Beginn einer neuen Ära Prinz Charles hält erstmals »Queen's Speech« in London

In den Medien ist bereits von einer beginnenden Prinzregentschaft die Rede: Zum ersten Mal seit Jahrzehnten hat nicht Königin Elizabeth die pompöse Parlamentseröffnung geleitet – sondern ihr Sohn Charles.
Prinz Charles im Oberhaus

Prinz Charles im Oberhaus

Foto: Ben Stansall / AFP

Der britische Thronfolger Prinz Charles hat am Dienstag erstmals die Regierungserklärung im Parlament in London verlesen.

Mit der »Queen's Speech« wird traditionell eine neue Sitzungsperiode von Unter- und Oberhaus eingeläutet. Die Zeremonie wird mit großem Pomp begangen und zählt zu den wichtigsten konstitutionellen Aufgaben der britischen Monarchie.

Die Queen hatte zuvor wegen »Mobilitätsproblemen« kurzfristig abgesagt. Es ist das erste Mal seit 59 Jahren, dass Königin Elizabeth II. nicht an dem sogenannten State Opening of Parliament teilnehmen kann.

Erwartet wird, dass die inzwischen gebrechliche 96-jährige Monarchin die Aufgabe auch in Zukunft ihrem Sohn überlassen wird. In britischen Medien war bereits vom Beginn einer faktischen Prinzregentschaft unter Charles die Rede.

Die Staatskrone neben sich

Begleitet wurde der Prince of Wales, der eine Admiralsuniform trug, von seiner Frau Herzogin Camilla und seinem ältesten Sohn Prinz William. Neben Charles, der auf dem prachtvollen Thron Platz genommen hatte, war auf einem kleinen Tisch die Imperial State Crown platziert, jene Krone, die Elizabeth bei ihrer Krönung trug.

Zum »State Opening of Parliament« versammeln sich die Mitglieder beider Kammern des Parlaments im Oberhaus. Der konservative Premierminister Boris Johnson und Oppositionschef Keir Starmer von der Labour-Partei verfolgten den Vortrag schweigend vom hinteren Teil des Plenarsaals im Oberhaus.

Die britische Königsfamilie bleibt bei politischen Fragen neutral. Es ist nur ein symbolischer Akt, dass die Regierungserklärung vom Monarchen als Staatsoberhaupt verlesen wird. Geplant sind demnach unter anderem Gesetze, um die Folgen steigender Lebenshaltungskosten abzufedern, die Klimakrise zu bewältigen und Großbritannien weiter vom Orbit der Europäischen Union zu entfernen.

jpz/dpa
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