Italien Draghi bittet Mattarella um Verbleib im Präsidentenamt

Sechs Durchgänge gab es bereits bei der Präsidentenwahl in Italien – erfolglos. Jetzt hat Premier Mario Draghi den Amtsinhaber Sergio Mattarella gebeten, für eine zweite Amtszeit zu bleiben.
Draghi und Mattarella: Der Präsident soll für eine zweite Amtszeit bleiben

Draghi und Mattarella: Der Präsident soll für eine zweite Amtszeit bleiben

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- / AFP

Italiens Ministerpräsident Mario Draghi ist offenbar bereit, seine Ambitionen auf das Präsidentenamt aufzugeben. Der Regierungschef habe das amtierende Staatsoberhaupt Sergio Mattarella darum gebeten, sich zum Wohle des Landes zu einer zweiten Amtszeit bereit zu erklären, sagte ein Insider am Samstag. Auch die italienische Nachrichtengentur Ansa verbreitete die Nachricht.

Der Chef der rechten Lega, Matteo Salvini, plädierte ebenfalls dafür, Mattarella im Amt zu bestätigen. Mehr als 1000 Parlamentarier und Regionalvertreter haben in den vergangenen Tagen in mehreren Wahlgängen versucht, einen Nachfolger für Mattarella zu finden. Er hatte erklärt, den Posten nicht erneut übernehmen zu wollen.

Am Freitag endete der sechste Wahlgang ohne Erfolg. Keiner der Bewerber erhielt die notwendige Stimmenmehrheit. 445 Abgeordnete enthielten sich, 106 gaben leere Stimmzettel ab.

Draghi hatte im Vorfeld der Wahl selbst Interesse am Präsidentenamt bekundet, konnte sich aber nicht durchsetzen. Entgegen Bekenntnissen, einen übergeordneten Kandidaten für das Präsidentenamt zu finden, hatte das Mitte-rechts-Bündnis mit Lega-Chef Salvini mit Senatspräsidentin Maria Elisabetta Casellati eine eigene Kandidatin aufgestellt. Auch sie war aber im fünften Wahlgang gescheitert.

kae/Reuters
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