Nach Niederlage bei Regionalwahlen Spanischer Linkenführer Iglesias verlässt die Politik

Um bei den Regionalwahlen in Madrid anzutreten, hatte Pablo Iglesias sein Amt als Vizeregierungschef des Landes abgegeben. Überzeugen konnte er die Wähler allerdings nicht – nun zieht er Konsequenzen.
Pablo Iglesias

Pablo Iglesias

Foto:

Kiko Huesca (es-ES) / imago images/Agencia EFE

Bei den vorgezogenen Regionalwahlen in der Hauptstadtregion Madrid triumphiert die konservative Volkspartei (PP). Verlierer der Wahl ist hingegen der spanische Linkenführer Pablo Iglesias. Dieser will sich nun aus der Politik zurückziehen.

Er wolle der Erneuerung der Parteiführung des Linksbündnisses Unidas Podemos (UP) nicht im Wege stehen, sagte der bisherige UP-Generalsekretär am späten Dienstagabend kurz nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse. Als neue Parteichefin schlug er die derzeitige Arbeitsministerin der Zentralregierung des sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez, Yolanda Díaz, vor.

Der 42 Jahre alte Politologe Iglesias erzielte als Spitzenkandidat von UP am Dienstag ein enttäuschendes Ergebnis. Seine Partei konnte sich zwar im Regionalparlament um drei auf zehn Sitze verbessern, belegte aber nur Platz fünf. Von Iglesias, der jüngst seinen Posten als Vizeregierungschef der Zentralregierung zur Verfügung gestellt hatte, um in Madrid anzutreten, war aber ein deutlich besseres Resultat erwartet worden. »Das heutige Ergebnis zeigt: Ich kann nicht mehr dazu beitragen, dass unsere Bewegung in den nächsten Jahren ihre institutionelle Kraft konsolidiert«, sagte er.

Konservative PP verdoppelt ihr Ergebnis

Einen beachtlichen Triumph hat bei den Wahlen hingegen die regierende konservative Volkspartei (PP) erzielt. Die Partei von Ministerpräsidentin und Spitzenkandidatin Isabel Díaz Ayuso errang bei der Abstimmung am Dienstag 65 der insgesamt 136 Sitze im Madrider Regionalparlament und verdoppelte damit ihr Ergebnis von 2019, wie die Wahlbehörde am späten Abend nach Auszählung von mehr als 98 Prozent der Stimmen mitteilte.

Pablo Manuel Iglesias Turrión hatte sich in Spanien in den Krisenjahren 2011 und 2021 als junger Aktivist der sozialen Protestbewegung »Movimiento 15-M« einen Namen gemacht. Im Frühjahr 2014 gründete er mit Mitstreitern die Partei Podemos (Wir können), die sich später mit der traditionsreicheren Partei Izquierda Unida (Vereinigte Linke) zum Bündnis Unidas Podemos zusammenschloss.

asc/dpa
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.