Spionage für Russland Slowakei weist Botschaftsmitarbeiter aus – und nimmt mutmaßliche Kollaborateure fest
Die Slowakei hat drei Mitarbeiter der russischen Botschaft in Bratislava wegen Spionageverdachts des Landes verwiesen. Wie das slowakische Außenministerium am Montagabend mitteilte, müssen sie innerhalb von 72 Stunden die Slowakei verlassen, weil ihre Tätigkeit den diplomatischen Regeln widerspricht. Wer die drei Personen sind und welche Aufgaben sie erfüllten, konkretisierte das slowakische Außenministerium nicht. Parallel dazu wurden mindestens drei slowakische Staatsbürger festgenommen, die gegen Bezahlung spioniert haben sollen.
Verteidigungsminister Jaroslav Nad erklärte dem Nachrichtenportal Pravda.sk: »Das ist erst der Anfang. Wir machen weiter. Klar und konsequent.« Nach Informationen der Tageszeitung »Dennik N« gehörten zu den Festgenommenen ein Offizier des Verteidigungsministeriums und ein Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes SIS sowie eine in prorussischen Medien tätige dritte Person.
Die slowakische Polizei bestätigte, dass sie im Zusammenhang mit Spionageverdacht ermittle, wollte aber keine konkreten Angaben zu den Festgenommenen machen. Nähere Informationen würden am Dienstag veröffentlicht. Der Geheimdienst SIS dementierte, dass eine der festgenommenen Personen in einem aktiven Beschäftigungsverhältnis zum Geheimdienst stehe. Nähere Informationen könne man aber vorerst nicht veröffentlichen. Russland kündigte eine Gegenreaktion auf die Ausweisung seiner Botschaftsmitarbeiter an.