Lee Ji-han K-Pop-Sänger und Schauspieler bei Massengedränge getötet

Mehr als 150 Menschen starben, als sich in Seoul an Halloween die Massen drängten. Unter den Toten war auch der K-Pop-Sänger und Schauspieler Lee Ji-han. Er wurde 24 Jahre alt.
Ersthelfer bergen die Toten von Itaewon in der Halloweennacht

Ersthelfer bergen die Toten von Itaewon in der Halloweennacht

Foto: Lee Jin-man / AP

Mit Blumen und Bildern gedenken die Bürger von Seoul der 154 Toten von Itaewon. Bei einem Massengedränge in dem beliebten Ausgehviertel der südkoreanischen Hauptstadt starben am Samstag vor allem junge Menschen – unter ihnen auch der Schauspieler und Sänger Lee Ji-han.

Er war bekannt geworden durch seinen Auftritt bei dem Talentwettbewerb »Produce 101«, 2018 hatte er an der zweiten Staffel teilgenommen. Ein Jahr später begann er, in einer Webserie mitzuspielen.

Die Agentur 935 Entertainment bestätigte am Sonntag Lees Tod  und sprach der Familie Beileid aus. »Lee Ji-han war ein umsichtiger und warmherziger Freund«, schrieb die Agentur in einer Erklärung. Man werde ihn in Erinnerung behalten als einen Mann, der sich mit großer Leidenschaft der Schauspielerei gewidmet habe.

Das Unglück ereignete sich, als Zehntausende zu Halloweenfeiern in Itaewon zusammenkamen. Im extremen Gedränge in einer schmalen und abschüssigen Seitengasse wurden Menschen laut Augenzeugen und Angaben der Rettungskräfte eingeklemmt. Viele stürzten auf den Boden, erstickten, wurden zerquetscht oder totgetreten. 

Südkoreanische Zeitungen kritisierten, dass die Behörden auf den Ansturm so großer Massen offensichtlich nicht vorbereitet gewesen seien. Am Samstag waren nur 137 Beamte im Einsatz – sie sollten sich darauf konzentrieren, Drogenmissbrauch und sexuelle Übergriffe zu verhindern. Innenminister Lee Sang-min hatte erklärt, das Unglück hätte vermutlich auch dann nicht vermieden werden können, wenn noch mehr Polizisten und Feuerwehrleute in das Viertel geschickt worden wären.

Für den Halloweenabend waren hunderttausend Besucher erwartet worden. Polizisten wurden aber offenbar in einen anderen Teil der Hauptstadt dirigiert, um eine Demonstration zu überwachen.

Südkoreas Präsident Yoon Suk-yeol wies am Montag hochrangige Regierungsmitglieder an, ein System zu entwickeln, wie sich Menschenmengen bei spontanen und unorganisierten Zusammenkünften besser kontrollieren lassen . Bei Massenveranstaltungen müssen Organisatoren in Südkorea ein detailliertes Sicherheitskonzept vorlegen, das von lokalen Behörden sowie Polizei und Feuerwehr genehmigt wird. In Itaewon werden die Halloween-Parties aber nicht von einem einzigen Klub oder Bar ausgerichtet, die Feierlichkeiten erstrecken sich über einen Teil des Viertels. Somit gab es kein Sicherheitskonzept.

Präsident Yoon legt mit seiner Ehefrau Blumen für die Opfer ab

Präsident Yoon legt mit seiner Ehefrau Blumen für die Opfer ab

Foto: Ahn Jung-hwan / AP
Improvisierte Gedenkstätte an der U-Bahnstation von Itaewon

Improvisierte Gedenkstätte an der U-Bahnstation von Itaewon

Foto: JEON HEON-KYUN / EPA

Vor der U-Bahn-Station von Itaewon, in der Nähe des Unglücksortes, legten Trauernde Blumen ab. Im Zentrum von Seoul weihte Präsident Yoon Suk-yeol einen großen Altar ein. Er und seine Frau legten weiße Blumen zu Ehren der Opfer ab.

In Südkorea wurde eine einwöchige Staatstrauer ausgerufen. Veranstaltungen und Konzerte wurden abgesagt, die Flaggen sollten landesweit auf Halbmast wehen.

kgp/AFP

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