen an einem Projekt einer Fotografie-Schule aus Sankt-Petersburg sind. Dies haben wir angepasst.