Spannungen mit Russland USA liefern zwei Patrouillenboote an ukrainisches Militär

Der Westen schaut misstrauisch auf auffällige russische Truppenbewegungen – und hilft der Ukraine mit Rüstungslieferungen. Deutschlands Noch-Außenminister Heiko Maas bezeichnet die Lage als beunruhigend.
Amerikanische Patrouillenboote im Hafen von Odessa am Dienstag

Amerikanische Patrouillenboote im Hafen von Odessa am Dienstag

Foto: Sergey Smolentsev / REUTERS

Inmitten der Spannungen zwischen der Ukraine und Russland haben die USA zwei Patrouillenboote an Kiew geliefert. Die beiden Schiffe der Inselklasse erreichten am Dienstag an Bord eines Frachters den Hafen von Odessa im Süden des Landes, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Boote sollen die »Marinesicherheit« der Ukraine im Schwarzen und Asowschen Meer gewährleisten, erklärte das ukrainische Verteidigungsministerium.

Die Nato und die Ukraine werfen Russland seit Tagen vor, durch einen großen Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine die Spannungen zu schüren und womöglich sogar einen Einmarsch vorzubereiten. Die US-Regierung äußerte zuletzt »echte Besorgnis«.

Moskau bestreitet jegliche kriegerische Absicht und weist dem Westen die Verantwortung für die Lage zu. Waffenlieferungen des Westens führten zu »einer Verschärfung der Spannungen«, sagte Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow.

Außenminister Maas besorgt

Bereits im März hatte Russland bei einem massiven Truppenaufmarsch Tausende Soldaten, schwere Militärausrüstung, Marineschiffe und Militärflugzeuge nahe der ukrainischen Grenze und in der Region der annektierten Krimhalbinsel zusammengezogen. Nach Wochen erklärte Moskau das angebliche Manöver schließlich für beendet und zog seine Soldaten wieder ab. Nun gibt es nach Angaben des Westens wieder massive russische Truppenbewegungen Richtung Grenze, auf Videos sind Panzer und Raketen zu sehen.

Die Geheimdienstabteilung des Verteidigungsministeriums in Kiew teilte am Dienstag zudem mit, prorussische Verbände hätten im von Separatisten kontrollierten ostukrainischen Gebiet Donbass ihre Gefechtsbereitschaft erhöht und groß angelegte Manöver im Grenzgebiet durchgeführt.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas sagte, die jüngsten Nachrichten über russische Truppenbewegungen im Grenzgebiet zur Ukraine seien außerordentlich beunruhigend. »Wir wollen bessere Beziehungen zu Russland – sie können nur besser werden«, sagte der SPD-Politiker. Allerdings brauche es dafür Fortschritte in der Ostukraine. Maas kritisierte, dass Russland zuletzt ein Treffen der Außenminister im sogenannten Normandie-Format verhindert habe. In dem Format treffen sich Deutschland, Frankreich, Russland und die Ukraine. Es sei an Moskau, nun erste Schritte zu gehen, so Maas.

slü/AFP/Reuters
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