Kapitol-Sturm Ausschuss will Aussage von Trump-Spezi Sean Hannity

Diese Woche jährt sich der Angriff auf das US-Kapitol – aufgearbeitet ist er noch lange nicht. Nun soll ein Fox-News-Star zur Rolle von Donald Trump aussagen. Der Ex-Präsident sagte derweil eine Pressekonferenz ab.
Donald Trump und Sean Hannity (Archivbild)

Donald Trump und Sean Hannity (Archivbild)

Foto: JIM WATSON / AFP

Kurz vor dem ersten Jahrestag sind noch immer viele Fragen rund um die Erstürmung des US-Kapitols im Januar 2021 offen. Im Fokus der Aufarbeitung steht Ex-Präsident Donald Trump und dessen Kreis an Beratern und Vertrauten.

Einer von ihnen ist Sean Hannity. Der zuständige Untersuchungsausschuss hat den konservativen TV-Moderator jetzt zu einer freiwilligen Aussage aufgefordert.

Der Moderator des Senders Fox News habe rund um die Ereignisse vor einem Jahr direkt mit Trump, dessen damaligem Stabschef Mark Meadows und anderen Topbeamten kommuniziert. Das mache ihn zu einem Zeugen, erklärten am Dienstag der Vorsitzende des Gremiums, der demokratische Abgeordnete Bennie Thompson, und seine republikanische Stellvertreterin Liz Cheney.

Der Untersuchungsausschuss habe »immensen Respekt« vor der Pressefreiheit, hieß es. Es solle bei der freiwilligen und thematisch eng begrenzten Befragung nicht um Hannitys journalistische Arbeit, sondern um seine damaligen politischen Kontakte zum Weißen Haus gehen.

In dem Schreiben an Hannity zitierte der Ausschuss auch mehrere SMS-Nachrichten des bekannten Fernsehmanns, die dem Gremium durch die Offenlegung von Dokumenten und Kommunikationsinhalten durch Dritte zugekommen waren – etwa durch Informationen von Meadows.

Hannity galt als enger Vertrauter Trumps. US-Medien zufolge telefonierte Trump häufig mit dem Moderator. Hannity trat auch einmal bei einer Wahlkampfveranstaltung mit dem Republikaner auf. Laut US-Medien soll Hannity Trump allerdings während der Attacke auf das Kapitol gebeten haben, seine Anhänger öffentlich zur Mäßigung zu bringen.

Trump will doch keine Pressekonferenz abhalten

Der Angriff auf das Kapitol jährt sich am Donnerstag zum ersten Mal. Anhänger Trumps hatten den Sitz des US-Kongresses in Washington erstürmt, um die Bestätigung des Wahlsiegs des Demokraten Joe Biden zu verhindern. Bei dem Angriff kamen fünf Menschen ums Leben. Die Attacke auf das Zentrum der US-Demokratie, bei der viele Abgeordnete und Senatoren um ihr Leben fürchteten, erschütterte das Land.

Biden will sich am Donnerstag im Kapitol zu den Ereignissen des vergangenen Jahres äußern, im Parlament sind zudem mehrere Gedenkveranstaltungen geplant.

Trump wiederum hatte angekündigt, aus dem Anlass eine Pressekonferenz am Jahrestag in Florida zu geben – sagte diese am Dienstag jedoch wieder ab. Stattdessen erklärte Trump nun, er werde bei seiner nächsten Großveranstaltung am 15. Januar in Arizona über viele der wichtigen Themen sprechen.

jok/dpa