Stephen Akard Der nächste interne Ermittler verlässt die US-Regierung

Der Vorgänger wurde von Präsident Donald Trump gefeuert, weil er eine Untersuchung gegen US-Außenminister Mike Pompeo startete. Nun tritt drei Monate später schon der nächste interne Ermittlerchef ab.
US-Außenminister Mike Pompeo

US-Außenminister Mike Pompeo

Foto: POOL/ REUTERS

Nach nur drei Monaten muss im US-Außenministerium schon wieder ein Chefermittler gesucht werden: Stephen Akard gibt den Posten des Generalinspektors ab. "Er ist gegangen, um zurück nach Hause zu gehen, das passiert", teilte Außenminister Mike Pompeo lediglich mit. Er habe dem nichts hinzuzufügen. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers wird Akard "nach Jahren des öffentlichen Dienstes in die Privatwirtschaft zurückkehren".

Steve Linick, Akards Vorgänger als Generalinspektor, war im Mai auf Drängen Pompeos von US-Präsident Donald Trump gefeuert worden. Politiker der oppositionellen Demokraten sahen darin eine "Vergeltungsmaßnahme", weil Linick Untersuchungen gegen den Außenminister geführt hatte. Ein parlamentarischer Ausschuss untersucht derzeit die Vorwürfe.

Akard ist ein langjähriger Assistent von Vizepräsident Mike Pence. Seine Einsetzung als Generalinspektor im Mai galt als Versuch, eine der Regierung wohlgesonnene Figur auf dem Posten zu installieren.

Der Zeitpunkt von Akards Abgang ist heikel. In Kürze will das Ermittlungsbüro des Außenministeriums einen Bericht über eine umstrittene Entscheidung Pompeos abschließen. Der Außenminister hatte den Kongress umgangen, um Waffenlieferungen im Wert von 8,1 Milliarden Dollar an Saudi-Arabien und andere arabische Verbündete zu genehmigen.

Übergangsweise übernimmt nun Diana Shaw, eine Anwältin und langjährige Mitarbeiterin des Ermittlerbüros, den Posten als Generalinspektorin. Eigentlich hätte sie als erste Stellvertreterin bereits nach Linicks Entlassung im Mai übernehmen sollen. Auch deshalb war die Ernennung Akards umstritten.

Robert Menendez, führender Demokrat im Außenausschuss des Senats, zeigte sich angesichts der "Führungskrise" im Außenministerium besorgt und forderte eine unabhängige Untersuchung zu Akards Ausscheiden.

als/AFP
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