US-Untersuchung Journalistin Abu Akleh wurde offenbar durch israelisches Militär getötet

Israelische Soldaten sollen für den Tod einer Al-Jazeera-Journalistin verantwortlich sein. Shireen Abu Akleh sei aber nicht absichtlich getroffen worden, heißt es aus Washington.
Foto von Shireen Abu Akleh (16.05.22): Wahrscheinlich ein israelisches Projektil

Foto von Shireen Abu Akleh (16.05.22): Wahrscheinlich ein israelisches Projektil

Foto: MUSSA ISSA QAWASMA / REUTERS

Die im Mai im Westjordanland getötete Reporterin Shireen Abu Akleh ist nach Angaben des US-Außenministeriums wahrscheinlich durch Schüsse des israelischen Militärs ums Leben gekommen. Die forensische Analyse des Projektils habe allerdings keine eindeutige Schlussfolgerung ergeben, da sie stark beschädigt gewesen sei, teilte ein Ministeriumssprecher in Washington mit.

Der US-Untersuchung zufolge wurde die in der arabischen Welt bekannte Journalistin des Fernsehsenders Al Jazeera aber nicht absichtlich getroffen. Die Untersuchung fasst nach Angaben des Ministeriums die Erkenntnisse von israelischer und palästinensischer Seite zusammen.

Die 51-jährige palästinensisch-amerikanische Journalistin war bei einem heftigen Feuergefecht zwischen israelischen Sicherheitskräften und militanten Palästinensern während einer Razzia in Dschenin ums Leben gekommen. Israelische und palästinensische Behörden beschuldigten sich gegenseitig, für den Vorfall verantwortlich zu sein.

Uno kam zu ähnlichen Erkenntnissen

Vor wenigen Tagen hatte auch die Uno-Menschenrechtskommission von Erkenntnissen berichtet, nach denen israelische Sicherheitskräfte den tödlichen Schuss abgegeben haben sollen. »Wir haben keine Informationen gefunden, die darauf hindeuten, dass in unmittelbarer Nähe der Journalistin Aktivitäten bewaffneter Palästinenser stattgefunden haben«, sagte eine Uno-Sprecherin in Genf.

Al Jazeera hatte geschrieben, die Reporterin habe über die Razzia berichtet und dabei eine Weste mit der gut lesbaren Aufschrift »Presse« getragen. Der Sender verurteilte die tödlichen Schüsse als »abscheuliches Verbrechen, dessen Ziel es war, die Medien an der Berichterstattung zu hindern«.

Abu Akleh war schon seit mehr als 20 Jahren für den katarischen Sender im Einsatz. Besonders in der arabischen Welt war die Palästinenserin für ihre Berichterstattung über den Nahostkonflikt sehr bekannt.

ptz/dpa
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