Jahrestag der Kapitol-Stürmung Nur zwei Republikaner nehmen an Schweigeminute teil

Beim Angriff auf das US-Kapitol waren vor einem Jahr fünf Menschen ums Leben gekommen. Doch zum Gedenken im Repräsentantenhaus waren nur Demokraten zusammengekommen – und zwei prominente Republikaner.
Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, im Kapitol an der Seite von US-Präsident Joe Biden (r.) und dem Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer

Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, im Kapitol an der Seite von US-Präsident Joe Biden (r.) und dem Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer

Foto: BILL CLARK / AFP
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Die beide Kammern des US-Kongresses haben mit einer Schweigeminute an die gewaltsame Attacke auf das Kapitol vor einem Jahr erinnert. Mitglieder des Repräsentantenhauses und des Senats hielten mit Blick auf den Gewaltausbruch vom 6. Januar 2021 einen Moment inne. Doch im Saal des Repräsentantenhauses waren fast nur Demokraten anwesend, fast alle Republikaner blieben fern.

Die einzigen beiden Ausnahmen: der ehemalige US-Vizepräsident Dick Cheney und seine Tochter, die Abgeordnete Liz Cheney.

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Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, würdigte bei der Gedenkveranstaltung die Polizisten, die sich dem Mob in den Weg stellten. »Während wir die Schrecken dieses Tages anerkennen, ehren wir den Heldenmut so vieler.«

»Die Angriffe auf unsere Demokratie dauern an«

Der Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, mahnte: »Die Angriffe auf unsere Demokratie dauern an.« Die von Trump gestreute »große Lüge« breite sich »wie eine Krankheit« aus. »Wenn wir nicht alle unseren Teil dazu beitragen, unsere Demokratie zu stärken, besteht die Gefahr, dass die politische Gewalt vom 6. Januar nicht nur eine Ausnahme, sondern, Gott bewahre, die Norm wird.«

Anhänger des damaligen republikanischen US-Präsidenten Donald Trump hatten damals den Kongresssitz in der Hauptstadt Washington erstürmt, um zu verhindern, dass der Wahlsieg des Demokraten Joe Biden vom November 2020 bestätigt wird. Bei dem Angriff kamen fünf Menschen ums Leben. Die Attacke auf das Herz der US-Demokratie erschütterte das Land und sorgte auch international für Entsetzen. Trump hatte seine Anhänger zuvor in einer Ansprache aufgestachelt.

In der US-Hauptstadt wurde bei diversen Veranstaltungen an den beispiellosen Gewaltausbruch erinnert. Biden machte bei einer Rede im Kapitol seinen Amtsvorgänger Trump für den blutigen Angriff auf das Parlament verantwortlich. Biden kritisierte, sein Vorgänger habe den Angriff auf das Kapitol damals im Weißen Haus am Fernseher verfolgt »und nichts getan«.

Trump habe »ein Netz an Lügen über die Wahl 2020« gesponnen und stelle seine Interessen über die der USA. »Sein angeschlagenes Ego ist ihm wichtiger als unsere Demokratie oder unsere Verfassung. Er kann sich nicht damit abfinden, dass er verloren hat.« Trump hat bislang offengelassen, ob er bei der Präsidentenwahl 2024 noch einmal kandidieren möchte.

mrc/dpa
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