133 Jahre Haft Spanisches Gericht verurteilt salvadorianischen Bürgerkriegsmilitär

133 Jahre Gefängnis - so lautet das Urteil eines spanischen Gerichts gegen einen früheren Militäroberst im salvadorianischen Bürgerkrieg. Der Mann war demnach für die Ermordung mehrerer Geistlicher verantwortlich.
Inocente Orlando Montano Morales im Gerichtssaal (Archivfoto)

Inocente Orlando Montano Morales im Gerichtssaal (Archivfoto)

Foto: KIKO HUESCA / AFP

Die Tat liegt mehr als drei Jahrzehnte zurück - nun hat sie juristische Folgen: Ein spanisches Gericht hat einen früheren salvadorianischen Militärangehörigen schuldig gesprochen - und zu einer extrem langen Haftstrafe verurteilt. 133 Jahre Gefängnis, so lautet die Entscheidung gegen Inocente Orlando Montano Morales.

Der heute 77-Jährige war nach Überzeugung des Gerichts im salvadorianischen Bürgerkrieg im Jahr 1989 für die Ermordung fünf spanischer Jesuitenpriester verantwortlich. Das Gericht sprach ihn außerdem wegen der Morde an der Haushälterin der Priester, an deren 15-jähriger Tochter sowie an einem weiteren örtlichen Priester schuldig.

Die Tat war eines der grausamsten Massaker während des Bürgerkriegs, der von 1979 bis 1992 andauerte. In dem Konflikt starben mindestens 75.000 Menschen, 8000 Personen gelten als vermisst. Die Richter sprachen in ihrem Urteil von "Morden terroristischer Art". Die Taten seien vom Staatsapparat ausgeführt worden. Montano Morales war in den Bürgerkriegsjahren in El Salvador stellvertretender Minister für öffentliche Sicherheit.

2017 von den USA ausgeliefert

Montano Morales sitzt seit 2011 in Haft. Damals wurde er in den USA wegen Verstößen gegen die Einwanderungsgesetze festgenommen. Im Jahr 2017 wurde er schließlich an Spanien ausgeliefert. Die spanische Regierung hat insgesamt 20 frühere salvadorianische Armeeoffiziere wegen der Tötung der Geistlichen, der Haushälterin und deren Tochter angeklagt. Einer der Priester, Ignacio Ellacuria, war ein bekannter Kritiker der von den Vereinigten Staaten unterstützten Rechtsregierung in El Salvador.

Das Massaker hatte sich am 16. November 1989 ereignet. Damals drangen Soldaten einer von den USA trainierten Einheit auf den Campus der Central American University ein, wo Ellacuria arbeitete. Während des Prozesses hatte Montano Morales abgestritten, das Massaker angeordnet oder daran teilgenommen zu haben.

kev/Reuters

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