Katastrophe in Beirut So will die Welt dem Libanon helfen

Hunderttausende Menschen haben durch die Katastrophe in Beirut ihr Zuhause verloren, viele Schwerverletzte kämpfen um ihr Leben. Die Uno, die EU, Deutschland und viele andere Staaten starten umfangreiche Hilfsmaßnahmen.
Bergungsarbeiter in den Trümmern von Beirut

Bergungsarbeiter in den Trümmern von Beirut

Foto: Getty Images

Die internationale Staatengemeinschaft ist sich nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut über eine schnelle und massive Unterstützung für den Libanon einig. Bundesaußenminister Heiko Maas warnte vor einer weiteren Destabilisierung des Landes. "Wir wollen den Libanon stärken, denn diese Krise darf nicht genutzt werden, um ausländischem Einfluss im Libanon Tür und Tor zu öffnen", sagte er der "Saarbrücker Zeitung". "Kein Land kann so eine Katastrophe alleine bewältigen", sagte der Minister. International und in der EU müsse daher überlegt werden, "wie wir unsere weitere Hilfe aufstellen: bei der Versorgung mit Nahrung und Notunterkünften und beim Wiederaufbau von Hafen und Stadt".

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel riefen zu einer verstärkten Unterstützung des Libanon auf. "Das dramatische Ereignis wird erhebliche wirtschaftliche Folgen für ein Land haben, das bereits zuvor vor vielen Herausforderungen stand, die durch die Covid-19-Pandemie noch einmal verschärft wurden", schrieben sie in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die anderen Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten.

Ein Überblick über die Hilfsaktionen:

  • Die Uno will mit mindestens neun Millionen Dollar (7,6 Millionen Euro) Soforthilfe die unmittelbare Not in Beirut mindern. Unter anderem sollen im Libanon Krankenhäuser bei der Ausstattung für Intensivstationen und bei Medikamenten finanziell unterstützt werden, sagte ein Sprecher am Donnerstag in New York.

  • Die USA schickten Hilfsgüter nach Beirut. Das Zentralkommando des US-Militärs berichtete von drei Flugzeugladungen mit Essen, Wasser und medizinischem Material. Genauere Angaben zu Menge und Produkten gab es zunächst nicht.

  • Nordrhein-Westfalen hat die Aufnahme von Verletzten angeboten. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) schrieb in einem Brief an Libanons Botschafter in Deutschland, Mustapha Adib-Abdul-Wahed, dass das Land bereit sei, schwer verletzte Patienten aus den überfüllten Krankenhäusern in Beirut  zu behandeln. Das berichten die Funke-Zeitungen.

  • Mehrere deutsche Organisationen haben Spendenkonten eingerichtet - darunter Unicef, das Deutsche Rote Kreuz, der Verein Islamic Relief Deutschland, die Hilfsorganisation Care und die Bonner Hilfsorganisation "Help - Hilfe zur Selbsthilfe". Menschen können auf den Internet-Seiten der Initiativen oder auch per Überweisung für die Opfer spenden.

  • Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte eine baldige internationale Hilfskonferenz an. Die Hilfe an Ort und Stelle solle von den Vereinten Nationen und der Weltbank koordiniert werden.

als/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.