Anschläge in Barcelona und Cambrils von 2017 Terrorhelfer in Katalonien zu langen Freiheitsstrafen verurteilt

In Barcelona fuhr 2017 ein Terrorist mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge. Tage später haben Attentäter in Cambrils absichtlich ein Auto auf Passanten gelenkt. Nun standen drei Hintermänner der tödlichen Anschläge vor Gericht.
Barcelona 2017: Ein Lieferwagen raste auf dem Boulevard Las Ramblas in eine Menschenmenge

Barcelona 2017: Ein Lieferwagen raste auf dem Boulevard Las Ramblas in eine Menschenmenge

Foto: JOSEP LAGO/ AFP

Vor knapp vier Jahren haben zwei islamistische Anschläge in Katalonien international für Erschütterung gesorgt. Nun wurden im Zusammenhang mit den Attacken in Barcelona und Cambrils drei Männer zu teils langen Haftstrafen verurteilt.

Die zwei Hauptangeklagten bekamen Haftstrafen von 53 Jahren und sechs Monaten und von 46 Jahren auferlegt, wie der spanische Staatsgerichtshof in Madrid mitteilte. Die zuständige Strafkammer wies jedoch darauf hin, dass die effektive Dauer der Strafen für die beiden Dschihadisten im Alter von 24 und 32 Jahren 20 Jahre nicht überschreiten werde. Der dritte Angeklagte (28) wurde zu acht Jahren Haft verurteilt.

Der Anschlag im Sommer 2017 erschütterte Spanien: Am Nachmittag des 17. August raste ein 22-Jähriger mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge auf dem Boulevard Las Ramblas in Barcelona. Dabei starben 14 Menschen, 118 wurden verletzt. Unter den Todesopfern war auch eine Deutsche. Auf der Flucht erstach der 22-Jährige ein weiteres Opfer. Am 21. August wurde er von der Polizei erschossen.

Der IS reklamierte die Tat für sich

Kurz nach der Attacke in Barcelona steuerten fünf Männer im Badeort Cambrils rund hundert Kilometer südwestlich von Barcelona ein Auto in eine Gruppe von Passanten. Dabei starb eine Frau, sieben weitere Passanten wurden verletzt. Die Polizei erschoss die Terroristen. Die Miliz »Islamischer Staat« (IS) reklamierte die Taten für sich.

Amtlichen Erkenntnissen zufolge hatte die Gruppe größere Anschläge geplant. Ihr Sprengstofflager in einem Haus in Alcanar 200 Kilometer südwestlich von Barcelona ging aber am 16. August in die Luft. Da es keinen Sprengstoff mehr gab, entschied sich die Gruppe kurzfristig für den Anschlag mit einem Lieferwagen in Barcelona.

Die Hauptangeklagten seien unter anderem der terroristischen Vereinigung und der Sprengstoffherstellung für schuldig befunden worden, hieß es. Der dritte Mann habe als Komplize unter anderem Material gekauft.

asc/dpa/AFP
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