US-Weltraumarmee Space-Force-Mitarbeiter sollen »Guardians« genannt werden

Die Mitarbeiter der US-Weltraumstreitmacht sollen sich durch ihre Bezeichnung von einfachen Soldaten unterscheiden. Die Wahl ruft erneut Parallelen zu Science-Fiction-Motiven ins Gedächtnis.

»Soldaten, Seeleute, Flieger, Marines und Wächter werden unsere Nation in Zukunft verteidigen!« Mit diesen Worten kündigte US-Vizepräsident Mike Pence an, wie Mitglieder der Space Force künftig zu bezeichnen seien: Wächter, auf Englisch also »Guardians«.

Der Aufbau der neuen Weltraumstreitmacht war lange eines der Lieblingsprojekte von Präsident Donald Trump, der den Weltraum zum »neuen Kriegsgebiet« erklärt hatte, in dem Amerikas Überlegenheit »unerlässlich« sei. Vor einem Jahr, am 21. Dezember 2019, hatte er den Aufbau dieser neuen Gattung des US-Militärs bewilligt. Die Mitteilung, wie deren Angehörige anzusprechen seien, war ihm nun nicht mehr als einen Tweet  wert, während sein Vize den offiziellen Teil übernahm .

Auch auf der Website der Space Force wurde die Entscheidung nur mit ein paar dürren Sätzen  gewürdigt. Dort heißt es: »Guardians ist ein Name mit einer langen Geschichte in der Raumfahrt, die auf das ursprüngliche Kommando-Motto des Air Force Space Command von 1983 zurückgeht: ›Guardians of the High Frontier‹.«

Der Schriftzug »Guardians« und das Logo der Space Force auf einer Grafik des US-Militärs

Der Schriftzug »Guardians« und das Logo der Space Force auf einer Grafik des US-Militärs

Foto: Staff Sgt. James Richardson Jr.

Die meisten Menschen werden die neue Bezeichnung für amerikanische Weltraumsoldaten aber eher mit der Verfilmung des Marvel-Comics »Guardians of the Galaxy« assoziieren, die 2014 umsatzstärkster Film des Jahres war. Videospieler kennen den Begriff hingegen aus dem Spiel »Destiny 2«, in dem sogenannte Guardians als untote Krieger die letzte Stadt auf der Erde vor bösen Außerirdischen beschützen, wie sich »The Verge « erinnert.

Ohnehin haben es Amerikas Weltraumkrieger nicht leicht, ernst genommen zu werden. Dazu trug Anfang des Jahres schon die Präsentation des Logos bei, das die neuen Streitkräfte tragen sollen. Das nämlich erinnert viele Science-Fiction-Fans an das Logo des »Sternenflottenkommandos« der »Vereinten Föderation der Planeten« aus dem Universum der Film- und Fernsehserie »Star Trek« – zu Deutsch »Raumschiff Enterprise«. Auch Ähnlichkeiten mit dem Symbol des klassischen Atari-Videospiels »Asteroids« wollen manche erkannt haben.

Netflix widmete der Idee einer amerikanischen Weltraumverteidigung sogar eine TV-Serie mit dem wenig überraschenden Titel »Space Force« und Steve Carell in der Rolle eines Viersternegenerals, der zum Oberhaupt der neuen Streitkräfte ernannt wird und so schnell wie möglich eine Basis auf dem Mond aufbauen soll. Auf die Idee, die dort dargestellten Soldaten, Wissenschaftler und Astronauten als Guardians, also Wächter, zu bezeichnen, war damals allerdings niemand gekommen.

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