Getötete Al-Jazeera-Reporterin Palästinenser übergeben Kugel an die USA

Der Tod von Shireen Abu Akleh im Westjordanland sorgte international für Bestürzung. Kam der tödliche Schuss von Israels Militär? Rechtsmediziner aus den USA überprüfen dies nun.
Shireen Abu Akleh

Shireen Abu Akleh

Foto: IMAD CREIDI / REUTERS

Im Fall der im Westjordanland getöteten Journalistin Shireen Abu Akleh hat die Palästinenserbehörde die Kugel an rechtsmedizinische Gutachter aus den USA übergeben. Der palästinensische Staatsanwalt Akram Al-Chatib teilte mit, die Kugel solle von den USA begutachtet und dann an die Palästinenserbehörde zurückgegeben werden. Der Behörde sei zugesichert worden, dass an der Kugel keine Änderungen vorgenommen würden.

Die Journalistin vom TV-Sender Al Jazeera war Anfang Mai während eines israelischen Militäreinsatzes in Dschenin im nördlichen Westjordanland ums Leben gekommen. Ihr Tod sowie Zusammenstöße bei ihrer Beerdigung in Jerusalem hatten international Bestürzung und Empörung ausgelöst.

Israel wollte Vorfall gemeinsam untersuchen

Untersuchungen der Palästinenserbehörde und der Uno sowie Recherchen von Journalisten ergaben, dass sie durch einen Schuss des israelischen Militärs getötet wurde. Israel hatte zunächst militante Palästinenser beschuldigt, war später jedoch zurückgerudert. Die Herkunft des Schusses könne nicht mit Sicherheit bestimmt werden, hieß es dann.

Eine Übergabe der Kugel an Israel hatte die Palästinenserbehörde von Beginn an abgelehnt. Israel bestritt kategorisch, dass israelische Soldaten auf Journalisten schießen, und bot den Palästinensern an, den Vorfall gemeinsam zu untersuchen.

Die Journalistin, die auch die US-Staatsbürgerschaft besaß, hatte eine schusssichere Weste mit der Aufschrift »Presse« sowie einen Schutzhelm getragen. Ein weiterer Journalist wurde bei dem Einsatz durch Schüsse verletzt. Al Jazeera hat Israel in dem Fall Mord vorgeworfen.

Die Uno-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet rief die israelischen Behörden auf, eine umfassende und gründliche Untersuchung des Vorfalls einzuleiten. Dies gelte auch für die insgesamt 58 Palästinenser, die nach Zählung der Uno seit Jahresbeginn von israelischen Soldaten getötet worden seien.

Israel hatte 1967 unter anderem das Westjordanland und Ostjerusalem erobert. Die Palästinenser wollen die Gebiete dagegen für einen eigenen Staat Palästina mit Ostjerusalem als Hauptstadt.

svs/AFP
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.